19.06.2015, 22:23 Uhr

Wandelkonzert, Gala und Preisverleihung Yeah-Festival: Europäische Dimension für Osnabrück


Osnabrück. Die Gewinner stehen fest, und am heutigen Samstag geht das Yeah-Festival mit einem Big-Band-Treffen und einem Tag der Musik zu Ende.Ein erfolgreiches Festival? Letztendlich ja.

Die dritte Ausgabe des Yeah-Festivals hat Lydia Grün nach draußen verlegt –und mitten ins Herz von Osnabrück. Dass sie und ihr Team dabei ausgerechnet eine ausgedehnte Phase der Schafskälte erwischt haben – Pech. Trotzdem bot das Zelt vor dem Dom den Vorstellungen, Workshops, Konferenzen ein treffliches Domizil und weckte bei dem einen oder anderen Osnabrücker durchaus Neugierde. Außerdem hat das Festival, ausgehend von diesem mobilen Zuhause, gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Osnabrück die Stadt, noch nicht erobert, aber sich doch erschlossen.

Wandelkonzert vor der Preisverleihung

So auch am Freitagabend: Da gab es vor der Preisverleihung ein Wandelkonzert mit vier Stationen rund um den Dom. Verantwortlich zeichnet dafür das Institut für Musik der Hochschule (IfM), einer der Osnabrücker Yeah-Partner. Das spannendste Projekt kam dabei aus dem Jazzbereich: Fabian Sackis und sein Quartett spielten elektro-akustischen Jazz und kombinierten die Musik mit interaktiven Videos – eine feine Viertelstunde in der Kleinen Kirche neben dem Dom. Im Hexengang gab es eine Musik-Tanz-Improvisation, beim Carolinum Chormusik des 20. Jahrhunderts, am Herrenteichswall schließlich Händels Wassermusik, dargeboten von einem Hochschul-Hornquintett –eine stimmige Sache.

Hundert Bewerber aus zwanzig Nationen

Ein zentrales Moment des Yeah-Festivals ist schließlich die Preisverleihung. Über hundert Projekte aus zwanzig europäischen Staaten hatten sich in den beiden Kategorien Prozess und Performance beworben – Preisgelder in Höhe von insgesamt jeweils 20000 Euro sind ja auch durchaus attraktiv. Der Preis für die beste Performance geht an die Produktion „Eersteklasconcerten“ von Musica, Impulse Centre for Music aus Belgien. Das Projekt führt Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren an die experimentelle Musik heran. In der Kategorie Prozess gewinnt das Projekt „geo-sounds“ aus Leipzig. Dabei haben die Flügelschlag Werkbühne e.V. und das Mendelssohn Kammerorchester Leipzig mit Schülern aus Deutschland und Polen das Thema Landschaftsentwicklung und Kohletagebau erarbeitet und musikalisch umgesetzt.

Die grenzüberschreitende Dimension dieses Projekts fügt sich trefflich in die Ausrichtung des Festivals: Europa und seine Grenzen waren Thema der Konferenz, und die europäische Dimension betont Hans-Jürgen Fip von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, dem von Anfang an wichtigsten Geldgeber des Yeah-Festivals. „Die Stadt zu einem Zentrum der Völkerverständigung zu machen und das friedensstiftende Potenzial der Musik erlebbar zu machen“ sei das Verdienst von Yeah. Auch Oberbürgermeister Wolfgang Griesert betont die „europäische Idee“ des Festivals.

Die Herausforderung für die Zukunft

Jenseits dieser gesellschaftlichen Aspekte hat das Yeah-Festival wiederum spannende und professionelle Musikprojekte präsentiert. Auch erfüllt es ohne Weiteres die Erwartungen eines internationalen Fachpublikums. Die Herausforderung für die Zukunft besteht eher darin, die Festivalidee dem Osnabrücker Publikum nahezubringen. Durch die Zusammenarbeit mit dem IfM und der Musik- und Kunstschule haben Grün und ihr Team ein gutes Fundament für weitere Kooperationen gelegt. Darauf sollte das Festival aufbauen, denn die europäische Dimension hat Yeah. Die Osnabrücker Dimension muss es noch gewinnen.


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