24.05.2016, 11:58 Uhr

Tarifverhandlungen gescheitert Ab heute Streik bei den Ameos-Kliniken in Osnabrück


Osnabrück. Nach dem Scheitern der Verhandlungen für einen neuen Tarifvertrag wird seit Dienstagmorgen bei der Ameos-Klinik am Osnabrücker Gertrudenberg gestreikt.

Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Mitglieder nach dem offiziellen Scheitern der Verhandlungen in der vergangenen Woche zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen . Die Forderungen der Belegschaft sind klar definiert. „Gleiche Bezahlung wie in den kommunalen Kliniken, einen Kündigungsschutz, der Ausgliederungen erschwert und die Einschränkung von Leiharbeit“, fordert Gewerkschafterin Nicole Verlage, die den Streikposten organisiert.

Forderungen nach neuem Haustarifvertrag

Vonseiten der Ameos-Gruppe sei bislang kein angemessenes Angebot vorgelegt worden. „Man will uns Punkte wie beispielsweise den Kündigungsschutz viel zu teuer verkaufen“, so Verlage. Auffälligste Aktion ist das Streikzelt an der Knollstraße. Dort stehen Therapeuten und Pflegepersonal gemeinsam für einen neuen Haustarifvertrag. (Weiterlesen: Ameos-Mitarbeiter zum Streik bereit)

Heterogene Beschäftigungsstruktur

Die Beschäftigungsstruktur bei Ameos ist schon jetzt so aufgestellt, dass ein breit aufgestellter Streik schwierig wird. „Von den gut 840 Beschäftigten sind etwa 140 Leiharbeiter. Die können nicht streiken“, meint Verlage. Weitere 50 Mitarbeiter sind Praktikanten oder im Freiwilligen Sozialen Jahr. Letztlich bleiben gut 600 Mitarbeiter, die potenziell in den Streik treten können.

Notdienstregelung eingeführt

Dazu wird es aber nicht kommen. „Wir haben gestern einer Notdienstregelung zugestimmt“, erklärt Verlage. Wie genau diese Regelung umgesetzt wird, sei jedoch noch offen. „Das wird in den kommenden Tagen noch spannend werden“, meint die Gewerkschafterin. Bei Ameos wolle man die Regelung so auslegen, dass der Betrieb möglichst unproblematisch weiterläuft.

Kein Streik in Stationen mit Notfallversorgung

Und auch die Mitarbeiter wollen nicht bedingungslos in den Ausstand treten. „Die Streikenden sorgen sich sehr um das Wohl ihrer Patienten. Die Stationen mit Notfallversorgung werden daher nicht bestreikt. Auch die Nachtdienste werden ausgenommen“, erklärt Verlage. Dennoch ist das Ziel klar. „Wir wollen Ameos beim Geld treffen“, sagt die Gewerkschafterin. Dafür müsse der Krankenhausbetrieb so eingeschränkt werden, dass die Belegungszahlen gesenkt werden. „Immerhin ist es nicht erlaubt, Leiharbeiter auf bestreikten Stationen als Streikbrecher einzusetzen“, freut sich Verlage. Daher sei von Arbeitgeberseite in den vergangenen Tagen auf den Stationen verstärkt für Verunsicherung gesorgt worden.

Hoffnung auf Solidarität der Öffentlichkeit

Jetzt hoffen die Streikenden auch auf die Solidarität der Öffentlichkeit. „Wir können nicht die Massen auf die Straße bringen“, gibt Verlage zu. Allerdings haben die Mitarbeiter bereits 2014 gezeigt, dass sie sich durchaus Gehör verschaffen können. Im damaligen siebenwöchigen Streik waren die Streikenden auf den Märkten und auf Plätzen in der Stadt vertreten. Solche direkten Aktionen soll es auch in diesem Jahr wieder geben.


0 Kommentare