05.10.2016, 05:05 Uhr

Kater ohne Ohren Vom Besitzer gequält? Verein rettet Kater in Hasbergen


Osnabrück. Ein besonders grausamer Fall von Tierquälerei beschäftigt den Tierschutzverein „Streunerhilfe Ni-No“ in Rheine. Der Verein kümmert sich zurzeit um eine Katze, der die Ohren abgeschnitten wurden.

Phoenix – so der neue vielsagende Name des Katers – leide zwar immer noch unter den Folgen des Martyriums, mittlerweile gehe es ihm allerdings besser, sagt die Vorsitzende des Vereins, Melanie Euler.

Was war mit dem Kater passiert?

Eine Freundin des Vereins sei auf den vernachlässigten und kranken Kater in Hasbergen aufmerksam geworden. „Sie hat ihn auf der Straße in einem besorgniserregenden Zustand gesehen und den Besitzer ermittelt“, erzählt Euler. Die Katze habe keine Ohren gehabt und ihre Augen seien entzündet und zugeschwollen gewesen. Außerdem habe sich der Kater nur draußen aufgehalten und sei von dem Besitzer nicht mehr ins Haus gelassen worden. Eine medizinische Versorgung habe Phoenix auch nicht bekommen. Vom Besitzer habe die Frau erfahren, dass der Kater etwa elf Jahre alt sei.

Sie habe gewollt, dass der Besitzer den Kater zum Tierarzt bringt, doch dieser habe sich nicht einsichtig gezeigt. „Der Besitzer hat sogar davon gesprochen, ihn totspritzen zu lassen“, sagt Euler.

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Kater leidet an Katzenaids

Die besorgte Tierliebhaberin hat sich schließlich an Streunehilfe Ni-No gewandt. „Wir haben ihr zugesagt, dass wir die medizinische Versorgung der Katze übernehmen würden. Daraufhin ist sie noch einmal zum Besitzer gegangen. Er gab den Kater ab und die Freundin brachte ihn zu unserer Vereinstierärztin“, erzählt die Vorsitzende weiter. Dort wurde der Kater untersucht, kastriert und seine Zähne wurden behandelt.

Bei den Untersuchungen kam heraus, dass der Kater an dem FIV-Virus, dem sogenannten Katzenaids, leidet.

„Mit 4,3 Kilogramm ist er untergewichtig und hat mit Parasiten und einer Blasenentzündung zu kämpfen“, sagt Euler. Was genau mit seinen Ohren passiert ist, kann der Verein nicht mehr nachvollziehen. „Die Ohren sind stark verknorpelt. Für die Tierärztin ist es nicht mehr nachvollziehbar, wann und warum die Ohrmuscheln entfernt wurden“, sagt die Vorsitzende. Neben der medizinischen Versorgung bekam der Kater auch einen neuen Namen vom Verein. Bei einer Facebookumfrage bekam der Name „Phoenix“ die meisten Stimmen.

Verein will Anzeige erstatten

Zurzeit befindet sich Phoenix bei der Tierfreundin, die ihn gefunden hat. Hier soll sich der Kater erst einmal erholen und aufgepäppelt werden. „Er frisst gut und viel und ist schon viel zutraulicher“, sagt Euler. Ob der Kater bei der Freundin bleibt oder für ihn ein neuer Besitzer gesucht werden soll, hat der Verein noch nicht entschieden. Euler glaubt daran, dass Phoenix noch viele Lebensjahre vor sich hat.

Gegen den ehemaligen Besitzer des Katers will der Verein eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstatten.


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