20.03.2016, 21:35 Uhr

Exklusives Clubkonzert 700 Fans umjubeln Howard Carpendale im Alando in Osnabrück


Osnabrück. Mehr als 700 Fans aus ganz Deutschland waren am Sonntagabend um 18 Uhr ins Alando Palais gekommen, um Howard Carpendale live zu erleben. Der Künstler, der vergangene Woche pünktlich zur Leipziger Buchmesse seine Biografie „Das ist meine Zeit“ vorgelegt hat, war zu Signierstunde, Talk und Clubkonzert zu Gast.

„Faszinierend!“, hätte Mr. Spock wahrscheinlich gesagt, angesichts des Hypes, der sich am Sonntagabend in und um das Osnabrücker Alando Palais ereignete. Bereits um 13 Uhr hatten sich etliche Fans vor der Location eingefunden, um die besten Plätze zu ergattern. Wie die beiden Damen aus dem hessischen Büdingen, die fast jedes Carpendale-Konzert besuchen, selbstverständlich sein Buch gelesen haben und sowohl seine Professionalität als auch seine klare Meinungsäußerung schätzen. „Er wird von Medien und Kritikern verkannt“, befanden beide einmütig.

Carpendale ist Kult

Tatsächlich ist der Fan-Kult um Howard Carpendale ein Faszinosum. Auch mit 70 – die Zahl mag er gar nicht und dazu steht er auch – ist der Entertainer noch der Schwarm unzähliger Frauen, seine Tourneen sind Selbstläufer und auch sein neues Buch schlägt mächtig ein. Damit ist Carpendale derzeit auf Promotion-Tour durch die Fernsehstudios und Buchhandlungen der Republik. Ehrensache, dass er auch der Einladung von NOZ Medien und der Neuen Osnabrücker Zeitung gefolgt war – und das nicht nur, weil „Das schöne Mädchen von Seite 1“ so „hervorragend in die Veranstaltung eines Medienhauses passt“, wie MSO-Geschäftsführer Sebastian Kmoch bei seiner Begrüßung treffend bemerkte. Vielmehr hat doch NOZ-Redakteur Stefan Alberti als Co-Autor und Interviewpartner maßgeblich an der Carpendale-Biografie mitgewirkt. (Weiterlesen: Anrufen und signierten, lebensgroßen Howard Carpendale-Papp-Aufsteller gewinnen!)

Ein gutes Team

Dass die beiden sich sehr gut verstehen, konnten die Zuhörer im Live-Talk unschwer erkennen. Da wurde auch schon mal geflachst und gefrotzelt. „Was hast du, was ich nicht habe?“, fragte Alberti seinen Talkpartner, dem offenbar alle Herzen zufliegen. „Haare?“, konterte Carpendale, den Schalk im Nacken. Die Zusammenarbeit sei ein tolles Erlebnis gewesen, „dein Input war sehr wichtig“, bescheinigte der Künstler seinem Co-Autoren.

Eine Zeit aus den Fugen

Doch der Sänger schlug auch ernste Töne an und zeigte sich einmal mehr als politisch interessierter Mensch. Auf die Frage, ob es denn einem Künstler zustehe, sich politisch zu äußern, entgegnete er: „Wenn ich mit 70 meine Meinung nicht sagen darf, wann dann?“ Er kritisiert, dass die Kanzlerin es nicht verstehe, die Wähler zu mobilisieren, er hält große Stücke auf Präsident Obama, der von den Republikanern kaputtgemacht worden sei, und sagt im Hinblick auf die Erfolge der AfD: „Jetzt wird’s schwierig.“ „Wir leben in einer Zeit, in der einiges aus den Fugen geraten ist“, konstatiert er am Ende des gut einstündigen Talks, worauf sogleich die größten Fans einem mittleren Tsunami gleich zur Bühne stürzen, um den anschließenden Auftritt mit kleiner Band aus nächster Nähe zu erleben. „Das alles bin ich“, war der Opener, der bestätigte, dass er doch viele Facetten hat, der „Howie“.


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