14.07.2015, 18:30 Uhr

Umbau ab Herbst 2015 Öwer de Hase: Osnabrück nimmt den Deckel vom Fluss


Osnabrück. Seit Jahrzehnten fließt unter der Straße „Öwer de Hase“ in der Osnabrücker City die Hase hindurch – zum Teil jedoch versteckt und unsichtbar. Stadt und Anlieger wollen sie jetzt überall ans Tageslicht zurückholen und im einstigen Hinterhof der Fußgängerzone eine schicke Uferpromenade mit freiem Blick aufs Wasser schaffen. Im Herbst soll der Umbau beginnen, Ende 2016 alles fertig sein.

Konkret geht es um den Abschnitt zwischen Georgstraße und Gutenbergpassage. Hier liegt ein Deckel auf der Hase, seit die nahe Große Straße in den Siebzigern für Autos gesperrt und fortan hinter den Geschäften Platz zum Parken und Anliefern gebraucht wurde. Nun bietet sich Gelegenheit, die Betonplatte zu lüften. So wie es bereits vor 15 Jahren am anderen Ende von „Öwer de Hase“ geschah, als der Fluss zwischen Sportarena und Galeria Kaufhof freigelegt wurde.

1,8 Millionen Euro Kosten

Denn mittlerweile machen veränderte Zufahrten zu angrenzenden Gebäuden den Deckel auch auf den letzten 60 Metern der Straße, die eigentlich eine Brücke ist, verzichtbar. Hinzu kommt, dass sich eine fällige Reparatur an dieser Stelle kaum rechne, wie Jürgen Schmidt vom Fachdienst Straßenbau erklärt. Statt bloß Dichtungsprobleme und Betonschäden zu beseitigen, könne die Stadt das Geld genauso gut in die Öffnung und Neugestaltung dieses Teilstücks stecken. Zumal sich die privaten Anlieger erheblich an den Kosten beteiligen. Insgesamt 1,835 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.

Übrigens gut 300.000 Euro mehr, als Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (damals noch Stadtbaurat) bei der ersten Vorstellung der Pläne im Jahr 2012 geschätzt hat – und was seitdem schrittweise in den Haushalt eingestellt wurde. Grund für die Verteuerung ist der Hochwasserschutz. Die alten Entwürfe sahen Stützen in der Hase vor, die zu gefährlichen Stauungen hätten führen können. Sie mussten Ende 2014 ausradiert und durch Stege als Tragkonstruktion ersetzt werden. Im Frühjahr stimmten dann alle Beteiligten den überarbeiteten Plänen zu. In der vergangenen Woche schließlich empfahl der Stadtentwicklungsausschuss auch die Freigabe der restlichen Mittel. Das letzte Wort darüber hat der Rat am 21. Juli.

Vorbereitungen laufen schon

Sein Einverständnis gilt jedoch als Formsache. Die Ausschreibung werde deshalb schon vorbereitet, heißt es aus dem Bauamt, und im August sollen die Anlieger über Planungen und Bauablauf informiert werden. Läuft alles glatt, könne der Umbau in den Folgemonaten starten. Und wie lange dauert der? „Wir werden etwa ein Jahr benötigen“, sagt Jürgen Schmidt.

Am Ende wird sich die schmucklose Gasse in eine Art Gracht mit umlaufender Geschäftsgalerie verwandelt haben. Neueste Skizzen des von zwei Osnabrückern geführten Architekturbüros Lützow 7 (Berlin) zeigen eine asymmetrisch eingefasste Hase, die an drei Stellen überquert werden kann: Zwei Stege werden durch runde Tröge begrenzt, in denen Bäume wachsen. Diese Querverbindungen befinden sich etwa auf Höhe der Drogerie Rossmann und des Herrenmodegeschäfts Wüsthoff. Der dritte Steg führt unter der Gebäudebrücke des Verlags Meinders & Elstermann hindurch, welche die Straße „Öwer de Hase“ überspannt.

„Die Hase erlebbar machen“

„Endlich können wir die Hase im Hinterhof erlebbar machen“, sagt Verleger Hermann Elstermann und kündigt den Ausbau von Einzelhandelsgeschäften an diesem Standort an. Mit der Öffnung des zweiten Abschnitts werde fortgesetzt, was er als Hauptanlieger einst gemeinsam mit dem Immobilienkaufmann Theodor Bergmann angestoßen habe. „Uns geht es darum, die Stadt zu verschönern.“


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