19.10.2016, 13:56 Uhr

Fünf Reporter, fünf Tipps Unabhängiges Filmfest 2016: NOZ-Reporter empfehlen

Mutiger Dokumentarfilm: „Les Sauteurs – Those Who Jump“. Foto: Wide HouseMutiger Dokumentarfilm: „Les Sauteurs – Those Who Jump“. Foto: Wide House

Osnabrück. Fünf Reporter der Neuen Osnabrücker Zeitung berichten in diesem Jahr vom Unabhängigen Filmfest: Anne Reinert, Daniel Benedict, Tom Bullmann, Ralf Döring und Frank Jürgens. Hier stellen sie die Filme vor, auf die sie sich besonders freuen.


Foto: Wide House
 
Anne Reinert: „Les Sauters – Those Who Jump“. Unter Lebensgefahr versuchen afrikanische Flüchtlinge in Melilla nach Europa zu kommen. Die spanische Exklave zwischen der Mittelmeerküste und Marokko ist durch drei bis sechs Meter hohe Zäune umgeben, die von Polizisten und Kameras überwacht werden. Moritz Siebert und Estephan Wagner zeigen Infrarotaufnahmen von Menschen, die versuchen, das Hindernis zu überwinden. Außerdem begleiten sie Abou Bakar Sidibé aus Mali, der in einem Flüchtlingscamp auf seinen nächsten Sprungversuch wartet.
Freitag, 17.30 Uhr, Haus der Jugend
Foto: Farbfilm Verleih
 
Daniel Benedict: „Morris aus Amerika“. 13 Jahre alt zu sein, ist hart. Besonders, wenn man als dicker, schwarzer Amerikaner in Heidelberg wohnt und kaum Deutsch spricht. Morris sucht sich zu all seinen Problemen einfach noch eins und verliebt sich in eine 15-Jährige. Die Leidenschaft wird zum Impuls, sich aus der Isolation auf die große Bühne zu wagen – mit einem Gangsta-Rap, den ihm nicht mal sein Vater erlaubt hätte. Und der wollte selbst mal rappen. Chad Hartigans „Morris aus Amerika“ ist ein Coming-of-Age-Film über die Liebe, die einen wachsen lässt – die unerfüllte zu einem Mädchen und die erfüllte zu all den Menschen, die es gut mit einem meinen.
Samstag, 15 Uhr, Hasetor.
Foto: B(R)AUER Produktion
 
Ralf Döring: „Brot, Salz und ein gutes Herz“. Albanien ist eine große Unbekannte in Europa. Jahrzehntelang abgeschottet von der Außenwelt, nach der Öffnung in den Händen von Mafia und Korruption, ist das Land an der Adriaküste zum Geheimtipp für Rucksacktouristen und Motorradfahrer geworden. Gleichzeitig treffen dort Islam und Christentum zusammen, archaische Tradition und zaghafter Aufbruch, Orient und Okzident. Daraus erwachsen fahle Visionen einer perspektivlosen Zukunft.
Sonntag, 13 Uhr, Lagerhalle
Foto: Minimal Films; Lichtblick Film
 
Frank Jürgens: „Next Stop Utopia“. Im Jahre 2012 geht im Zuge der Wirtschaftskrise in der griechischen Stadt Thessaloniki eine Firma für Baustoffe pleite. Aber die Belegschaft lässt sich nicht unterkriegen und übernimmt den Laden – was sich die einstige Besitzerin jedoch nicht bieten lassen möchte. Regisseur Apostolos Karakasis präsentiert mit „Next Stop Utopia“ eine vielschichtige Langzeitdokumentation über ein aus der Not geborenes Projekt, das eine Utopie zu verwirklichen versucht und zahlreiche daraus resultierende Widerstände überwinden muss.
Samstag, 15 Uhr, Haus der Jugend
Foto: Reel Suspects
 
Tom Bullmann: „Radio Dreams“. Um den kulturellen Clash zwischen Amerika und Afghanistan geht es in dem Film „Radio Dreams“ von Babak Jalali. Hamid Royani, ein in die USA ausgewanderter Schriftsteller, soll eine Rockband aus Kabul mit den Superstars von Metallica für eine Session zusammenbringen. Hamid arbeitet bei einer kleinen Radiostation, die in der Region San Francisco auf Farsi, der persischen Sprache, sendet. Bald kommt er in Konflikt mit der kommerziellen Ausschlachtung seines Projekts, das für ihn eher im Zeichen des kulturellen Austauschs zwischen zwei sehr konträren Ländern steht.
Donnerstag, 20 Uhr, Lagerhalle

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