Ein Bild von Wilfried Hinrichs
18.10.2016, 17:34 Uhr KOMMENTAR

Die Mischung macht den Reiz der Maiwoche in Osnabrück aus

Kommentar von Wilfried Hinrichs

Maiwoche 2016. Foto: David EbenerMaiwoche 2016. Foto: David Ebener

Osnabrück. Die Stadt Osnabrück wählt in einem aufwendigen Verfahren die Maiwochen-Veranstalter für die nächsten fünf Jahre aus. Es steht viel auf dem Spiel.

Aus finanzpolitischer Sicht war es durchaus gerechtfertigt, die Standgebühren für die Maiwoche auf ein auskömmliches Maß zu erhöhen. Es kann schließlich nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein, Gewerbetreibende zu subventionieren. Doch die Maiwoche ist ein Sonderfall.

Ein Gemeinwesen braucht einen Ort, einen Anlass und einen Zeitpunkt, um sich selbst zu finden und zu bestätigen. Die Maiwoche schafft diesen Sammlungsort– solange sie noch alle Zielgruppen erreicht und den gemeinsamen Gesprächsstoff liefert, der wie Kitt eine in Kleingruppen zerfallende Gesellschaft zusammenhält.

Wenn die Stadt allerdings den finanziellen Druck auf die Veranstalter fortsetzt, besteht die Gefahr, dass die Maiwoche langfristig zum Ballermann-Festival wird – Gewinn bringend zwar, aber fokussiert auf eine einzige feierwütige Zielgruppe. Die Politik sollte die Entwicklung aufmerksam im Blick behalten.


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