Ein Bild von Rainer Lahmann-Lammert
20.10.2016, 18:18 Uhr BAROCKSKULPTUREN IM SCHLOSSGARTEN

Keine Raubkunst à la Nofretete

Kommentar von Rainer Lahmann-Lammert

Europa, die Schöne: Auch diese Skulptur wurde nach dem Krieg von Eggermühlen nach Osnabrück geholt. Foto: Michael GründelEuropa, die Schöne: Auch diese Skulptur wurde nach dem Krieg von Eggermühlen nach Osnabrück geholt. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Nicht jeder hat einen Blick für ihre Schönheit, aber jeder, der den barocken Erdteilskulpturen seine Aufmerksamkeit widmet, erlebt den Schlossgarten als einen besonderen Ort. Die Figuren stehen dort, wo sich an manchen Tagen Tausende von Menschen treffen. Das ist der Unterschied zum Gut Eggermühlen, wo sie mehr Sicherheit, aber weniger Beachtung genießen würden.

Ganz gleich, wie die Stadt in ihren Besitz gekommen ist – es geschah im Einvernehmen. Von Raubkunst à la Nofretete kann also keine Rede sein. Die Familie Boeselager stellt die Vereinbarung auch gar nicht infrage, sie bietet an, die Sandsteingrazien zurückzunehmen – auch wenn das für die Stadt kein Thema ist.

Die Stadt ist allerdings verpflichtet, die Sandstein-Meisterwerke aus dem 18. Jahrhundert nach allen Regeln der Kunst vor dem Verfall zu bewahren. Ob eine nicht reversible Behandlung mit Silikonharz diesem Anspruch gerecht wird, ist mehr als fraglich.


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