15.09.2015, 19:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Stadtbaurat im os1.tv-Interview Osnabrück: Zion-Sitz soll Kreisverkehr weichen

Dieses Gebäude am alten Güterbahnhof könnte abgerissen werden – wenn es nach den Plänen des Stadtbaurates geht. Foto: David EbenerDieses Gebäude am alten Güterbahnhof könnte abgerissen werden – wenn es nach den Plänen des Stadtbaurates geht. Foto: David Ebener

Osnabrück. Im Interview mit os1.tv ließ Osnabrücks Stadtbaurat Frank Otte durchblicken, dass der Sitz der Zion GmbH vermutlich einem Kreisverkehr weichen muss. Die hatte das Gebäude nach os1.tv-Informationen aufwändig saniert – und hat bei einem Abriss des Gebäudes womöglich keinen Anspruch darauf, dass die dafür entstandenen Kosten ausgeglichen werden.

Auf den Plänen, die Osnabrücks Stadtbaurat Frank Otte zum os1.tv-Interview mitbringt, ist das ehemalige Stellwerk am Güterbahnhof mit einem großen Kreis umrandet. Das Gebäude beherbergte bis vor kurzem die Cocktail-Lounge „Sunrise“ . Deren Schriftzug ist seit Kurzem wieder abmontiert. Laut einem Beitrag des os1.tv-Redakteurs Marcel Trocoli Castro wurde dem Betreiber der Lounge fristlos gekündigt.

Nach wie vor ist das Gebäude an der Hamburger Straße 22 allerdings Sitz der Zion GmbH, der Eigentümerin des Großteils der Fläche. Deren Geschäftsführer Ralf Gervelmeyer hat dort Büroräume. Außerdem sitzt dort die Anwaltskanzlei „Rechts Partner“, von der sich Gervelmeyer vertreten lässt und zwischenzeitlich auch ein Parteibüro der Bibeltreuen Christen.

Beim Kreis um das weiße Gebäude vorne auf dem Areal des Güterbahnhofs auf den Plänen des Baudezernenten handelt es sich nun nicht um eine Hervorhebung, sondern um handfeste Planungen für einen Kreisverkehr, der Hamburger Straße und Frankenstraße miteinander verbinden soll.

Für die Verkehrsführung am Güterbahnhof gibt es bereits mehrere Entwürfe – auch eine Kreuzung und ein größerer Kreisverkehr, eine sogenannte Sattellösung mit mehreren Einmündungen waren im Gespräch. Über den Kreisverkehr rund um das Stellwerk sagt Otte nun im Interview mit os1.tv: „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass das die für die Weiterbearbeitung beste Lösung ist, weil dieser Kreisverkehr den meisten Verkehr verarbeiten kann, den kleinsten Flächenverbrauch hat, für alle Nutzer eine tragbare Lösung darstellt.“ Für das Stellwerk, das Gervelmeyer nach os1.tv-Informationen aufwändig renoviert hat, bedeutet das schlicht den Abriss. Zwar muss der Plan im weiteren Verlauf erneut im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt werden und alle Beteiligten können sich dazu äußern. Otte wies allerdings darauf hin, dass man sich derzeit „für die Weiterbearbeitung für eine Variante entschieden“ habe – eben dafür, einen Kreisverkehr an den Platz des ehemaligen Stellwerks zu bauen. Im letzten Quartal, so Otte, wolle man den Plan zur Auslegung bringen. Dann könnten sich auch alle Beteiligten äußern.

Sollte der Entwurf so umgesetzt werden, würde das einen Wertverlust für die Zion GmbH bedeuten. Auf dem Gelände liegt nämlich eine zeitlich befristete Veränderungssperre bis zur Klärung der Nutzung des Areals. Das bedeutet, dass der Eigentümer, also die Zion GmbH zum Beispiel keine wertsteigernden Veränderungen vornehmen darf. Sollte der Kreisverkehr kommen, könnte es darauf hinauslaufen, dass die Stadt lediglich den Zeitwert des Gebäudes ersetzen muss und keine wertsteigernden Umbauten. „Das war letztendlich das Risiko der Eigentümer das zu tun“, kommentiert Otte.

Pikant: Am Dienstag haben sich nach os1.tv-Informationen die Fraktionsspitzen von SPD und CDU, Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und die Zion GmbH getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Auf Anfrage von os1.tv teilte Gervelmeyers Anwalt Nikolai Zutz schriftlich mit, dass es eine Vereinbarung zwischen der Zion GmbH und der Stadt gebe, wonach die beiden Beteiligten derzeit keine Stellungnahmen abgeben würden. Stadt-Sprecher Sven Jürgensen bestätigte diese Absprache am Dienstagnachmittag. Zu diesem Zeitpunkt hatte Stadtbaurat Otte bereits im Interview über die Pläne am Güterbahnhof informiert.


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