26.08.2014, 13:51 Uhr

Stadt Osnabrück: Baugenehmigung fehlt Streit um neuen Club „Sunrise“ im ehemaligen Stellwerk

Nächste Woche will das „Sunrise“ am Güterbahnhof Eröffnung feiern. Aber die Stadt pocht auf die Baugenehmigung. Foto: Gert WestdörpNächste Woche will das „Sunrise“ am Güterbahnhof Eröffnung feiern. Aber die Stadt pocht auf die Baugenehmigung. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Für das neue „Sunrise“ am Güterbahnhof könnte die Sonne untergehen, bevor sie aufgegangen ist. Die Stadt Osnabrück ist der Auffassung, dass der Club im ehemaligen „Stellwerk“ keine gültige Baugenehmigung vorzuweisen hat. Inhaber Gabriel Hani ist anderer Ansicht. Ihm hat der Fachbereich Städtebau nun einen Anhörungsbogen zugeschickt, um die rechtlichen Fragen zu klären.

Das ehemalige Bahngebäude an der Hamburger Straße gehört der Zion GmbH, und es ist nicht das Einzige, über dessen Nutzung gestritten wird. Vor einem Jahr hat sich das einstmals gute Verhältnis zwischen der Stadt und den neuen Eigentümern abgekühlt. Zion-Geschäftsführer Ralf Gervelmeyer erteilte Stadtbaurat Frank Otte Ende Mai sogar ein Hausverbot. Um ein 1300 Quadratmeter großes Grundstück wird ein Rechtsstreit vor dem Landgericht geführt. Auf Vorschlag des Richters wollen sich beide Seiten am 15. September zu einem Mediationsverfahren treffen. Weil keine gültige Baugenehmigung vorliege, betrachtet die Stadt Osnabrück die für nächste Woche angekündigte Eröffnung der „Sunrise Club & Lounge“ als weitere Provokation.

Inhaber Gabriel Hani glaubt nicht, dass ihm die Stadt die Nutzung untersagen wird. Vom Gewerbeamt habe er die Erlaubnis bekommen, ein Schankgewerbe im Gebäude Hamburger Straße 22 zu betreiben – auf Basis der Baugenehmigung vom 6. August 2007. Diese unbefristete Baugenehmigung bezieht sich auf den Vorgängerclub „Stellwerk“ – aber nach Auffassung von Stadtbaurat Frank Otte ist sie nicht mehr gültig. Ihr folgte nämlich am 14. Mai 2008 eine befristete Baugenehmigung für eine gastronomische Nutzung, die am 31. Dezember 2013 endete.

Für Otte ist die Sache damit klar, für „Sunrise“-Inhaber Gabriel Hani nicht. Gegenüber unserer Redaktion kündigte er an, dass er die Stadt für seinen Verdienstausfall und seine Investitionen haftbar machen werde, falls die ihm in die Parade funken wolle. „Die Investitionen waren nicht mit uns abgestimmt“, kontert der Stadtbaurat. Es gehe nicht an, dass es auf dem Areal der Zion GmbH zu einer ungenehmigten Nutzung nach der anderen komme. In den vergangenen Monaten hatte die Baubehörde Anstoß genommen, dass eine Rechtsanwaltskanzlei, ein Lebensmittelgeschäft und ein Büro für die Partei bibeltreuer Christen (PBC) eröffnet wurden – ohne dass dafür ein Antrag gestellt worden sei.

Die Stadt will das von der Bahn aufgegebene Güterbahnhofsgelände zu einem Gewerbegebiet umwidmen. Der Bebauungsplan steckt aber noch im Verfahren und wird voraussichtlich nicht vor 2015 rechtskräftig. Viele knifflige Fragen sind in diesem Zusammenhang noch zu klären, etwa, ob die freikirchliche „Lebensquelle“ auf dem Areal eine Kirche bauen darf und wenn ja, mit wie vielen Plätzen. Offen ist bislang auch, ob sich der Rat für den Fortbestand der Kulturfabrik Petersburg entschließt, die mittlerweile ebenfalls mit der Zion GmbH im Clinch liegt.


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