29.01.2016, 11:21 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt nach Tod Gamma-Kamera fällt in Osnabrücker Paracelsus-Klinik auf 77-Jährige

Nach einem Unfall mit einer Gamma-Kamera in der Osnabrücker Paracelsus-Klinik ist eine 77-jährige Patientin verstorben. Kurz zuvor war die Maschine bei einer offiziellen Wartung noch als einwandfrei eingestuft worden. Foto: Jörn MartensNach einem Unfall mit einer Gamma-Kamera in der Osnabrücker Paracelsus-Klinik ist eine 77-jährige Patientin verstorben. Kurz zuvor war die Maschine bei einer offiziellen Wartung noch als einwandfrei eingestuft worden. Foto: Jörn Martens 

Osnabrück. Nach dem Tod einer Patientin der Osnabrücker Paracelsus-Klinik ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft. Eine Gamma-Kamera war am vergangenen Donnerstag auf die 77-jährige Frau aus Recke gefallen. Ursache war offenbar ein technischer Defekt. Nach ersten Angaben sollte sich der Unfall in einem Magnetresonanztomografen (MRT) ereignet haben, dies wurde später von der Klinik korrigiert.

Bei der Gamma-Kamera handelt es sich nicht um eine klassische Röhre, in die der Patient hineingeschoben wird, sagte Klinik-Sprecherin Simone Hoffmann. Stattdessen handele es sich um eine Langzeitkamera, die über dem Patienten in einer Halterung hängt. Nach Angaben von Christian Bagung, Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, riss bei der Untersuchung der Frau am 21. Januar eine Zughilfe in Form einer Kette, wodurch sich das Gerät auf die Patientin absenkte. Die 77-Jährige wurde unter der Kamera eingeklemmt. Drei Tage später, am 24. Januar, starb die Frau.

Weiterlesen: Wie funktioniert eine Gamma-Kamera?

Ob das Einklemmen auch Ursache für den Tod der Patientin ist, muss eine Obduktion klären, sagte Bagung weiter.

Weiterlesen: Frau (77) stirbt bei Untersuchung mit Gamma Kamera in Paracelsus-Klinik

Erste Einschätzung: Kein Verschulden der Mitarbeiter

Das Gerät wird, ähnlich einem MRT, in der Abteilung Nuklearmedizin der Paracelsus-Klinik zur Untersuchung von Weichteilen und zur Beobachtung von pathologischen Veränderungen eingesetzt, erklärte Hoffmann. „Nach meinem Wissen hat es einen Unfall mit einer Gamma-Kamera in dieser Form noch nicht gegeben“, sagte die Sprecherin weiter. Die Staatsanwaltschaft hat derweil ein Verfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingeleitet. Ein Sachverständiger habe bereits am Donnerstag eine erste mündliche Einschätzung gegeben, sagte Bagung. Demnach sei ein technischer Defekt am Gerät wahrscheinlich ausschlaggebend für das tragische Unglück gewesen. Die Mitarbeiter der Klinik hätten nach dieser ersten Einschätzung keine Fehler gemacht. Ein endgültiges Gutachten wird in der nächsten Woche erwartet, sagte Hoffmann.

Offizielle Wartung wenige Tage zuvor

Tragisch: Etwa sieben Werktage zuvor war die Maschine nach einer offiziellen Wartung als einwandfrei eingestuft worden, sagte Hoffmann. Eben diese Wartung sei auch ein erstes Indiz, dass kein Verschulden der Mitarbeiter vorläge. „Wir bedauern den Vorfall aufrichtig und zutiefst“, erklärte die Klinik-Sprecherin gegenüber unserer Redaktion am Donnerstagabend. Mit der Familie der Verstorbenen stehe man in engem Kontakt.


Blaulichtradar: Was ist in Ihrer Region passiert?
Was soll angezeigt werden?
current-position

0 Kommentare