10.09.2015, 16:05 Uhr zuletzt aktualisiert vor

An der Spitze der Charts „Aktion Arschloch“: Song „uneinholbar“ auf Platz 1

Gerhard Torges, Musiklehrer aus Georgsmarienhütte, ist der Initiator der „Aktion Arschloch“. Foto: Gerhard TorgesGerhard Torges, Musiklehrer aus Georgsmarienhütte, ist der Initiator der „Aktion Arschloch“. Foto: Gerhard Torges

ann/jze Osnabrück. Die „Aktion Arschloch“ des GMHütter Musiklehrers Gerhard Torges hat ihr Ziel erreicht: Der Song „Schrei nach Liebe“ der Band „Die Ärzte“ hat den ersten Platz der deutschen Charts erobert. Das teilte das Marktforschungsinstitut GfK Entertainment am heutigen Freitag mit.

Das 22 Jahre alte Lied „Schrei nach Liebe“ liege uneinholbar an der Spitze, so GfK Entertainment.

Damit bestätigte GfK Entertainment die Aussagen von Donnerstag (10. September): Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte der Pressesprecher des Unternehmens am Donnerstag, das im Auftrag des Bundesverbandes der deutschen Musikindustrie die Charts ermittelt den Erfolg der „Aktion Arschloch“: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Song „Schrei nach Liebe“ am Freitag auf Platz 1 der Deutschen Songcharts steht“, sagte Hans Schmucker. „Man weiß es natürlich nie, wir haben ja heute noch einen Verkaufstag. Aber die Tendenzen sprechen dafür.“ Damit hat es das Lied von „Die Ärzte“ in nur zwei Wochen von null auf Platz 1 der deutschen Charts geschafft.

Bei den Trendcharts vom vergangenen Wochenende war „Schrei nach Liebe“ bereits Erstplatzierter. Man habe dafür extra eine Sonderauswertung durchgeführt. „Auch in den Midweek-Charts, von Freitag bis Montag, lag der Song auf Platz 1“, sagt Schmucker.

„Aktion Arschloch“ aus GMHütte

Hinter dem Erfolg des bereits 22 Jahre alten Songs gegen Rassismus steht die „Aktion Arschloch“. Und hinter dieser Aktion steht der Musiklehrer Gerhard Torges aus Georgsmarienhütte und sein Freund und Unterstützer Roland Tapken. Sie forderten die Menschen dazu auf, die Single in allen möglichen Kanälen zu kaufen und sich das Lied im Radio zu wünschen. Der Grund dafür, den Song erneut zu puschen, sei die rechte Gewalt gegen Flüchtlinge, wie Gerhard Torges auf Nachfrage unserer Redaktion betont: „Das Lied von den Ärzten ist ein klares Statement gegen Fremdenhass und Neonazis. Mit der Aktion gelingt es uns, Aufmerksamkeit zu erregen und die eindeutige Botschaft des Textes sogar in den Unterhaltungsmedien zu platzieren.“

„Genau das, was wir wollten“

Gerhard Torges freut sich über den Erfolg der „Aktion Arschloch“: „Was soll man da sagen, das ist klasse. Und genau das, was wir wollten.“ Nicht nur durch den Kauf der Single erfährt die Aktion positive Rückmeldung: „Privatpersonen organisieren auf Facebook Flashmobs, es werden T-Shirts verkauft und der Erlös gespendet,“ zählt der Musiklehrer auf.

(Weiterlesen: Was heißt Attitüde? „Aktion Arschloch“ und die Folgen)

Und natürlich gibt es auch musikalische Rückmeldungen: In Hessen soll ein Orgelkonzert mit dem Stück stattfinden, erzählt Torges. Und: „Neben zahlreichen Coverversionen, die uns zugeschickt werden, erreichte uns eine Version von einem Rentnerchor.“ Das sei nicht die ursprüngliche Zielgruppe des Liedes und es freue ihn, dass die Aktion so viele Menschengruppen erreicht.

(Hier können Sie die Coverversion des Chors „Die Goldies“ sehen)

Aktion läuft weiter

Und wie geht es jetzt weiter? „Vielleicht können wir den Song ja zwei Jahre auf Platz 1 der Charts halten,“ sagt er scherzend. Man habe eine Menge Ideen, so der GMHütter, „wir lassen uns was einfallen.“ Schön fände der Musiklehrer zum Beispiel ein Treffen mit „Die Ärzte“ - aber er wolle sich da nicht aufdrängen.

„Interessant für uns wäre auch, wenn das Spendenvolumen der Verkäufe publiziert wird“, sagt Torges. Denn wer den Song über den offiziellen Ärzte-Store kauft, kann sicher sein, dass sein Geld zu 100 Prozent an „Pro Asyl“ gespendet wird.

„Enorme Leistung“

Nach Angaben des Pressesprechers der GfK Entertainment gab es eine solche Aktion wie „Aktion Arschloch“ noch nie in den deutschen Charts. „Der Song ist in nur anderthalb Tagen von Null auf Platz 12 gegangen. Das ist schon eine enorme Leistung“, sagt Hans Schmucker.


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