27.07.2016, 06:01 Uhr zuletzt aktualisiert vor

„The Store“-Betreiber mietet Pohland-Nachfolger für Osnabrücker Modehaus gefunden

Die insolvenzbedingte Schließung von Pohland in Osnabrück hat offenbar keinen langen Leerstand zur Folge. Die Clinton Großhandels-GmbH rückt nach. Foto: Sebastian StrickerDie insolvenzbedingte Schließung von Pohland in Osnabrück hat offenbar keinen langen Leerstand zur Folge. Die Clinton Großhandels-GmbH rückt nach. Foto: Sebastian Stricker

Osnabrück. Der überstürzte Auszug von Pohland aus dem neuen Modehaus in Osnabrück hat offenbar keinen langen Leerstand zur Folge. Nach Informationen unserer Redaktion will die Clinton Großhandels-GmbH die frei gewordene Etage kurzfristig übernehmen.

Der Brandenburger Modekonzern verfolgt an der Großen Straße 57-60 bereits ein deutschlandweit einmaliges Geschäftskonzept. Unter dem Namen „The Store“ werden dort unter einem Dach Kollektionen der beiden Clinton-Marken Camp David (Menswear) und Soccx (Damenoberbekleidung) verkauft.

Wie der Eigentümer des Osnabrücker Modehauses, die Sutthauser IBS Vermögensverwaltung, unserer Redaktion jetzt mitteilte, sei nach dem vorige Woche durch die Insolvenzberater verkündeten Aus für die Pohland-Filiale eine Vereinbarung mit Clinton über die Gesamtnutzung der Mietflächen getroffen worden. Sie greife, sobald der Mietvertrag mit Pohland aufgelöst sei, sagte IBS-Prokurist Ronald Michalski. Mit dieser schnellen und naheliegenden Lösung sei er „sehr zufrieden“.

Mehr Camp David und Soccx?

Was bedeutet das für die Kunden des Modehauses, in dem sich auch ein eigenständiger Tommy-Hilfiger-Store befindet? Möglicherweise wird das bestehende Angebot von Camp David und Soccx ausgedehnt. Was Clinton im zweiten Obergeschoss des Modehauses (Verkaufsfläche 585 Quadratmeter) genau plant, ist offen. „Dazu können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts sagen“, erklärte Pressesprecher Chris Götz am Dienstag auf Nachfrage.

Die Pohland Herrenkleidung GmbH & Co. KG hatte im Mai Insolvenz angemeldet. Unmittelbar zuvor war Clinton als strategischer Investor, der mit einem Gesellschaftsanteil von 76 Prozent eine Expansion massiv vorangetrieben hatte, bei der Kölner Multilabel-Kette ausgestiegen. Nach einer betriebswirtschaftlichen Analyse sieht Pohland sich nun veranlasst, sein Filialnetz zu halbieren. Neben Osnabrück würden auch die Standorte Oldenburg, Hildesheim, Gießen, Essen, Duisburg und Oberhausen aufgegeben, teilte die Kanzlei Kübler am Mittwoch mit. Zudem habe ein Kölner Gericht am Mittwoch das Insolvenzverfahren eröffnet. 130 von 230 Arbeitsplätzen bei Pohland sollen erhalten bleiben.


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