04.10.2016, 14:33 Uhr

Unterschriftenaktion in Osnabrück Baumschutz-Initiative: Bäume am Neumarkt erhalten


Osnabrück. Die Osnabrücker Baumschutz-Initiative fordert den Erhalt der Bäume am Neumarkt und hat deshalb eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen.

Auf einen Baum mehr oder weniger kommt es doch nicht an, könnte man meinen. Die Osnabrücker Baumschutz-Initiative sieht das naturgemäß anders und fordert den Erhalt möglichst aller Bäume auf städtischem Grund. Vor allem an Verkehrsknotenpunkten wie dem Neumarkt sei der Baumbestand wichtig, um den anhaltenden CO2-Emissionen entgegenzuwirken. Seit gut einem halben Jahr hat die Initiative auf dem Neumarkt Unterschriften gesammelt, um gegen die vorgesehene Abholzung der dortigen Bäume mobil zu machen.

„Mit der Unterschriftenaktion wollen wir darauf aufmerksam machen, dass die Bäume am Neumarkt gefährdet sind“, sagt Annette Hanekamp von der Osnabrücker Baumschutz-Initiative. Vor dem Hintergrund der Neugestaltung des Neumarkts, dem geplanten Bau des Einkaufcenters und dem möglichen Bau eines Geschäftshauses auf dem „Baulos 2“ vor dem H&M-Gebäude, warnt sie davor, die alten Bäume entlang des Verkehrsplatzes entfernen zu lassen. Zusammen mit anderen Aktivisten sammelte sie im vergangenen halben Jahr – einmal im Monat – Unterschriften für den Erhalt des Baumbestandes und forderte die Teilnehmer auf, sich aktiv in die Gestaltung des Neumarktes einzubringen.

Rund 230 Unterschriften konnte die Baumschutz-Initiative auf diese Weise sammeln, die nun an Stadtbaurat Otte übergeben wurden. Otte würdigte das Engagement der Ehrenamtlichen, erklärte aber auch, dass nicht jeder Baum am Neumarkt erhalten werden könne. Dies sei zum einen den baulich bedingten Umbaumaßnahmen, zum anderen den Veränderungen an den Bussteigen geschuldet. Dabei werde keinesfalls leichtfertig oder nur aus wirtschaftlichen Interessen gehandelt, wie Otte versicherte. „Wir sind bestrebt, den Aufenthalt an allen Stellen des Neumarkts so angenehm wie möglich zu gestalten.“

Intensivere Debatten geplant

Der Stadtbaurat versprach, künftig intensivere Debatten führen zu wollen, an welchen Stellen Bäume geschützt und erhalten werden können. „Außerdem müssen wir neue Räume schaffen, wo Bäume angesiedelt werden können“, so Otte. Mit den Unterschriften, die nun an den Stadtentwicklungsausschuss weitergereicht werden, könne man dem Schutz der Bäume neuen Glanz verleihen. „Sie haben nun die Möglichkeit, in der Politik für die Erhaltung von Bäumen zu werben“, so Otte weiter. Allerdings machte er auch klar, dass die Thematik rund um den Neumarkt „durch sei“ – und damit die Rohdung einzelner Bäume beschlossene Sache.

Für die Osnabrücker Baumschutz-Initiative ein schwacher Trost. Sie fordert, alle bestehenden Bäume am Neumarkt zu erhalten, um nachhaltig die Grünflächen der Stadt zu fördern. „Uns ist aber auch wichtig, über Alternativen nachzudenken“, betont Annette Hanekamp. Insbesondere der Vorschlag des Stadtbaurats, neue Bäume zu pflanzen, stößt auf wenig Gegenliebe, da alte, verwurzelte Bäume viel leitungsfähiger und nachhaltiger seien als junge.

(Weiterlesen: Osnabrücker Baumschutz: Grün wichtiger als gerade Linien)


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