01.12.2015, 18:58 Uhr

Trasse 16 wird Pilotstrecke Durchbruch für Erdkabel im Osnabrücker Südkreis

Bald auch im Osnabrücker Land: In Raesfeld (Nordrhein-Westfalen) wurde das Höchstspannungskabel auf 3,4 Kilometer Länge unterirdisch verlegt. Foto: Roland Weihrauch/dpaBald auch im Osnabrücker Land: In Raesfeld (Nordrhein-Westfalen) wurde das Höchstspannungskabel auf 3,4 Kilometer Länge unterirdisch verlegt. Foto: Roland Weihrauch/dpa

pm/hin Osnabrück. Das Stromkabel auf der Trasse 16 von Wehrendorf über Osnabrück nach Gütersloh kann doch zum Teil unterirdisch verlegt werden. Das teilte der SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Spiering am Donnerstagabend mit. Der Druck von Bürgerinitiativen und Politik aus der Region hat offenbar gewirkt.

Die Hochspannungsleitung Wehrendorf - Lüstringen - Gütersloh wird nach Spierings Angaben als Pilotprojekt in das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) aufgenommen. Darauf hätten sich in der Nacht zu Dienstag die Koalitionsparteien verständigt. „Der für die Energiewende notwendige Netzausbau kann nun endlich aktiv und praktisch angegangen werden. Gerade für die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern ist es von großer Bedeutung, dass wir im abschließenden Gesetzentwurf den Vorrang der Erdverkabelung im Gleichstromleitungsbau durchgesetzt haben“, heißt es in einer Mitteilung des Bundestagsabgeordneten aus Bad Rothenfelde.

Als Pilotstrecke im Gesetz verankert

Gegen den Widerstand der CDU/CSU sei es der SPD gelungen die von den Bundesländern eingebrachten Pilotprojekte zu sichern, so Spiering weiter. So werde die gesamte Trassenleitung 16 in den Katalog der EnLAG-Pilotvorhaben aufgenommen. Spiering: „Mit dieser Festsetzung im Gesetz besteht jetzt die Chance, die Teilerdverkabelung unter unterschiedlichen regionalen Bedingungen zu testen und Innovationen voranzubringen. Ich bleibe dabei: Nur wenn man ober- und unterirdische Leitungen ergebnisoffen prüft, bleibt kein Raum für Mutmaßungen.“ Unter bestimmten Voraussetzungen werde auch eine Teil-Erdverkabelung für die Trassen Conneforde - Cloppenburg/Ost - Merzen möglich sein.

Erfolg von Bürgerinitiativen und Politikern

Der ursprüngliche Gesetzentwurf des Wirtschaftsministeriums sah nur ein Teilerdverkabelung in der Nähe der Umspannanlage Lüstringen vor . Der Bundestag wird am Donnerstag über den Gesetzesentwurf beraten und entscheiden. Drei Vorhaben – der Energieleitungsausbau, die Kraft-Wärme-Kopplung und die Abschaltverordnung – sollen zum 1. Januar 2016 in Kraft treten. Die Abschaltverordnung ( „Verordnung zu abschaltbaren Lasten“ oder „AbLastV“) gibt Netzbetreibern eine Handhabe, energieintensive Unternehmen in Notsituationen vorübergehend vom Netz zu nehmen. Die Unternehmen erhalten allein für die Bereitschaft, ihren Energieverbrauch im Notfall zu drosseln, eine Entschädigung. Anschließend kann können Überlegungen zur praktischen Umsetzung vor Ort beginnen.

Spiering wertet die Entscheidung als Erfolg der Lobbyarbeit vor Ort. In Wellingholzhausen, Borgloh und Voxtrup engagieren sich seit Jahren Bürgerinitiativen für den Einsatz von Erdkabel. Kreisverwaltung, Landes- und Bundespolitiker aus der Region haben sich für die Erdverkabelung als Option eingesetzt. Die Trasse 16 berührt zahlreiche Wohngebiete und gilt als eine der konfliktreichsten Leitungen, die im Zuge der Energiewende auf 380 kV ausgebaut werden sollen.


0 Kommentare