18.10.2016, 15:08 Uhr

Samstag Infostand am Löwenpudel Dem Osnabrücker Mädchenzentrum einen Tag spenden

Viele verschiedene Köpfe zieren den Flyer für die Spendenaktion, die das Mädchenzentrum am Samstag mit einen Infostand am Löwenpudel einläutet. Foto: MädchenzentrumViele verschiedene Köpfe zieren den Flyer für die Spendenaktion, die das Mädchenzentrum am Samstag mit einen Infostand am Löwenpudel einläutet. Foto: Mädchenzentrum

Osnabrück. „Schenken Sie unseren Mädchen einen Tag Mädchenzentrum!“ So lautet der Aufruf zu einer neuen Spendenaktion. Mit 72,52 Euro kann jeder einen Öffnungstag finanzieren.

27000 Euro muss das Mädchenzentrum jährlich als Eigenanteil für die Arbeit durch Spenden aufbringen. Ein Tag Mädchenzentrum kann ein Geschenk zum Geburtstag oder zu Weihnachten sein. „Die Spender können sich einen bestimmten Tag aussuchen“, erläutert Maren Gärtner, Teamleiterin im Mädchenzentrum. Ein aktueller Kalender über die gespendeten Tage wird auf der Homepage unter www.maedchenzentrum-os.de ständig aktualisiert.

Vor 25 Jahren eröffnet

Auch Firmen sind eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen. „Nach oben gibt es keine Grenze“, sagt Gärtner: „Wir freuen uns auch über jeden, der mehrere Tage oder eine ganze Woche finanziert.“

Das Mädchenzentrum feiert im kommenden Jahr sein 25-jähriges Bestehen . 1992 wurde es in einem ehemaligen Friseursalon als „Café Dauerwelle“ an der Süsterstraße eröffnet. Ziel der Arbeit ist es, Mädchen zu stärken und in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Neu: Prozessbegleitung

Das Café Dauerwelle ist ein offener Treff für alle Mädchen zwischen 11 und 21 Jahren. Außer verschiedenen Kursen gibt es ein umfangreiches Hilfsangebot in Krisensituationen, bei Schulproblemen, bei Konflikten im Elternhaus, bei Essstörungen, Gewalterfahrung, Mobbing, häuslicher Gewalt und sexueller Gewalt.

Mitarbeiterin Christina Hawig bietet nach abgeschlossener Zusatzqualifikation inzwischen psychosoziale Prozessbegleitung an für Mädchen, die schwer belastete Opferzeugen in einem Strafverfahren sind. „Die Nachfrage ist groß“, berichtet Gärtner. Derzeit begleite ihre Kollegin parallel in fünf verschiedenen Verfahren betroffene Mädchen.

Migrantinnen und Geflüchtete

Dritte im Team ist Gülüstan Genc, die 2010 das Migrationsprojekt aufbaute. „Girls can do it“ wendet sich an Mädchen und junge Frauen aus traditionell-orientierten Migrantenfamilien. Sie werden darin ermutigt und bestärkt, einen Schulabschluss und eine Berufsausbildung zu machen. Das einstige Projekt ist inzwischen festen Bestandteil der Arbeit. Auch Mädchen mit Fluchterfahrung kommen inzwischen ins Café Dauerwelle und beteiligen sich unter anderem an einem Tanzprojekt.

Im offenen Café wurden im vergangenen Jahr 4113 persönliche Kontakte mit Besucherinnen gezählt. Hinzu kamen 82 zum Teil länger währende Beratungen zu Themen wie Essstörungen, häusliche Gewalt, Mobbing, Depressionen, sexuelle Gewalt und Zwangsverheiratung.

Infostand mit Schirmfrauen

Zur neuen Spendenaktion des Mädchenzentrums gibt es am Samstag, 22. Oktober von 9 bis 13 Uhr am Löwenpudel einen Informationsstand. Unterstützt werden die Mitarbeiterinnen von den fünf Schirmfrauen der Einrichtung: Margarete Hütter, Martina Jandeck, Cornelia Matzke, Hiltrud Schäfer und Vanessa Waldvogel. Unterstützerinnen und Unterstützer können direkt vor Ort einen Tag Mädchenzentrum spenden.


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