04.08.2016, 16:50 Uhr

Bundesverkehrswegeplan Sechsspuriger A 30-Ausbau in Osnabrück fest geplant

Um Staus zu vermeiden, soll die A30 zwischen dem Osnabrücker Südkreuz und dem Lotter Kreuz bis 2029 sechsspurig werden. Bereits jetzt steht fest: Das Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück ist den bestehenden und zu erwartenden Verkehrsverhältnissen nicht gewachsen. Vermutlich wird bereits in diesem Jahr begonnen, das Lotter Autobahnkreuz zu erneuern. Archivfoto: Gert WestdörpUm Staus zu vermeiden, soll die A30 zwischen dem Osnabrücker Südkreuz und dem Lotter Kreuz bis 2029 sechsspurig werden. Bereits jetzt steht fest: Das Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück ist den bestehenden und zu erwartenden Verkehrsverhältnissen nicht gewachsen. Vermutlich wird bereits in diesem Jahr begonnen, das Lotter Autobahnkreuz zu erneuern. Archivfoto: Gert Westdörp

Osnabrück. Auch nach der Öffentlichkeitsbeteiligung hat sich im Bundesverkehrswegeplan wenig für die Region Osnabrück verändert. Fest eingeplant sind der sechsspurige Ausbau der A30 in Osnabrück und der Lückenschluss A33-Nord zwischen der A33 in Belm und der A1 nördlich von Wallenhorst.

Das Bundeskabinett hat den Bundesverkehrswegeplan am Mittwoch beschlossen und damit gegenüber dem Entwurf aus dem März aktualisiert. Danach durften die Bürger vom 21. März bis zum 2. Mai erstmals nach der Veröffentlichung eines Verkehrswegeplanentwurfs ihre Meinung zu den Projekten kundtun.

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Geändert hat sich in unserer Region nur etwas bei der B 51 von Belm nach Ostercappeln. Die Bundesstraße wird nicht mehr in der Kategorie „Weiterer Bedarf“, sondern in der Kategorie „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ eingestuft. Es handelt sich um einen 3,8 Kilometer langen Abschnitt hinter der Ortsumgehung östlich von Belm bis zum Beginn der Ortsumgehung Ostercappeln, sodass auch dieser Bereich von zwei auf vier Streifen ausgebaut werden könnte. Allerdings ist für diese mit Kosten von rund 24 Millionen Euro veranschlagte Maßnahme noch kein Geld für den Bau bis 2030 zurückgestellt worden. Bei Maßnahmen in dieser Kategorie kann nur bereits mit der Planung begonnen werden. In der gleichen Kategorie geblieben sind zum Beispiel auch die in Bad Essen umstrittene Maßnahme der Verlegung der B65, die als Ortsumgehung Bad Essen/Wehrendorf bezeichnet wird, und eine Verlegung der B 51 von südlich Bad Iburg bis nach Hilter mit Anschluss an die A33.

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Fest steht im vom Kabinett beschlossenen Bundesverkehrswegeplan bereits, dass die A30 zwischen dem Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück und dem Osnabrücker Südkreuz auf sechs Spuren ausgebaut werden soll. Laut Bundesverkehrswegeplan soll das 11,5 Kilometer lange Teilstück bis spätestens 2029 sechsspurig werden. Die Gesamtkosten für das Projekt beziffert das Ministerium auf 143 Millionen Euro. Der sechsspurige Ausbau der A 30 in der Region Osnabrück hat es in die höchste Kategorie des Bundesverkehrswegeplans 2030 geschafft.

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Straßenbaubehörde bezweifelt Ausbau der A30 bis 2029

Kurios ist aus Sicht des stellvertretenden Leiters der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Geschäftsbereich Osnabrück, Frank Engelmann, dass der sechsstreifige Ausbau der A 30 bereits 2029 fertig sein soll und vier Jahre weniger Planungszeit vorgesehen sind als für die A 33-Nord. Er sieht in dem Ausbau der A 30 eine ganz andere Planungsdimension als bei der A 33-Nord. „Das eine ist der Bau einer Straße auf der grünen Wiese. Das andere ist der Ausbau einer Straße im fließenden Verkehr. Bei einer Autobahn mitten in der Stadt durch Sutthausen, Hellern und Nahne ist sehr viel Lärmschutz zu schaffen. Voraussichtlich wäre eine Teilabdeckelung der A 30 nötig.“ Zudem müsse neben ohnehin benötigten neuen Brücken über Tunnel, Tröge und Galerien nachgedacht werden.

A33-Nord von Belm bis Wallenhorst

Engelmann ist sich sicher, dass der Lückenschluss A 33-Nord zwischen der A 33 in Belm und der A 1 nördlich von Wallenhorst noch vor dem A 30-Ausbau fertig wird. „Wir haben bei der A 33-Nord bereits vor zwölf Jahren mit den Voruntersuchungen begonnen. Das Raumordnungsverfahren ist schon durch, 2018 beginnt voraussichtlich das Planfeststellungsverfahren. Bei der A 30 hingegen haben wir die Planungen noch gar nicht begonnen“, stellt er fest.

( Weiterlesen: Osnabrücker Reaktionen zum Bundesverkehrswegeplan )

Das von Umweltschützern umstrittene Projekt hat es in die Kategorie „vordringlicher Bedarf“ geschafft. Die Kosten für den Lückenschluss A 33-Nord schätzt das Ministerium auf 87 Millionen Euro. Diese Kosten hat das Bundesverkehrsministerium in dieser Kategorie bereits fest eingeplant. Die umwelt- und naturschutzfachliche Beurteilung bei diesem Projekt wird allerdings als hoch eingestuft. Autobahngegner haben bereits eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht angekündigt. Engelmann plant mit einem Planfeststellungsbeschluss bis 2020. „Ohne eine Klage würde der Bau bereits 2021 beginnen und bis Mitte 2025 fertig“, prognostiziert er. Da eine Klage aber wahrscheinlich sei, erwartet Engelmann eine Fertigstellung bis Mitte 2028. Engelmann glaubt, dass der Bund einen weitaus umfangreicheren Klagezeitraum mitberücksichtigt habe.

( Weiterlesen: A33-Nord durch A30-Ausbau bei Osnabrück überflüssig? )

IHK: „Echter Rückenwind für die Region“

Der IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf spürt durch den Beschluss Bundeskabinetts „echten Rückenwind für die Region“ und freut sich, dass wichtige Verkehrsprojekte wie den Lückenschluss A33-Nord sowie den Ausbau von A30 und A1. Die IHK sieht sowohl für den Lückenschluss der A33-Nord als auch für den sechsstreifigen Ausbau der A 30 zwischen den Autobahnkreuzen Lotte/Osnabrück und Osnabrück-Süd „gute Realisierungschancen bis 2030“.Die A 30 sei im Großraum Osnabrück als vierstreifige Autobahn mit rund 75.000 Fahrzeugen schon heute deutlich überlastet. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen nach Fertigstellung der Nordumgehung von Bad Oeynhausen im Jahr 2018 und der A33 Süd aus Richtung Bielefeld im Jahr 2019 werde die Zahl und Länge der Staus noch einmal deutlich anwachsen lassen. Neben den positiven Wirkungen für den Fernverkehr und die großräumige Erreichbarkeit könnten beide Projekte auch die Innenstadt Osnabrücks vom Verkehr entlasten.

A1 zwischen Neuenkirchen/Vörden und Bramsche sechsspurig

Auf der A_1 zwischen Lohne/Dinklage und Neuenkirchen/Vörden ist auf einer Strecke von rund 18 Kilometern ein sechsspuriger Ausbau in der höchsten Kategorie eingeplant. Ebenso hoch eingestuft ist der sechsspurige Ausbau auf dem rund zehn Kilometer langen Teilstück zwischen Neuenkirchen/Vörden und Bramsche. „Der sechsspurige Ausbau zwischen Neuenkirchen/Vörden und Bramsche steckt noch in der Planfeststellung. Es ist mit einem Baubeginn 2017 oder 2018 zu rechnen“, so der stellvertretende Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Geschäftsbereich Osnabrück, Frank Engelmann.

B 51: Ortsumgehung Bad Iburg für 57 Millionen Euro

Ebenfalls in die höchste Kategorie eingestuft wurde eine Umfahrung des Bad Iburger Stadtkerns. Weil die aktuelle Ortsdurchfahrt Mängel habe, soll die Trasse der Bundesstraße 51 für 57 Millionen Euro verlegt werden.

( Weiterlesen: Bund plant neue Ortsumgehung für Bad Iburg )

Außerdem in die höchste Kategorie des Verkehrswegeplans aufgenommen wurde die neue Trassenführung der Bundesstraße 218 zur Ortsumgehung Bramsche-Ueffeln. Für den Neubau des 2,2 Kilometer langen Streckenabschnitts plant der Bund rund sieben Millionen Euro ein.

( Weiterlesen: Neue Hoffnung für Ortsumgehung Bramsche-Ueffeln )

Bahnstrecke Löhne-Osnabrück-Rheine bald Hochgeschwindigkeitsstrecke?

Der Ausbau der Bahnstrecke Löhne über Osnabrück und Rheine bis zur niederländischen Grenze, der als Ertüchtigung der West-Ost-Achse für den Hochgeschwindigkeitsverkehr vorgesehen ist, wird im Bundesverkehrswegeplan nun in den potenziellen Bedarf eingestuft. „Das heißt, die Strecke ist interessant und es wird noch geprüft, ob die Bahnstrecke in den vordringlichen Bedarf kommt“, erläuterte die Sprecherin des niedersächsischen Verkehrsministeriums, Sabine Schlemmer-Kaune auf Anfrage unserer Redaktion.


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