18.10.2016, 18:14 Uhr

La Pura Vida – Ein Lebensgefühl Costa-ricanischer Botschafter zu Gast in Osnabrück


brab Osnabrück. La Pura Vida – das pure, wahre Leben – ist so etwas wie das Lebensmotto der Costa Ricaner. Kein Wunder also, dass der Satz beim Besuch der costa-ricanischen Delegation im Friedenssaal mehr als einmal fiel.

Seit August ist Giancarlo Luconi Coen Botschafter für Costa Rica in Berlin. Seine erste Amtshandlung außerhalb der Hauptstadt: der Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Osnabrück. „Den Zentralamerikanischen Staat und Osnabrück verbinden nämlich besondere Gemeinsamkeiten: ein Fokus auf Bildung und den Status als Symbol des Friedens“, erklärt Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Außerdem gehörten die Menschen aus Costa Rica zu den glücklichsten der Welt. „Das haben die Costa Ricaner und die Osnabrücker ebenfalls gemeinsam “, meint Griesert mit einem Augenzwinkern.

Coen und Griesert betonten beide, dass Costa Rica seit 1949 kein stehendes Militär mehr unterhält. Damit ist Costa Rica eins von nur 25 Ländern weltweit, das keine Streitkräfte beschäftigt. Die finanziellen Mittel werden stattdessen in Bildungsprojekte und soziale Arbeit gesteckt. Costa Rica gilt damit als eines der fortschrittlichsten Länder Lateinamerikas . Coen sei stolz auf die Bemühungen seines Heimatlandes, zu einer gewaltfreien Gesellschaft zu werden. Den Frieden aufrechtzuerhalten sei dennoch eine große Herausforderung und erfordere beständigen Einsatz.

Bildungssystem wird geprüft

Der Besuch der costa-ricanischen Delegation ist vor allem akademischer Natur. Die Gruppe aus Lehrern und Universitäts-Professoren möchte das duale Bildungssystem in Deutschland genauer kennenlernen. Im Anschluss soll geprüft werden, ob das Bachelor- und Masterkonzept auch für Costa Rica interessant und umsetzbar ist. Iván Mena Hidalgo, Direktor für technische Bildung, findet die Zeit in Deutschland zu kurz. Nur eine Woche habe die Delegation Zeit, das Bildungssystem kennenzulernen. Nach der Visite in Osnabrück geht es für die Gruppe weiter nach Bonn und von dort wieder zurück nach Costa Rica.

Unterstützung beim Bildungsaustausch gibt es weiterhin vom Costa-Rica-Zentrum der Universität Osnabrück . Das Zentrum ermöglicht Studenten durch Praktika, Schulen und Universitäten in Costa Rica kennenzulernen. Das aktuelle Kooperationsprojekt beschäftigt sich mit der beruflichen Bildung. Ziel sei, laut Pressemitteilung, der „nationale Aufbau einer beruflichen Bildung“. Diese soll von der Uni wissenschaftlich begleitet und unterstützt werden. Ein weiterer Grund für den Besuch der costa-ricanischen Delegation in Osnabrück.


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