08.08.2015, 14:04 Uhr

Der kleine Laden um die Ecke Die Wollperle in der Osnabrücker Hakenstraße

Ellen Höwelmeyer inmitten ihrer bunten Garne und Wollen. Foto: Claudia IxEllen Höwelmeyer inmitten ihrer bunten Garne und Wollen. Foto: Claudia Ix

Osnabrück. Stricken und Häkeln ist „in“. Und das nicht erst, seit ein paar junge Männer vor fünf Jahren hippe Häkelmützen auf den Markt geworfen haben. Bereits seit 29 Jahren versorgt die Wollperle Osnabrücker Handarbeitsfans mit Wolle und mehr.

Vor zehn Jahren ist Inhaberin Ellen Höwelmeyer mit der Wollperle in die Hakenstraße 3 gezogen. Hier ist auf 200 Quadratmetern Platz für sie, ihre drei Angestellten, die Kunden – und für Wolle über Wolle, Knöpfe über Knöpfe, Filz, Zubehör und vieles mehr.

Verschiedene Angebots-Ecken

In dem historischen Gebäude führen die Treppen in den Keller, in das erste und das zweite Obergeschoss und damit auch in verschiedene Angebots-Ecken des Geschäfts. „Im Keller gibt es die Angebote, im Erdgeschoss den Standard, im ersten Obergeschoss das Exklusive“, erklärt Höwelmeyer das Konzept. Exklusiv sind zum Beispiel japanische Garne: „Unsere Stammkunden wissen, dass wir das führen. Dafür kommen sie dann auch von außerhalb nach Osnabrück“, sagt Höwelmeyer. Selbst in Süddeutschland weiß so mancher Handarbeitsfan: Die ganz besonderen Garne, die gibt es in Osnabrück.

Gemischte Kundschaft

Insgesamt ist das Publikum in der Hakenstraße 3 gemischt. Es gibt die Kunden, die gezielt suchen, zum Beispiel ausgefallene Garne oder besondere Knöpfe. Und es gibt solche, die einfach gerne stricken und sich auch intensiv beraten lassen. Probleme mit dem Muster, Fragen nach der richtigen Zählweise beim Stricken – das kann dauern, aber die Zeit nehmen sich Höwelmeyer und ihre Mitarbeiterinnen gerne. „Wir haben auch einige strickenden Männer oder auch Paare“, erklärt die Inhaberin. Allen helfen sie gerne und mit viel Fachkenntnis weiter, denn alle Mitarbeiter in der Wollperle sind leidenschaftliche Handarbeiterinnen.

Ellen Höwelmeyer, die einst auf Lehramt studierte, sich dann aber mit ihrem Laden selbstständig machte, lebt hier ihre Leidenschaft aus: „Das ist, wie wenn Sie gerne Schokolade essen und in einem Schoko-Laden arbeiten. Ich war schon immer von Wolle und Natur-Garnen fasziniert.“

Erster Strick-Boom vor 30 Jahren

Vor 30 Jahren erlebte Ellen Höwelmeyer den ersten Strick-Boom mit: „Damals haben alle gestrickt: die Studenten in der Uni, die Schüler im Unterricht.“ Dabei gab es damals noch bei Weitem keine so große Auswahl wie heute: „Wir hatten zehn Farben. Heute sind es 200.“

Sie blieb ihrem Hobby und ihrem Geschäft treu, als der erste Boom abebbte. Das hat sich gelohnt: Heute ist Stricken und Häkeln wieder „in“, auch die Jugend entdeckt es für sich. Im Jahr 2010 eroberten zwei Studenten mit Häkelmützen den Markt. Dann kamen die Loop-Schals bei den jungen Menschen in Mode. „Das kommt immer in Wellen. Aber es kommt immer wieder“, sagt Ellen Höwelmeyer.


Wollperle, Hakenstraße 3, Osnabrück, Tel. 0541/258561, www.wollperle.de

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