02.06.2016, 06:45 Uhr

Geprobt wird nicht Freitag wieder Session in der Osnabrücker Uhlhornklause

Eine wilde Mischung gibt es bei den Session an jedem ersten Freitag im Monat in der Uhlhornklause. Mit von der Partie sind Tony Miccoli, Todor „Toscho“ Todorovic, Rolli Springmeyer und „BuddyRolly“ (von links). Foto: Michael GründelEine wilde Mischung gibt es bei den Session an jedem ersten Freitag im Monat in der Uhlhornklause. Mit von der Partie sind Tony Miccoli, Todor „Toscho“ Todorovic, Rolli Springmeyer und „BuddyRolly“ (von links). Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Vor langer, langer Zeit trugen Bands Namen wie „Rialto Quintett“, „Heartbeats“, „Yankees“ oder „Medium Terzett“. In diesen Bands spielten Musiker, die sich weiter an jedem ersten Freitag im Monat in der Osnabrücker Uhlhornklause treffen, um dort spontan Musik aus jenen alten Zeiten zu spielen. Mittlerweile gesellen sich aber auch junge Musiker dazu.

Wann das mit den Sessions angefangen hat, daran kann sich Tony Miccoli (68) nicht mehr erinnern. Irgendwann hatte sich der Wirt der Uhlhornklause sein Akkordeon geschnappt, um seine Gäste zu unterhalten. Zusammen mit dem mittlerweile über 80-jährigen Gitarristen Ron Griffiths spielte er ein paar Lieder. Die beiden waren in den Sechzigern zusammen mit anderen durch die Lande gezogen und hatten in der Zeit vor der Ära der Diskotheken Tanzmusik gespielt.

Nach und nach kamen immer mehr Musiker dazu. Gespielt wurde eine wilde Mischung, die von Volksmusik über Country bis zum Walzer reichte. „Ich habe Stücke gespielt, die ich eigentlich nie mehr spielen wollte“, erzählt Todor „Toscho“ Todorovic (65), der um die Ecke der Uhlhornklause in einem lila-weißen Haus wohnt (http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/721876/fussball-hasser-lasst-sein-haus-in-vfl-farben-streichen#gallery&0&0&721876 ).

Auch der Kopf der Blues Company hat seinen ersten Bühnenerfahrungen in Tanzmusik-Bands gesammelt. Irgendwann stieß auch er zu den „Uhlhornklause Allstars“ dazu. Wie Toscho sind auch noch einige der anderen Allstars aktiv.

An jedem ersten Freitag im Monat spielen die Musiker Songs, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren zu den Repertoires der Tanz-Mucker gehörten. Geprobt werden sie vorher ausdrücklich nicht. „Das ist Musik, die ich seit Jahrzehnten mache. Da weiß ich, wo’s lang geht“, sagt Schlagzeuger Rolli Springmeyer (67). So kann auch jeder der vier Musiker sofort einsteigen, als sie sich mit ihren Instrumenten für das Foto aufstellen und Toscho den Gitarrenriff von „Green Onions“ anstimmt. „Das Stück habe ich zum letzten in den Siebzigern mit den ,Escorts‘ gespielt“, sagt der Blues-Mann.

Die Musiker der „Uhlhornklause Allstars“ spielen (und sind) zwar überwiegend Oldies. Aber sie wollen auch eine Plattform für junge Musiker bieten. Eine Stamm-Besetzung gibt es nicht. Leute, die anderen Leuten zeigen wollen, wie toll sie ihr Instrument beherrschen, sind in der Uhlhornklause allerdings am falschen Ort. „Wir spielen publikumsorientierte Songs und veranstalten keine Knödel-Experimente“, macht der 68-jährige Roland (Rolli) Röger alias „BuddyRolly“ deutlich.


Was sonst noch läuft

Shut up’n Swing, Projekt 36, Fr., 3. 6., 20 Uhr: Swing und Lindy Hop wird getanzt, wenn an der Johannisstraße die mitreißende Musik spielt. Also: Klappe halten und swingen.

Northern Greenhouse, Hyde Park, Fr., 3. 6., 22 Uhr: Die Disco am Fürstenauer Weg wird zum Northern Greenhouse, wo ein tanzbarer Mix aus Reggae, Dancehall, Worldbeat, Hip Hop und Electro-Swing mit Moombahton, Trap und Dubstep gespielt wird.

Lights & Music, Kleine Freiheit, Sa., 4. 6., 23 Uhr: Licht und Musik sind die Bestandteile der Party an Hamburger Straße. Auf den Plattentellern liegen Indie, Rock und Electronics.

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