27.04.2015, 07:34 Uhr

Im Museum Industriekultur Osnabrück bietet neue pädagogische Museumsführung an


Osnabrück. Das Museum Industriekultur Osnabrück ist mit seinem neuen museumspädagogischen Programm im Haseschachtgebäude gestartet. Es heißt: „Was ist denn das für ein Ding?“ Die Führung rund um das Entdecken und Erleben im Museum ist Teil der neuen Sonderausstellung „Fotos – Feilen – Feuerlöscher“.

Alles dreht sich um einen sogenannten „Chinesischen Korb“. Warum es gerade ein chinesischer Korb ist, weiß auch Museumspädagoge Jan Toennies nicht, aber er ist wichtig für das Führungskonzept von „Was ist denn das für ein Ding?“. In dem buchstäblichen Korb befinden sich unterschiedliche Gegenstände, von denen jedes Kind einen erhält: Eine Quietschente, eine 3D-Brille, ein Geodreieck oder einen Fahrradgriff.

Suchen und Entdecken

Für die Kinder beginnt jetzt der spannende Teil. Wer bei einer Museumsführung an trockene Vorträge denkt, liegt weit daneben, jetzt heißt es: Suchen und Entdecken. Während die Schüler mit Toennies die einzelnen Stationen der Ausstellung ansteuern, müssen sie ihre Gegenstände entweder in ähnlicher Form wiederfinden, oder aber die richtige Verbindung zwischen Ausstellungsstück und dem eigenen Gegenstand ziehen.

Der Plüschhund passt zum Beispiel zum „Hundegöpel“, einem Laufband für Hunde, der zur Butterherstellung verwendet wurde. Das Modell einer alten Badewanne bietet das Gegenstück zur Gummi-Ente. Die Schutzbrille kann auf einem alten Warnschild wiederentdeckt werden. „Gerade für unsere Sprachlernklasse ist das ein ganz tolles Angebot“, findet Michaela Liekam, Lehrerin an der Grundschule Pye.

Die Sprachlernklasse ist die erste Gruppe, die das neue Angebot testet. Die Kinder zwischen sieben und neun Jahren kommen ursprünglich aus Syrien, Italien, Pakistan, Bulgarien oder Rumänien und sind seit Sommer dabei, Deutsch zu lernen. Das Angebot des Museums ist eine gute Gelegenheit, den Wortschatz zu erweitern und das Gelernte anzuwenden, auch wenn manche Ausstellungsstücke vielleicht fremd für die Kinder sind, sagt Liekam.

Sammeln und Sammlungen

Oben drauf können Schüler noch eine eigene kleine Führung zu ihrem Gegenstand durch die Ausstellung geben. Die Texte sind absichtlich einfach geschrieben – drei bis vier Sätze mit Fakten, anhand derer sie ihr spezielles Ausstellungsstück erklären können. In einem Praxisteil werden abschließend eigene Setzkästen für die eigenen Lieblingsdinge gebastelt, denn darum geht es im Museumsbetrieb: „Sammeln und Sammlungen“.

Die Ausstellung „Fotos – Feilen – Feuerlöscher“ läuft noch bis zum 20. September und gibt Einblicke in die unterschiedlichen Dinge, die nur selten in der Dauerausstellung zu sehen sind. In mehreren Depots lagern viele einzelne Gegenstände, mit einem industriegeschichtlichen Hintergrund und Schwerpunkt. Darunter alte Arbeitsgeräte, aber auch viele Alltagsgegenstände, überwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Die Führung dauert rund zweieinhalb Stunden und kostet 20 Euro, plus einem weiteren Euro für jedes teilnehmende Kind.


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