02.10.2014, 08:40 Uhr

Regelmäßige Überprüfungen Alte Plaketten sorgen für Verwirrung in Osnabrücker Sporthalle


Osnabrück. Einen vertrauenserweckenden Eindruck macht es nicht gerade, wenn eine Plakette auf einem Sportgerät verkündet, die nächste Überprüfung hätte vor 14 Jahren stattfinden müssen. Genau auf solche Aufkleber stießen Nutzer aber in einer Sporthalle am Sonnenhügel. Die Stadt gibt aber Entwarnung.

Im September des Jahres 2000 wollte das Hochbauamt zur erneuten Überprüfung eines Barrens in der Turnhalle an der Albert-Schweitzer-Schule im Sonnenhügel vorbeikommen – das sagt zumindest die rote Plakette, die das Sportgerät ziert. Übungsleitern und Eltern von Kindern, die die Halle nutzen, war diese aufgefallen und komisch vorgekommen. Sie fragten sich: „Ist das Sportgerät neben anderen mit demselben Aufkleber seitdem nicht mehr gewartet worden? Ist es überhaupt noch einsatzfähig?“ Dass die Geräte zum Teil auch noch mehr als 30 Jahre alt sind, trug nicht gerade dazu bei, Befürchtungen aus der Welt zu räumen.

Von einem riesengroßen Missverständnis spricht Stadt-Pressesprecher Sven Jürgensen: „Natürlich finden regelmäßige Überprüfungen der Geräte in allen kommunalen Sporthallen statt. Es werden lediglich keine Siegel mehr vergeben.“ Auch die Geräte in der Halle am Sonnenhügel habe der zuständige Hausmeister nun noch mal gesondert geprüft und nur kleinere Mängel feststellen können. „Die Geräte sind alt und klemmen sicherlich das ein oder andere Mal. Aber sie sind zweifelsohne sicher“, beruhigt Jürgensen.

Dass die veralteten Plaketten für Irritationen gesorgt hätten, bedauert Jürgensen sehr und erklärt auch, warum sie trotzdem noch an den Geräten haften: „Natürlich sind die Plaketten darauf ausgelegt gewesen, eine bestimmte Zeit zu überdauern und nicht vom nächstbesten Kind abgerissen zu werden. Die Dauerhaftigkeit ist aber wohl unterschätzt worden.“ Auch jetzt noch sei die Entfernung mit einem großen Aufwand verbunden und sei schlichtweg nicht wirtschaftlich.

Jürgensen bestätigte, dass ähnliche Plaketten auch in anderen Sporthallen zu finden seien. Auch hier seien die Geräte aber einwandfrei und würden durch die Stadt überprüft. Eine externe Prüfung der Sportgeräte wie etwa durch den TÜV sei hingegen nicht notwendig, betont Jürgensen.

Das bestätigt auch der TÜV-Nord auf Nachfrage. Damit der Versicherungsschutz für die Benutzung der Sportgeräte allerdings gewährleistet ist, sieht die gesetzliche Unfallversicherung aber jährliche Prüfungen durch einen Sachverständigen vor. Die führe auch die Stadt gewissenhaft durch, sagt Jürgensen. „Der Fachdienst Sport beauftragt in regelmäßigen Abständen eine externe Firma mit der Überprüfung. Stellt diese nennenswerte Mängel fest, werden diese behoben, oder das Gerät aus dem Verkehr gezogen“, beschreibt er das Vorgehen. Zudem sei jeder Sportlehrer oder Übungsleiter verpflichtet vor Gebrauch, Geräte einer sogenannten Sichtprüfung zu unterziehen.

Die Qualität der kommunalen Sporthallen ist schon seit langem Thema in Osnabrück. Weil Vereine und Schulen immer wieder den zunehmenden Verschleiß von Hallen und Geräten beklagten, hatte die Stadt zuletzt 2005 eine umfassende „Sporthallenrevision“ durchführen lassen. Damals war der kurz- bis mittelfristige Investitionsbedarf für notwendige Reparaturen auf rund 42000 Euro beziffert worden. Nach der Revision war im städtischen Haushalt der Betrag von 3100 Euro jährlich für die Instandsetzung beschädigter Sportgeräte veranschlagt worden, hinzu kommen jährlich 15000 Euro, die die Sportvereine für die Gerätenutzung entrichten. Beide Beträge sind seit 2005 unverändert. Die Stadt erstellt jedes Jahr eine Prioritätenliste der erforderlichen Sanierungen und Reparaturen. Daraus geht hervor, dass der Schulsport absoluten Vorrang genießt.


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