11.06.2015, 15:22 Uhr zuletzt aktualisiert vor

14. Juni bis 13. September 2015 Worum geht es beim Kunstprojekt „Konkret mehr Raum“ in Osnabrück?

Vincent Ganivet in der Kunsthalle Dominikanerkirche. Foto: Jörn MartensVincent Ganivet in der Kunsthalle Dominikanerkirche. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Gestapelte Möbel im Heger Tor, die Litfaßsäule mit kunterbunten Streifen auf dem Rißmüllerplatz, eine fliegende Acht im Kulturgeschichtlichen Museum – das alles und noch vieles mehr ist „Konkret mehr Raum“.

20 internationale Künstlerinnen und Künstler verwandeln vom 14. Juni bis zum 13. September 2015 (Eröffnung: 13. Juni, 17 Uhr) Räume in drei Osnabrücker Ausstellungshäusern und an drei Standorten im Stadtraum in Kunstwerke auf Zeit. So sind im Museumsräumen, aber auch auf öffentlichen Plätzen Kunstwerke entstanden, die es so nur in Osnabrück gibt.

Künstlerisch gestaltete Umgebung

Die Künstlerinnen und Künstler verstehen ihre Beiträge nicht einfach als Objekte, sie sehen sie als künstlerisch gestaltete Umgebungen, als Antworten auf Raumsituationen in Osnabrück. Diese Situationen sind denkbar vielfältig: Es kann das hohe Schiff der Dominikanerkirche sein, ein spitz zulaufender Ausstellungsraum im Felix-Nussbaum-Haus oder eben das Heger Tor. Ganz gleich, wie das Werk aussieht oder wo es nun zu finden ist – immer geht es um das, was Kunstexperten „Intervention“ nennen, um den Eingriff in eine vorgefundene Situation.

Und was hat der Besucher davon?

Er bekommt das, was der Ausstellungstitel verspricht: Mehr Raum – konkret! Damit ist natürlich der geistige Raum gemeint, der Raum für neue Wahrnehmung, für veränderte Lesarten jener Umgebung, die uns Tag für Tag wie selbstverständlich umgibt. Die Kunst bricht diese Routine auf, indem sie den Blick in ungewohnte Richtungen lenkt und die Perspektiven der Wahrnehmung verändert. Die Kunstwerke wirken wie kleine Experimente, wie Versuchsanordnungen auf Zeit. Die Kunst von „Konkret mehr Raum“ fordert den Betrachter dazu auf, sich selbst auf den Weg zu machen, eigenen Wahrnehmungen und Gedanken zu vertrauen. Genau das verändert am Ende auch eine Stadt. Auch lange nach dem Ende dieses Kunstprojektes werden die Besucher von „Konkret mehr Raum“ daran denken, wie Kunst ihre Sicht auf die eigene Umgebung verändert hat. Die Menschen werden darüber weiter sprechen, sich erinnern an jene Begegnungen mit der Kunst, die sie irritiert, und an jene, die sie amüsiert haben.


Seit rund zwei Jahren haben die Kuratorinnen Elisabeth Lumme und Valerie Schwindt-Klevemann sowie die Kunsthallen-Leiterin Julia Draganovic mit den Künstlern die einzelnen Werke geplant und Partner gesucht, die bei der Verwirklichung helfen könnten. Am Ende machten eine ganze Reihe von Osnabrücker Firmen mit. Und viele Helfer , die den Künstlern zur Hand gingen. Am Ende ist auch der Prozess das Werk. Der hat übrigens für Elisabeth Lumme und Valerie Schwindt-Klevemann schon vor rund drei Jahren begonnen. Mitten im „VG-Jahr“, dem Jahr zur Feier des Osnabrücker Konstruktivisten, Künstlers und Designers Friedrich Vordemberge-Gildewart (1899-1962) entwarfen sie das Projekt einer Ausstellung für Osnabrück, die „VG´s“ Kunst für das Heute weitererzählt.

Und wer macht mit?

Hier die Künstlerliste:

Maarten Baas (Niederlande),

Pedro Cabrita Reis (Portugal),

Marie Cool Fabio Balducci (Luxemburg),

Baptiste Debombourg (Frankreich),

Vincent Ganivet (Frankreich),

Jose Dávila (Mexiko),

Angela Glajcar (Deutschland),

Dominique Jézéquel (Frankreich),

Michael Johansson (Schweden),

Žilvinas Kempinas (Litauen),

Andreas Kotulla (Deutschland),

Alicja Kwade (Polen/Deutschland),

Hinrich Gross/Sigrid Sandmann (Deutschland),

Diana Sirianni (Italien/Deutschland),

Rüdiger Stanko (Deutschland),

David Svoboda (Tschechien/Deutschland),

Dannielle Tegeder (USA)

Susanne Tunn (Deutschland)

Die Informationen zum Besuch von „Konkret mehr Raum“:

Ort: Osnabrück, Kunsthalle, Kulturgeschichtliches Museum, Felix-Nussbaum-Haus, Rißmüllerplatz, Heger Tor.

Eröffnung: Samstag, 13. Juni, 17 Uhr.

Laufzeit: 14. Juni bis 13. September 2015.

Eintrittspreise: Einzelticket: Fünf Euro/drei Euro (ermäßigt); Kombiticket für alle Häuser: Acht Euro/Vier Euro (ermäßigt); Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr haben freien Eintritt.

Öffnungszeiten: Kunsthalle: Di., 13-18 Uhr, Mi.-Fr., 11-18 Uhr, Sa., So., 10-18 Uhr; Kulturgeschichtliches Museum und Felix-Nussbaum-Haus: Di.-Fr., 11-18 Uhr, Sa., So., 10-18 Uhr.

Führungen: Öffentliche Führung: So., 16 Uhr. Neben der regelmäßigen öffentlichen Führung werden Kombi-Führungen nach Terminvereinbarung sowie Exkursionen angeboten, die einen ganzen Nachmittag dauern. Führungen unterscheiden je nach Farbkennung den Besuch der unterschiedlichen Häuser und damit verbundene Werkstattprogramme im Akzisehaus.

Beratung zu Führungen und zu Programmen für Schulklassen: Christel Schulte, Leiterin Vermittlung Kunsthalle Osnabrück, Tel. 0541 / 323-4575 oder schulte.ch@osnabrueck.de ; Ralf Langer, Museumspädagogischer Dienst, Tel.: 0541 / 323-2064 oder langer@osnabrueck.de

Information:www.konkret-mehr-raum.de

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