07.10.2016, 11:00 Uhr

Neuanfang dank TV-Restauranttester Nach Rach-Besuch: Osnabrücker „Pizzastübchen“ heißt „PizzAmici“


Osnabrück. Vor ein paar Wochen hieß die kleine Pizzeria an der Osnabrücker Martinistraße, Ecke Adolfstraße, noch „Pizzastübchen“. Dann kam TV-Restauranttester Christian Rach für ein paar Tage zu Besuch, und alles wurde auf links gezogen: Aus dem „Pizzastübchen“ ist das „PizzAmici“ geworden.

Das alte Leuchtreklameschild mit der Aufschrift „Pizzastübchen“ ist auf und davon. Stattdessen steht provisorisch eine kleine Kreidetafel vor der Tür und verrät den Osnabrückern, dass sich hier nicht nur in der Einrichtung und auf der Karte allerhand getan hat, sondern auch beim Namen: Das italienische Wort für „Freunde“, also „amici“, wurde mit „Pizza“ verbunden – herausgekommen ist das Kunstwort „PizzAmici“. Der Untertitel: „Willkommen in der Familie!“.

Passend dazu finden sich an den Wänden im Restaurant viele Fotos, die die Familien der beiden Inhaber und Köche des frisch renovierten Ladens zeigen: Jan Schädel und Sascha Lauxtermann waren Kollegen in einem anderen Pizzaladen, bis sie sich 2010 in den Räumen des früheren „Blue“ mit ihrem „Pizzastübchen“ selbstständig machten. Nun wollten sie ihrem Laden nach gut fünf Jahren mit der Hilfe von TV-Star Christian Rach ein neues Gesicht geben. „Wir wollten moderner werden, uns weiterentwickeln“, sagt Schädel. Auch wirtschaftlich war die Lage der Gaststätte zuletzt ausbaufähig. Das, was sich die beiden Osnabrücker Gastronomen daher von dem bundesweit bekannten Spitzenkoch erhofften, waren Tipps aus Rachs langjähriger Erfahrung als Sternekoch und Restaurantbetreiber, kreative Impulse und kulinarische Ratschläge. Ein Neuanfang sollte her.

(Fast) alles ist anders

Schaut man sich jetzt, rund drei Wochen nach Rachs Einsatz, im Restaurant „PizzAmici“ um, ist sehr offensichtlich, dass einiges geschehen ist. Die Farben an den Wänden wurden erneuert, hinter der Theke haben gemütliche Grautöne Einzug erhalten, eine Wand neben den Tischen ist in Violett gehalten, eine andere passend zu den verschiedenfarbigen Stühlen und Tischen auf der gegenüberliegenden Seite in Türkis. Das Ganze wirkt nicht bunt oder gewürfelt, sondern modern.

(Weiterlesen: Eisreme bei Gelato Classico gestestet – Sternekoch Christian Rach zu Besuch in Hilter)

„Wir sind nicht die alteingesessene italienische Pizzeria“, sind sich Schädel und Lauxtermann einig. Dementsprechend wollten sie auch nicht die Stimmung der klassischen Trattoria an der Ecke vermitteln, sondern den Style eines modernen Pizzarestaurants in junger und familiärer Atmosphäre.

Auch mal raus aus der Küche

Die beiden Inhaber sind selbst befreundet und pflegen auch zu ihren Gästen einen persönlichen und freundschaftlichen Draht. So hatte die Konzeptänderung im Namen rasch eine Richtung. „Wir werden jetzt aber auch öfter aus der Küche rauskommen“ sagt Sascha Lauxtermann. Dies sei einer der Ratschläge von Rach gewesen: Ein Gastronom sollte sich nicht in der Küche verstecken, sondern auch in der Gaststube präsent sein. „Man soll uns hier ja auch wiederfinden können“, sagt Lauxtermann und zeigt dabei auf die Bildreihe an der Wand, die ihn und seine Familie zeigen.

Auch auf der Karte hat sich seit Rachs Visite einiges verändert: „Wir haben kein ganzes Buch mehr wie vorher“, sagt Schädel und lacht. Die Speisenauswahl sei reduzierter, dafür werden die hausgemachten Pizzen, Salate und Pastagerichte noch aufwendiger produziert. Rach habe mit ihnen beispielsweise am Pizzateig gefeilt. Ein neues, spezielles Pizzamehl, weniger Hefe und eine insgesamt lockere, etwas leichtere Konsistenz sind dabei herausgekommen.

Momentan gibt es nur eine einzelne Seite auf der Klemmbrett-Karte. „Wir werden die Karte in den nächsten Wochen aber noch etwas erweitern“, sagt Lauxtermann. Im Augenblick müssten sie sich erst einmal herantasten: Was kommt gut an, was wird vermisst? Danach werde das neue Bild des Restaurants nach und nach zusammengepuzzelt.

Der Umbau geht weiter

Überhaupt haben sie nach Rachs Besuch noch viel zu tun. Der Erneuerungsprozess sei noch lange nicht abgeschlossen. Im hinteren Teil des Restaurants beispielsweise werde noch ein Raum ausgebaut. Das neue Türschild muss her und die Getränkekarte nach und nach angepasst werden – da sei noch einiges zu tun.

Die Gäste scheinen aber schon mal begeistert zu sein: Ohne Reservierung ist im „PizzAmici“ zurzeit nur mit Glück ein freier Tisch zu bekommen. Und das Feedback sei bislang super, sagen Schädel und Lauxtermann. „Auch wenn einige Klassiker vermisst werden.“ So fehle auf der neuen Karte die „Kater-Pizza“, die mit Hollandaise, Pasta, Käse und anderen reichhaltigen Zutaten für manch einen schon die Rettung nach einer durchzechten Nacht gewesen sei. Dafür wollen sich die beiden Gastronomen nun neue Kreationen überlegen.

Und was sagt Christian Rach zu all dem? Das Feedback des TV-Restauranttesters und -retters steht noch aus. Er wird in den nächsten Wochen noch einmal mit der Kamera vorbeikommen – selbstverständlich überraschend. Sonst wäre es ja auch langweilig.

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