12.10.2016, 18:52 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Auf A30 bei Melle Großkontrolle der Polizei: Autofahrer mit Schreckschusspistole unterwegs


Melle. Die Polizeidirektion Osnabrück hat am Mittwoch eine länderübergreifende Großkontrolle auf der Autobahn A30 bei Melle, in Fahrtrichtung Hannover, durchgeführt. Die Beamten stellten mehrere Verstöße von Lkw-Fahrern wegen fehlender Ladungssicherung und technischer Mängel fest. Auch eine Schreckschusspistole und ein Klappmesser konnten sicher gestellt werden.

„Gravierende Mängel bei Lkw führen in letzter Konsequenz zu schweren Unfällen auf deutschen Autobahnen. Durch die Großkontrolle versuchen wir, die Verkehrssicherheit auf einer der Ost-West-Transit-Strecken Deutschlands nachhaltig zu erhöhen“, sagt Marco Ellermann, Pressesprecher der Polizeidirektion Osnabrück. Auf der Verbindungsstrecke der A30 zwischen den Niederlanden und der osteuropäischen Grenzregion kommt es immer wieder zu gravierenden Verkehrsverstößen, wie Ellermann berichtet.

Aus diesem Grund führte die Polizeidirektion Osnabrück eine Großkontrolle im Grenzbereich zu den Niederlanden sowie den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen durch, um die Verkehrssicherheit auf den Bundesautobahnen zu erhöhen, den Güterverkehr auf deutschen Straßen zu kontrollieren sowie der wachsenden Kriminalitätsrate gerecht zu werden. Rund 100 Beamte der Polizei Osnabrück, der Bundespolizei, des Hauptzollamtes sowie Kollegen aus Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und den Niederlanden waren bei der Großkontrolle im Einsatz.

50 Prozent der Lastkraftwagen mangelhaft

Insgesamt wurden um die 700 Fahrzeuge von den Polizeibeamten kontrolliert, davon gut 120 Lastkraftwagen. „Rund die Hälfte der Lkw weisen unsererseits Beanstandungen auf. Zehn Lkw-Fahrern musste die Weiterfahrt untersagt werden, fünf davon aufgrund gravierender technischer Mängel“, wie Marco Ellermann berichtet. Zudem habe es erhebliche Verstöße gegen die Ladungssicherung sowie die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten gegeben, heißt es von Seiten der Polizei. Unter anderem wurde ein Lastkraftwagen aus dem Verkehr gezogen, bei dem die Bremskraft aufgrund selbst zusammen geschweißter Bremsleitungen nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Zudem stellte die Polizei rund 40 Vergehen gegen die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten fest. In einem Fall stellte sich heraus, dass ein Lkw-Fahrer 23 Stunden am Stück ohne ausreichende Pause hinter dem Steuer verbrachte und statt der vorgeschriebenen elf lediglich vier Stunden als notwendige Ruhephase eingehalten hatte. „Viele Verstöße sind dem erhöhten Verkehrs- und Transportaufkommen geschuldet“, erklärt Marco Ellermann das Vergehen einiger Verkehrssünder. Allerdings appelliert er auch an die Eigenverantwortung von Unternehmen, Verladern und Fahrzeugführern. „Wir wollen, dass die Standards, die wir in Deutschland haben, eingehalten werden“, so Ellermann.

(Weiterlesen: Autobahnpolizei macht auf A1 Jagd auf manipulierte Lastwagen)

Zwei Verstöße gegen das Waffengesetz

Zusätzlich zur Kontrolle des Güterverkehrs, kümmerten sich die anwesenden Beamten auch um die Bekämpfung der internationalen Kriminalität, insbesondere beim Schmuggel von Tabakwaren, Betäubungsmitteln und Diebesgut. Darunter fielen auch zwei Verstöße gegen das Waffengesetz, wie die Polizeidirektion Osnabrück mitteilte. So führte ein Autofahrer ein Klappmesser mit sich, das nach hiesigen Vorschriften nicht zugelassen ist und sichergestellt werden musste. Ebenso wurde bei einem Fahrzeugführer eine Schreckschusspistole im Fahrerraum gefunden, über die es weder einen gültigen Waffenschein noch eine entsprechende Zulassung gab.

Bei sieben Autofahrern wurden darüber hinaus Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt, bei denen eine Weiterfahrt unter Einfluss von Drogen und ähnlichen Substanzen unterbinden werden musste. Auch gefälschte Goldarmreifen sowie 27 Kilogramm unversteuerte Tabakwaren konnten sichergestellt werden. Zu guter Letzt kontrollierten die Beamten einen osteuropäischen Fahrzeugführer, der mit gefälschten Dokumenten, über keinerlei zulässige Fahrerlaubnis verfügte.

(Weiterlesen: Gewaltverbrecher bei Großkontrolle auf der A30 gefasst)


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