26.01.2016, 16:16 Uhr

Auf einmal stand er da Real-Markt Osnabrück warnt vor dubiosen Altkleidercontainern


vpo Osnabrück. Egal ob Heilpädagogische Hilfe, Malteser, Rotes Kreuz oder Kolping – es gibt zahlreiche karitative Einrichtungen, die Altkleider sammeln. Immer wieder tauchen in Osnabrück aber auch illegal aufgestellte Sammelcontainer auf. Gerade erst am Real-Markt an der Carl-Fischer-Straße. Die Marktleitung warnt ihre Kunden vor den dubiosen Spendensammlern.

„Das muss eine Nacht- und Nebelaktion gewesen sein“, meint die stellvertretende Marktleiterin Angelika Rosteck. Als sie den Markt am Samstagabend nach Geschäftsschluss verlassen habe, sei ihr noch kein Container aufgefallen. „Irgendwann zwischen Samstagnacht und Montagmorgen müssen die da gewesen sein und das Ding hier aufgestellt haben.“ Und das ohne Absprache mit der Marktleitung, wie Rosteck versichert.

„Wir wollen solche dubiosen Anbieter hier nicht haben, weil die nicht für sozial-karitative Zwecke sammeln.“

Bis zu 400 Euro werden für die Tonne Altkleider bezahlt. Doch während anerkannte karitative Kleidersammler wie das Deutsche Rote Kreuz oder die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück das Geld für ihre soziale Arbeit verwenden, wirtschaften gewerbliche Sammler in die eigene Tasche.

Ordnungsamt zuständig

Mittlerweile kooperieren die Abfallwirtschaftsbetriebe in Stadt und Landkreis Osnabrück mit den karitativen Einrichtungen auf dem Altkleidermarkt und machen so den gewerblichen Sammlern das Leben schwer. Die Abfallbetriebe sind gegebenenfalls auch für die „Inobhutnahme“ der illegal aufgestellten Container verantwortlich.

Werden Container illegal an öffentlichen Straßen und Plätzen aufgestellt, das heißt nicht bei den Abfallbetrieben angemeldet, tritt zunächst das Ordnungsamt auf den Plan. „Wenn keine Sondernutzungserlaubnis vorliegt, versuchen wir zunächst, den Aufsteller zu ermitteln“, erklärt Britta Cambrie vom Ordnungsamt der Stadt Osnabrück. Oft sei dies jedoch müßig, weil angegebene Telefonnummern oder Adressen ins Leere führen. „Dann hinterlassen wir am Container selbst einen Hinweis, dass er zu entfernen ist.“, so Cambrie. In der Regel würden die Container dann auch so schnell entfernt, wie sie aufgestellt wurden. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, verfrachtet der Osnabrücker Servicebetrieb die illegalen Sammelbehälter zum Abfallwirtschaftszentrum auf dem Piesberg. Hier können sie für 200 Euro vom Besitzer ausgelöst werden.

Stadt sieht sich hier nicht in der Pflicht

Da der Container am Real-Markt jedoch auf privatem Grund steht, sieht sich die Stadt nicht in der Pflicht, für Ordnung zu sorgen. Die Marktleitung vermasselt den gewerblichen Altkleidersammlern daher auf eigene Weise die Tour. Mit Absperrband hat das Team den illegal aufgestellten Container eingeschnürt und eine Warnung für die Kunden hinterlassen: „... wir bitten Sie Ihre gut gemeinten Kleiderspenden NICHT in diesen Container zu werfen da diese Container keiner caritativen Einrichtung gehören, sondern von dubiosen Firmen, ohne unsere Genehmigung aufgestellt wurden, um sich an Ihren Spenden zu bereichern“.

Man darf gespannt sein, ob die Sammelbehälter so schnell wieder abtransportiert werden, wie sie aufgestellt wurden – in einer Nacht- und Nebelaktion.


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