19.05.2015, 18:23 Uhr

Ausbildung im Fledder Als Azubi im Großhandel bei Titgemeyer


Osnabrück. Groß- und Außenhandelskaufmann lernen Cathrin Marie Daniel und Anne Grawe bei der Firma Gebrüder Titgemeyer, die ihren Sitz im Fledder hat. Das Familienunternehmen ist auf die Bereiche Befestigungstechnik und Fahrzeugbauteile spezialisiert.

Bei dem 1901 von den Brüder Adolf und Fritz Titgemeyer gegründeten Unternehmen arbeiten weltweit heute rund 500 Mitarbeiter, die Produkte und branchenspezifische Lösungen für Industrie- und Handwerksunternehmen entwickeln, produzieren und vertreiben – zwei von ihnen sind die angehenden Groß- und Außenhandelskauffrauen Cathrin Marie Daniel und Anne Grawe. Während Daniel bereits im dritten Lehrjahr ist, befindet sich Grawe im zweiten Ausbildungsjahr.

26 Auszubildende

26 Auszubildende arbeiten aktuell bei Titgemeyer. Davon lernen 23 den Beruf des Groß- und Außenhandelskaufmanns, zwei werden zu Fachkräften Lagerlogistik ausgebildet, und einer absolvierte eine Ausbildung im Bereich IT. „Viele Auszubildende, die sich bei uns bewerben, haben schon vorher persönliche Kontakte zum Unternehmen“, weiß TitgemeyerAusbildungsleiter Dennis Dierker, und er fügt hinzu: „Bei uns sind die Chancen sehr groß zu bleiben.“ So wurden im vergangenen Jahr sieben Auszubildende übernommen.

Sozialer Betrieb

Auch Daniel möchte das Angebot, nach der Ausbildung im Vertrieb Befestigungstechnik bei Titgemyer zu arbeiten, annehmen. An ihrem Arbeitgeber schätzt sie besonders: „Dass der Betrieb sehr sozial ist.“ So habe sie ihre Ausbildung beispielsweise zwei Wochen später als geplant beginnen können. „Ich hatte mir alle Bänder an einem Fuß gerissen und dachte, die schmeißen mich raus“, erklärte Daniel. Auf ihren jetzigen Arbeitgeber aufmerksam geworden war sie beim Berufsinformationstag in der Arbeitsagentur.

Anreise in Kauf genommen

Nach einem Blick auf die Internetseite von Titgemeyer habe sie sich beworben, obwohl sie für die Arbeit im Fledder jeweils um fünf Uhr aufstehen musste, solange sie mit dem Bus zur Arbeit fuhr. „Ich komme aus Westerkappeln, aber die Fahrerei hat sich gelohnt“, so Daniels Fazit. Außerdem habe sie die Fahrzeit mit dem Bus früher unter anderem genutzt, um mittels App für den Führerschein zu lernen.

Fachabi als Vorteil

Auch Grawe hatte vorher noch keinen persönlichen Kontakt zu ihrem Arbeitgeber: „Ich habe ganz klassisch eine Anzeige in der Zeitung gesehen und mich beworben“, so die Auszubildende. „Das Fachabi ist in der Berufsschule natürlich von Vorteil“, berichtet Grawe, die sich ebenfalls gut vorstellen kann, auch nach der Lehre weiter bei Titgemeyer zu arbeiten. Außerdem weist sie darauf hin, dass für die Ausbildung die klassische Mathematik nicht so wichtig sei. „Wir haben hier Rechnungswesen, BWL und VWL, das ist für die meisten neu.“

Reinschnuppern in viele Bereiche

An ihrer Ausbildung bei Titgemeyer gefällt Grawe unter anderem, dass sie verschiedene Abteilungen und Bereiche der Firma kennenlernt. „Ich kenne viele Auszubildende, die in kleinen Betrieben sind und das nicht haben“, so Grawe, die wie ihre Kollegen ihre Ausbildung im Lager begann. „Hier hat man die Produkte mal in der Hand und weiß anschließend, was wir alles verkaufen.“ Manche Artikel habe sie vorher auch gar nicht gekannt: „Gasfedern zum Beispiel, aber die werden total viel verkauft“, hat Grawe gelernt, die es außerdem schätzt, dass es bei Titgemeyer für Auszubildende regelmäßig betrieblichen Unterricht gibt.

Internationaler Aspekt

Für den Beruf entschieden habe sie sich, weil sie der internationale Aspekt der Ausbildung interessiert habe, berichtet Grawe – und Daniel hat sogar ein Auslandspraktikum bei einer Tochterfirma von Titgemeyer in England absolviert. „Ich habe an der Berufsbildenden Schule in eineinhalb Jahren die Zusatzqualifikation Europakauffrau erworben“, erklärt die Auszubildende.

Kundenlösungen im Fokus

Und was müssen Auszubildende für Eigenschaften haben? „Auf alle Fälle die Bereitschaft dazuzulernen, wir haben eine sehr große Produktpalette“, antwortet Daniel prompt, und Grawe fügt hinzu: „Und man darf nicht kundenscheu sein.“ So habe sie es am Telefon beispielsweise mit sehr unterschiedlichen Leuten zu tun.

Dierker ergänzt: „Unsere Kunden brauchen Lösungen für ihre Anwendungen – und wir haben sehr viele erklärungsbedürftige Produkte.“ Das Produktsortiment von Titgemeyer beinhaltet für den Fahrzeugbau unter anderem Fahrgestelltechnik, Karosseriebauteile, Pritschensysteme, Dicht- und Klebstoffe sowie Befestigungstechnik und Werkzeuge, während das Sortiment des Familienunternehmens im Bereich Befestigungstechnik folgende Produktfamilien umfasst: Blind- und Stanznieten sowie das dazugehörige Werkzeug, Gewindeträger, Schnellmontage-Systeme, Verarbeitungstechnik sowie Dicht- und Klebstoffe.


Das ist eine Bildungsinitiative für Auszubildende, die von Firmen und Institutionen aus der Region unterstützt wird. Ein Jahr lang bekommen die Teilnehmer die Neue OZ oder eine ihrer Regionalausgaben als Abo kostenlos nach Hause geliefert. Außerdem gibt es Mitmach-Aktionen, ein Zeitungsquiz, Frühstücksrunden in den Unternehmen sowie einen monatlichen Bildungsbrief. Weitere Informationen zur Initiative „Zukunft Bilden“ gibt es bei Alexander Wieland unter der Telefonnummer 0541/310-257 oder im Internet.

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