31.10.2016, 07:23 Uhr

Tschüss Osnabrücker Rat Franz-Josef Schwack: Einsatz für alle Generationen

Nach 20 Jahren nimmt Franz-Josef Schwack Abschied von der Ratsarbeit. Ehrenamtlich bleibt der Christdemokrat aber aktiv. Foto: Jörn MartensNach 20 Jahren nimmt Franz-Josef Schwack Abschied von der Ratsarbeit. Ehrenamtlich bleibt der Christdemokrat aber aktiv. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Sitzungen mit den Fraktionsmitgliedern werde er vermissen, gibt Franz-Josef Schwack offen zu. Mit dem Ende der Ratsarbeit bleibt der Christdemokrat dennoch aktiv: Osnabrücker SKM-Vorsitzender ist nur eines seiner Ehrenämter.

20 Jahre war der heute 69-Jährige Ratsmitglied, von 1991 bis 2006 und von 2011 bis 2016 . Allerdings begann seine politische Arbeit bereits in den 1970er Jahren. Als Vorsitzender des Stadtjugendrings gehörte Schwack dem Jugendwohlfahrtsausschuss, heute Jugendhilfeausschuss, jahrelang als hinzugewähltes Mitglied an.

Bäcker und Erzieher

Der gelernte Bäcker und Konditor wollte nicht in die elterliche Bäckerei einsteigen. Stattdessen machte er über die Begabtenprüfung weitere Schulabschlüsse und fügte in Hildesheim eine weitere Ausbildung zum Erzieher an. „Die dortige Fachschule war damals die einzige, die Männer aufnahm“, erzählt er lächelnd. Eine seiner Mitschülerinnen wurde später Frau Schwack.

Nach dem Studium der Sozialpädagogik wurde Schwack Jugendreferent bei der katholischen Kirche und zuständig für 19 Gemeinden. Die langjährige CDU-Ratsfrau Wilhelmine Hunike warb den jungen Mann für die CDU an. Als der Voxtruper 1991 erstmals in den Rat einzog, war er aufgrund seiner Ausbildung und Ausschusserfahrung prädestiniert für den Jugendhilfeausschuss, dessen Vorsitzender er später zehn Jahre lang war. In diese Zeit fiel die Gründung der ersten kommunalen Kindergärten. Kitas wurden zu dieser Zeit fast ausschließlich in kirchlicher Trägerschaft geführt. Auch die ersten Elterninitiativen zur Kinderbetreuung entstanden.

Jugendaustausch mit Kalinin

Stolz erzählt Schwack, dass Jugendorganisationen etwas Dauerhaften anstoßen können. Anfang der 1970er Jahre reiste der Osnabrücker Stadtjugendring in die Sowjetunion und besuchte dabei unter anderem Kalinin, das frühere und heutige Twer. Auch Schwack förderte den Jugendaustausch, „und das in Zeiten des NATO-Doppelbeschlusses“. Fast 20 Jahre später, als der Eiserne Vorhang gefallen war, mündete der Kontakt in eine Städtepartnerschaft.

Grundstein der Partnerschaft

Für die Partnerschaft mit der türkischen Stadt Çanakkale legten ebenfalls Jugendliche den Grundstein. Mit dem Informations- und Beratungszentrum für ausländische Arbeitnehmer (heute Internationales Beratungszentrum) hielt der Stadtjugendring regelmäßige Kontakte zu der westtürkischen Stadt. 2004 wurde die Städtepartnerschaft besiegelt. „Auch deshalb sollte der Jugendring bei der Vergabe von Mitteln nie zu kurz kommen“, blickt Schwack zurück. Allerdings seien Jugendorganisationen heute bei Weitem nicht mehr so aktiv wie früher.

Als sozialpolitischer Sprecher seiner Partei arbeitete Schwack natürlich im Sozialausschuss. „Damals erlebten wir beim Jugoslawienkrieg die erste Flüchtlingswelle ziemlich unvorbereitet“, räumt er selbstkritisch ein: „Es fehlte die Willkommenskultur, viele haben die Flüchtlinge eher als Last empfunden.“

Weiter mitmischen

Er habe immer gerne und viel mit Migranten gearbeitet, sagt Schwack. Auf Anregung der CDU sei der Ausländerbeirat, heute Migrationsbeirat, gegründet worden, in dem der Christdemokrat ebenso mitwirkte wie im Seniorenbeirat. „Im Jugend- und Sozialbereich muss man immer mit den Leuten sprechen.“

Mitmischen und mitgestalten wird Franz-Josef Schwack weiterhin. Seinem früheren Arbeitgeber hält er als Ehrenamtler die Treue, beim SKM , im Kolpingwerk und im weniger bekannten Bundesforum Männer, ein Dachverband für Organisationen, die deutschlandweit im Feld von Jungen-, Männer- und Väterpolitik tätig sind.


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