03.01.2016, 20:24 Uhr

Erfolgreiche Hypnose-Methode Osnabrückerin bewältigt Konflikte in tiefer Trance

Erfolgreiche Hypnotiseurin zu Gast in Osnabrück: Ihre Methode ermöglicht es, mit dem Klienten über das Über-Bewusstsein, nach Sigmund Freud eine höhere geistige Instanz, trotz einer tiefen Trance zu kommunizieren und Störungen zu analysieren (im Bild von links: Stin-Niels Musche, Ines Simpson und Stefanie Schenk). Foto: Jörn MartensErfolgreiche Hypnotiseurin zu Gast in Osnabrück: Ihre Methode ermöglicht es, mit dem Klienten über das Über-Bewusstsein, nach Sigmund Freud eine höhere geistige Instanz, trotz einer tiefen Trance zu kommunizieren und Störungen zu analysieren (im Bild von links: Stin-Niels Musche, Ines Simpson und Stefanie Schenk). Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die kanadische Hypnotiseurin Ines Maria Simpson ist in Fachkreisen hoch angesehen. Um die von ihr entwickelte Methode „Simpson Protocol“ interessierten Kollegen nahezubringen, befindet sie sich auf Europareise. Dabei machte sie auch Station in Osnabrück.

Gemeinsam mit Hypnosetherapeut Stin-Niels Musche aus Potsdam folgte sie der Einladung von Stefanie Schenk, Heilpraktikerin für Psychotherapie in Osnabrück. Sie arbeitet als eine von etwa 100 Hypnosetherapeuten in Deutschland mit dem Simpson Protocol und betreibt aktiv die Verbreitung der Methode.

Ihrer Ansicht nach stellt diese Form der ursachenorientierten Hypnose einen großen Fortschritt dar gegenüber der traditionellen „Kuschelvariante“ nach dem Amerikaner Erickson. „Dabei plappert häufig das Bewusstsein dazwischen. In der Regel sind zahlreiche Sitzungen nötig, um minimale Erfolge zu erzielen.“ Im Gegensatz dazu nutze das Simpson Protocol die Möglichkeiten, die das „hypnotische Koma“ biete. Dabei handelt es sich um einen wesentlich tieferen Trancezustand, bei dem das Bewusstsein ausgeschaltet ist. So können zum Beispiel Missbrauchsopfer sich mit ihren negativen Erfahrungen auseinandersetzen, die darüber mit dem Therapeuten nicht sprechen können oder wollen. Denn im Gegensatz zur traditionellen Hypnose sind keine langen Vorgespräche nötig.

„Der Klient löst das Problem selbst“

„Der Geist des Klienten weiß alles, man selbst weiß nichts, und der Klient löst das Problem ganz allein“, fasst Ines Simpson ihre Methode für den Laien zusammen. So arbeiten die Klienten an der Bewältigung ihrer Erfahrungen, ohne sich dem Hypnotiseur darüber explizit mitzuteilen. Stefanie Schenk ist auf die Behandlung von Angst- und Sexualstörungen spezialisiert: „Man leitet den Klienten an, das Problem zu regulieren, ohne dass man wissen muss, worum es sich konkret handelt.“

Stin-Niels Musche ist neben der Erfinderin selbst der weltweit einzige Ausbilder für das Simpson Protocol und begleitet sie auf ihrer Reise. „Bei Ines ́Methode ist es möglich, mit dem Klienten über das Über-Bewusstsein, nach Sigmund Freud eine höhere geistige Instanz, trotz der tiefen Trance zu kommunizieren.“ Das erfolge über ideomotorische Fingerbewegungen. Ines Simpson dazu: „Der Klient nimmt es zwar wahr, wenn man ihn in diesem Zustand anspricht, aber er will meist nicht antworten. Er hört es, aber es interessiert ihn nicht.“ Der „kritische Faktor“, die Stimme des Bewusstseins, die sich sonst störend einmische bei der Beschäftigung mit unbewältigten Konflikten, werde bei der Kommunikation mit dem Über-Bewusstsein umgangen.

Operationen ohne chemische Betäubung

Der Zustand der tiefen Trance heißt auch „Esdaile-State“ nach dem schottischen Arzt James Esdaile. Er nutzte das Phänomen Mitte des 19. Jahrhunderts in Indien, um Patienten schmerzfrei operieren zu können, weil er dort zu chemischen Betäubungsmitteln keinen Zugang hatte. Neben der Tatsache des Gelingens beobachtete er, dass auch der anschließende Heilungsprozess schneller und unkomplizierter zu verlaufen schien als bei Anwendung herkömmlicher Schmerzmittel. Das Simpson Protocol basiert auf Esdailes Erkenntnissen. Die Methode kommt dementsprechend heute unter anderem auch zur Anwendung bei Operationen und bei der Geburtshilfe, aber auch Stress- und Burnout-Patienten können laut der praktizierenden Therapeuten von dieser Art der Hypnose profitieren.


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