22.01.2016, 06:22 Uhr

Melle liegt bei Konzept vorne Neue Radwege im Landkreis Osnabrück


Osnabrück. In Melle werden voraussichtlich drei weitere Radwege vom Land gebaut. Sie werden neben einem Radweg in Bad Essen und einem in Dissen als neu priorisierte Maßnahmen nach Hannover gemeldet. Das berichtete Kreisrat Winfried Wilkens in der Sitzung des Kreis-Bauausschusses bei der Vorstellung des Radwegekonzeptes an Landesstraßen.

Mindestens 35 gemeldete Bedarfe für Radwege auf Landesstraßen im Landkreis werden in den nächsten zehn Jahren wohl nicht aus Landesmitteln finanziert. Einen Sonderfall stellt der Radweg von Wallenhorst nach Halen dar.

„Für ein Jahrzehnt weg von der Diskussion“

Alle Radwege auf Landesstraßen, die nicht zu den priorisierten Maßnahmen des Landes gehören, „sind für ein Jahrzehnt weg von der Diskussion“, führte Wilkens aus. Das niedersächsische Verkehrsministerium hatte die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) beauftragt, das Radwegneubaukonzept für Landesstraßen fortzuschreiben. Der Geschäftsbereich Osnabrück der Landesbehörde beteiligte dabei die Gemeinden, Mandatsträger, Verkehrsbehörden, die Polizei und die örtlichen Interessenverbände für eine Festlegung der Priorisierung der Maßnahmen im Landkreis. Die Bewertung erfolgte anhand der gewichteten Kriterien Kosten (10 Prozent), Verkehr (30 Prozent), Sicherheit (30 Prozent) und Bedarf (30 Prozent, davon Schulen 25 Prozent und Tourismus 5 Prozent).

Von 41 gemeldeten Radwegemaßnahmen nur fünf als vordringlicher Bedarf nach Hannover gemeldet

Von 41 gemeldeten Radwegemaßnahmen werden nur fünf als vordringlicher Bedarf nach Hannover gemeldet. Die fünf gemeldeten Maßnahmen in Melle, Bissendorf und Bramsche aus dem Radwegekonzept von 2012 gelten ohnehin bereits als gesetzt. Die Landesregierung begründet die geforderte Priorisierung der Radwegeprojekte damit, dass die Wünsche die finanziellen Ressourcen „bei Weitem übersteigen“.

Melle meldete Bedarf für elf Radwege

Die Bedarfe sind im Landkreis offenbar sehr unterschiedlich. Das zeigt sich schon an den Meldungen der Städte und Gemeinden im Landkreis für Radwege auf Landesstraßen. So wurden in Melle elf, in Ostercappeln acht, in der Samtgemeinde Fürstenau sechs und in Bad Essen fünf Abschnitte gemeldet, während aus der Samtgemeinde Artland, Glandorf und Hasbergen gar kein Bedarf für neue Radwege an Landesstraßen gemeldet wurde. Hasbergens Bürgermeister erklärte: „In Hasbergen ist die L 89 gerade erst mit einem hervorragenden Radweg gen NRW fertiggestellt worden. Daher mussten wir keinen Bedarf anmelden.“ Im Radwegekonzept wurden allerdings lediglich Neubauprojekte außerhalb von Ortsdurchfahrten berücksichtigt.

Sonderfall Wallenhorst-Hollage bis Halen

Der Radweg von Wallenhorst-Hollage bis Halen stellt laut Wilkens allerdings einen Sonderfall dar, weil er aufgrund der Gesamtkosten von 1,35 Millionen Euro eigentlich nur auf Platz 12 der Prioritätenliste landen würde. Wenn man die prognostizierten Baukosten von 900000 Euro für Brücken allerdings wegließe und der Radweg doch über die Fahrbahn geführt werden könne, dann würde er zu den empfohlenen Strecken zur Priorisierung gehören. Daher beschloss der Kreis-Bauausschuss, das Land um Prüfung dieser Maßnahme zu bitten.

Wallenhorster engagieren sich seit 20 Jahren für diesen Radweg

Der ehemalige Vorsitzende des Wallenhorster Bauausschusses, Josef Pott, versucht seit 20 Jahren diesen Radweg zu realisieren. „Auf der Kanalbrücke ist ein Radweg auf dem Hochbord denkbar, auf der Hase- und Flutbrücke ist ein Radweg aber nicht möglich, weil die Fahrbahn zu eng ist“, sagt Pott und schlägt vor, nur seitlich an der Flut- und Hasebrücke einen Radweg anzubauen.

„Wir freuen uns über die berechtigte Aufnahme von drei in der Stadt Melle liegenden Radwegen“

Melles Bürgermeister Reinhard Scholz kommentiert die geplanten weiteren Radwege für Melle: „Wir freuen uns über die berechtigte Aufnahme von drei in der Stadt Melle liegenden Radwegen in die Prioritätenliste und hoffen natürlich, dass auch Minister Olaf Lies diese Liste – so wie vorgeschlagen – akzeptiert.“

Wie keine andere Kommune im Osnabrücker Land von Landesstraßen durchzogen

Melle sei wie keine andere Kommune im Osnabrücker Land von Landesstraßen durchzogen, „und an etlichen dieser wichtigen und oftmals stark befahrenen Verbindungen sind leider immer noch keine Radwege vorhanden“, betonte Scholz. Um die Verkehrssicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer weiter zu erhöhen, sei der Bau weiterer Radwege zwingend erforderlich. Nicht ohne Grund habe Melle insgesamt elf solcher Maßnahmen an die Straßenbauverwaltung gemeldet. An dieser Zahl werde deutlich, „wie groß in Melle noch der Nachholbedarf beim Radwegebau an Landesstraßen ist“.


Zu den neu priorisierten Maßnahmen gehören folgende Radwege: 1. L90 von Bissendorf-Wissingen bis Melle-Westerhausen, 2. L701 in Melle (südliches Neuenkirchen bis K214), 3. L84 in Bad Essen (Gemarkung Essener Berg), 4. L95 in Melle (Küingdorf (L93) bis Neuenkirchen), 5. L94 in Dissen (Dissen bis Schützenhaus).

Aus dem Radwegekonzept 2012 sind folgende fünf Projekte gesetzt: 1.L701 in Melle (nördliches Neuenkirchen bis Gerden); 2. L87 in Bissendorf (Gemeindegrenze Belm bis Bissendorf-Wulften), 3. L93 in Melle (südliches Melle bis Landesgrenze), 4. L85 in Bissendorf (Schledehausen bis Gemeindegrenze Ostercappeln); 5. L87 in Bramsche (Evinghausen bis Engter).

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