29.11.2015, 16:01 Uhr

Futurismus einmal anders Im Mai wird Osnabrück zum Mittelpunkt des Steampunks


Osnabrück.  Wenn ein idealisierter Stil des viktorianischen Englands auf Futurismus trifft, dann nennt man das Steampunk. Am 7. und 8. Mai 2016 findet am Piesberger Museum Industriekultur ein großes Steampunkfestival statt – laut Veranstalter sogar das größte in Deutschland.

Taschenuhr, Zylinder, Anzüge, Reifröcke, gerne auch mal eine zwecklose Mechanik am Arm, und vor allem die Schweißerbrille – wer schon mal derart ausstaffierte Menschen gesehen hat, dürfte auf Steampunker getroffen sein. 

Etwa seit der Jahrtausendwende gibt es die Steampunk-Bewegung, in Deutschland ist sie allerdings erst seit einigen Jahren vertreten. Osnabrück dürfte nun dazu beitragen, dass die Bewegung an Popularität gewinnt.

Am 7. und 8. Mai 2016 wird am Piesberger Museum für Industriekultur ein Steampunk-Festival stattfinden. „Insgesamt erwarten wir 300 Künstler und Mitglieder von Steampunk-Gruppen“, sagt Marc Mense, der die Veranstaltung mit dem Namen „Osnabrücker Steampunkspaß“ organisiert. 

Mense selbst wird in seiner Rolle als Professor Abraxo auftreten und Zaubertricks mit Schlangen vorführen. Schon jetzt engagiert sind unter anderem ein Skulpturenkünstler, ein historischer Barbier oder das holländische Abacus Theater. 

Vertreten sein wird auch der „Dampfzirkus Papenburg“, ein erweiterter Freundeskreis, der vor ein paar Jahren die Faszination Steampunk für sich entdeckt hat. 

Beim Pressegespräch im Museum Industriekultur waren die Mitglieder der Gruppe bereits vor Ort – und führten ihre spektakulären Kostüme vor. Laut übereinstimmender Aussage der Mitglieder sei für die Steampunk-Ausstattung ein eigener Kleiderschrank schon völlig ungeeignet – jeder habe mittlerweile ein eigenes Steampunk-Zimmer. 

„Für die meisten ist Steampunk keine Freizeit, wir leben das tagtäglich und gehen eben nebenbei noch verkleidet ins Büro“, sagt Marc Mense – und niemand widerspricht.

Für den Organisator des Festivals, der aus dem ostwestfälischen Harsewinkel kommt, ist das Museum Industriekultur am Piesberg der perfekte Austragungsort. „Ich habe nach einer Location gesucht, und etwas Besseres als hier gibt es nicht!“ 

Auch Museumsdirektor Rolf Spilker zeigte sich begeistert von der Idee und sagte sofort zu. „Steampunk beruft sich ja auf die Zeit der Industrialisierung, und mit der begann ja eine ganz neue Effektivität und ein noch stärkeres kapitalistisches Denken.“

Die Steampunker hingegen würden mit ihrer Verspieltheit diese Entwicklung aufs Angenehmste konterkarieren. „Sie verschwenden sich ans Leben!“


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