18.09.2015, 12:37 Uhr

Rechtsstreit um Proberaumzentrum Zion GmbH muss gepfändete Summe zurückzahlen

Erst gezittert, dann triumphiert: Carsten Gronwald hat sich von der Zion GmbH nicht in die Knie zwingen lassen. Foto: Michael GründelErst gezittert, dann triumphiert: Carsten Gronwald hat sich von der Zion GmbH nicht in die Knie zwingen lassen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Carsten Gronwald, der Betreiber des Proberaumzentrums auf dem ehemaligen Güterbahnhof, muss nicht die Nebenkosten bezahlen, die ihm die Zion GmbH für die Jahre 2011 und 2012 in Rechnung gestellt hat. Anfang des Jahres hatte er noch fürchten müssen, dass ihn der Prozess vor dem Landgericht in die Knie zwingen würde. Jetzt kann er triumphieren.

Vor einem Jahr hatte die Zion GmbH schon das Mietverhältnis mit dem Kulturverein beendet, der auf dem Güterbahnhof seinen „Freiraum Petersburg“ betrieb. Auch gegen Gronwald strengte die Gesellschaft mit dem biblischen Namen ein Kündigungsverfahren an, konnte sich damit vor dem Landgericht aber nicht durchsetzen. Es folgte eine Klage wegen angeblich nicht geleisteter Nebenkosten. Als die vor das Landgericht ging, sahen manche in der Osnabrücker Kulturszene schon das letzte Stündchen für Gronwalds Proberaumzentrum schlagen, dem letzten Stachel im Fleisch der Zion GmbH.

Die Zähne zusammengebissen

Der Rechtsstreit drehte sich um knapp 19000 Euro Nebenkosten für die Jahre 2011 und 2012 . In dieser Summe waren 1500 Euro für die Nutzung von Parkplätzen enthalten. Damals hatte der Güterbahnhof noch der Schreyer & Schilling GmbH gehört, der Rechtsvorgängerin der Zion GmbH. Nebenabgaben für Grundsteuer, Verwaltung, Hausmeistertätigkeiten und Winterdienste wurden da geltend gemacht – doch diese Forderungen entbehrten jeglicher Grundlage, hielt Gronwalds Anwalt Hans Siepelmeyer dagegen. Nur die 1500 Euro Parkplatzmiete gehe in Ordnung.

Bei der Verhandlung im Januar hatte die Richterin auf einen Vergleich gedrängt, nach dem der Kulturmanager rund 8400 Euro, also die Hälfte der Forderung, an die Klägerin leisten sollte. Dazu kamen noch Prozesskosten von mehr als 5000 Euro. Für den Vermieter des Proberaumzentrums wurde es eng, zumal die Zion GmbH nach einem Formfehler auch noch sein Betriebskonto pfändete. Gronwald biss die Zähne zusammen und kämpfte sich von einem Gerichtstermin zur nächsten.

Geld zurückgefordert

Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Das Landgericht hat der Zion GmbH zwar recht gegeben, dass die 1500 Euro für die Parkplätze zu zahlen sind. Mit ihrer Hauptforderung nach Erstattung von Nebenkosten im Wert von mehr als 17000 Euro blitzte die Eigentümergesellschaft jedoch ab. Mit dem Urteil ist auch die Pfändung von Gronwalds Konto unwirksam geworden.

Anwalt Siepelmeyer fordert jetzt die Rückerstattung der 16000 Euro, die der Zion GmbH nach seinen Berechnungen schon zugeflossen sind. Das ganze Verfahren, sagt er, habe nur einem Zweck gedient – seinen Mandanten mürbe zu machen und vorzeitig aus seinem Vertrag zu drängen. Gronwald kann seinen Mietvertrag noch bis Mitte 2018 wahrnehmen.


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