08.01.2016, 18:44 Uhr

Neujahrsempfang im Kreiszentrum Landrat: Bildung zentrales Thema im Landkreis Osnabrück

Top-Platzierung für das Osnabrücker Land: Beim Neujahrsempfang verwies Landrat Michael Lübbesmann (vorne, zweiter von rechts) auch auf den Natur- und Geopark TERRA.vita. Dieser ist einer von nur sechs deutschen Naturparks, der die begehrte Auszeichnung „UNESCO Global Geopark“ erhalten hat. Foto: Uwe Lewandowski/Landkreis OsnabrückTop-Platzierung für das Osnabrücker Land: Beim Neujahrsempfang verwies Landrat Michael Lübbesmann (vorne, zweiter von rechts) auch auf den Natur- und Geopark TERRA.vita. Dieser ist einer von nur sechs deutschen Naturparks, der die begehrte Auszeichnung „UNESCO Global Geopark“ erhalten hat. Foto: Uwe Lewandowski/Landkreis Osnabrück

Osnabrück. Bildung ist und bleibt für Landrat Michael Lübbersmann das bedeutendste Thema im Landkreis Osnabrück. Das betonte er beim Neujahrsempfang am Freitagabend im Kreishaus.

„Bildung ist nach meiner festen Überzeugung der Schlüssel für den Erfolg einer demokratischen Gesellschaft“, rief Lübbersmann den knapp 300 Gästen im Sitzungssaal des Kreistages zu. Neben einer Abordnung aus dem polnischen Partnerkreis Olsztyn/Alleinstein waren wieder zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltungen und den Kirchen gekommen .

Soziale Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Erfolg seien nur umsetzbar, wenn möglichst alle Menschen die Chance haben, das Beste aus sich herauszuholen, sagte der Landrat, Aufgabe in Politik und Verwaltung sei es, möglichst allen Menschen diese Chance zu eröffnen. Dazu tragen nach Lübbersmann Worten die Sozialpädagogen an mittlerweile 23 Grundschulen genauso bei wie die 30 Kitas, die zu Familienzentren ausgebaut worden sind.

Osnabrücker Modell als Blaupause

Erstmals seit Jahrzehnten hat es keine Steigerung mehr bei den kostenintensiven stationären Hilfen in der Jugendarbeit im Landkreis Osnabrück gegeben. „Ein großartiger Erfolg“, freute sich der Landrat: „Das auch in den kommenden Jahren fortzuschreiben, ist unser Ziel.“ Angesichts der derzeitigen Zuwanderung sei dies eine enorme Herausforderung. Umso wichtiger sei es, den eingeschlagenen Weg in der Bildungspolitik konsequent fortzusetzen.

Die Zusammenführung von Arbeitsvermittlung und Wirtschaftsförderung als zwei Seiten derselben Medaille zählte Lübbersmann ebenfalls als einen bedeutenden Erfolg der in diesem Jahr auslaufenden Kommunalwahlperiode auf. Der Geschäftsbereich Wirtschaft und Arbeit beim Landkreis Osnabrück arbeite mittlerweile sehr erfolgreich. „Dieser Erfolg ist auch anderen Akteuren wie etwa dem Deutschen Landkreistag nicht verborgen geblieben und viele andere Kommunen nutzen das Osnabrücker Modell als Blaupause. „Das macht uns durchaus ein bisschen stolz“, so der Landrat.

Saft auf die Lok geben

Dass wirtschaftlicher Erfolg und Engagement im Bereich Klimaschutz sich nicht ausschließen, zeigt der Landkreis Osnabrück ebenfalls in „hervorragender Weise“.

2014 ist der Kreis in Brüssel mit dem europäischen Klimapreis (Platz 1 der Kommunen mit mehr als 100000 Einwohnern) ausgezeichnet worden. Engagement helfe aber nicht nur dem Klima, sondern eröffne enormes wirtschaftliches Potenzial. Lübbersmann: „Gerade deshalb wollen wir bei diesem Thema in einem der vorderen Waggons des Zuges sitzen oder gar die Lokomotive steuern. Das heißt aber, wir müssen Dampf machen oder besser Saft auf die Lok geben.“

Dass gutes Wirtschaften auch bei einem Landkreis das Fundament jeden Erfolges ist, erwähnte der Landrat durchaus mit Stolz: Sämtliche Kreishaushalte zwischen 2012 und 2014 waren ausgeglichen bewziehungsweise wiesen Überschüsse aus. Und so wird auch das Haushaltsjahr 2015 mit einem Überschuss abschließen. In den vergangenen Jahren konnten finanzielle Altlasten komplett abgebaut und zudem sogar eine Rücklage zur Risikovorsorge von mehr als elf Millionen Euro aufgebaut werden. „Und das, obwohl oder auch gerade weil wir in so wichtige Zukunftsprojekte wie Bildung, Klima oder auch Wirtschaft kräftig investiert haben“, sagte der Gastgeber des Neujahrsempfangs.

Eine noch größere Herausforderung

Das Thema Flüchtlinge wird auch den Landkreis Osnabrück weit über das Jahr 2015 hinaus beschäftigen. Eine noch größere Herausforderung als die Aufnahme wird nach Lübbersmann Worten ihre Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt sein. Und natürlich werde es dabei auch Schwierigkeiten geben. Der Landrat ist sich aber sicher: „Wir müssen Menschen helfen, die vor Krieg, Tod und Verfolgung fliehen. Wir müssen Eltern helfen, die ihre Kinder vor diesen Gefahren in Sicherheit bringen wollen. Das ist in meinen Augen eine Frage der Menschlichkeit und für mich ganz persönlich auch mein christlicher Anspruch.“

Eine Auszeichnung, die zugleich eine Herausforderung für die Stadt und den Landkreis Osnabrück sei, stellte Lübbersmann ans Ende seiner Neujahrsrede: die gemeinsame und erfolgreiche Bewerbung als Gesundheitsregion. „Unsere Region ist mit Blick auf die vier Heilbäder im Landkreis sowie den Kliniken in Landkreis und Stadt und einer Vielzahl weiterer Gesundheitseinrichtungen bis hin zur Forschung an Hochschule und Universität durchaus leistungsstark“, sagte er.

Gleichwohl habe der Ärztemangel langsam auch die Region Osnabrück erreicht. Gemeinsam mit anderen Akteuren wie den Kirchen und den Sozialverbänden wolle die Gesundheitsregion die Rahmenbedingungen dafür schaffen, damit die Menschen auch im Alter möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben und auf jeden Fall wohnortnah medizinisch aber auch pflegetechnisch versorgt werden können. Denn zum Glück, so der Landrat, „werden die Menschen ja immer älter“.


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