29.07.2014, 18:06 Uhr

Auftakt für Erhöhungswelle? Strom und Gas bei RWE ab September teurer

Energieversorger RWE erhöht die Preise für Strom und Gas zum 1. September. Foto: dpaEnergieversorger RWE erhöht die Preise für Strom und Gas zum 1. September. Foto: dpa

Osnabrück/Georgsmarienhütte. Kündigt sich eine neue Preiserhöhungswelle bei den Energiekosten an? RWE hat seine Kunden in der Region angeschrieben und teilt zum 1. September eine Erhöhung bei den Strom- und Gaspreisen mit. Der „Pur-Strom-Online“-Tarif erhöht sich um 5,1 Prozent. Beim Gas bewegt sich die Anhebung sogar schon im zweistelligen Bereich.

Die regionalen Energieversorger wollen aber erst einmal nicht nachziehen. Sie sehen beim Gas zum Teil möglicherweise sogar Spielraum für eine geringe Preissenkung.

Nach Angaben von RWE-Unternehmenssprecher Mario Leikop steigt der Verbrauchspreis bei beim Strom-Sondertarif von 26,66 auf 28,02 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Der Grundpreis bleibe unverändert bei 79,96 Euro. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden schlage sich die Erhöhung mit monatlich um 3,97 Euro höheren Kosten nieder. Bei „Pur Erdgas“ erhöht sich der Verbrauchspreis bei Kunden mit 20000 kWh pro Jahr von 6,47 auf 7,27 Cent/kWh. Der Grundpreis erhöht sich von bisher 83,30 auf 95,20 Euro monatlich. Durchschnittliche Mehrkosten: rund 160 Euro jährlich. Leikop: „Der größere Sprung ist dadurch zu erklären, dass wir hier zwei Jahre keine Erhöhungen vorgenommen haben.“

RWE hat den Kunden jeweils als Alternativangebot den Preisgarantie-Tarif „36 max“ offeriert. Bei diesem Angebot werden bis Ende 2016 Preiserhöhungen ausgeschlossen – allerdings gilt dies nicht für Steuererhöhungen oder staatliche Abgaben wie zum Beispiel die Umlage für Erneuerbare Energien (EEG).

Beim „36 max“ gelten ab 1. September beim Strom die Konditionen: jährlicher Grundpreis 99,96 Euro (zuvor 92,82) sowie ein Verbrauchspreis von 29,98 Cent pro Kilowattstunde – ein Plus von 3,7 Prozent gegenüber den bisherigen 27,93 Cent. Sprecher Leikop: „Wir sind bei einem Vertragsabschluss zu diesem Sondertarif bis Ende 2016 gebunden, während der Kunde jeweils zum Jahresende kündigen kann.“

Beim Gas liegt der „Pur“-Verbrauchspreis künftig bei 7,53 Cent/kWh plus einem jährlichen Grundpreis von 95,20 Euro (bisher 83,30). Der Unternehmenssprecher: „Dafür hat der Kunde eine Preisgarantie für drei Jahre.“

Im Landkreis Osnabrück hat die RWE insgesamt rund 45000 Stromkunden. Ungefähr 18000 Haushalte werden in der Region mit Gas versorgt, von denen 8000 einen Grundversorgungsvertrag haben, der bis 2015 nicht verändert wird.

Die regionalen Energieversorger sehen vorerst keinen Handlungsbedarf.

Stadtwerke Osnabrück: Bis zum Ende der Heizperiode im kommenden März schließt Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer Erhöhungen bei den Gas-Tarifen aus. Auch die Strompreise bleiben in jedem Fall bis Ende des Jahres stabil.

Stadtwerke GMHütte: Hier wird vorerst keine Notwendigkeit für eine Anpassung gesehen. Rund die Hälfte der rund 4700 Gas-Kunden habe einen Vertrag mit einer 24-monatigen Preisbindung. Geschäftsführer Wilhelm Grundmann: „Die Verträge mit der 24-monatigen Tarifgarantie laufen zum 1. Oktober aus. Da es seitens unser Kunden keine Kündigungen gegeben hat, ist hier eine automatische Verlängerung um 12 Monate zu gleichen Preisen eingetreten. Unabhängig davon werden wir aber die Kunden Mitte August anschreiben und ihnen einen neuen Vertrag mit einer erneuten Preisbindung von 24 Monaten anbieten.“ Wie dieses Angebot konkret aussehe, könne aktuell aber noch nicht gesagt werden.

Aber Grundmann kündigt schon einmal an: „Wir werden auf keinen Fall die Preise erhöhen, sondern vielleicht sogar ein wenig senken.“ Die gleiche Aussage gelte auch für die übrigen Kunden, deren Verträge mit Preisbindung zum Ende des Jahres ausliefen. Die RWE versorgt rund zehn Prozent der insgesamt um die 6100 Haushalte in der Hüttenstadt.

Eine Entscheidung hinsichtlich der Strom-Tarife wird erst Mitte Oktober fallen, wenn Klarheit hinsichtlich der Höhe der künftigen staatlichen Zulagen herrscht.

Ten Hagen: Die Teutoburger Energie Netzwerk Genossenschaft plant derzeit keine Erhöhungen. Ten-Sprecherin Maike Sczuka: „Wir warten ab, wie sich die Situation auf dem Strommarkt bis Ende des Jahres vor allem hinsichtlich der Abgaben und Umlagen entwickelt. Erst dann wird über eventuelle Preisanpassungen entscheiden.“

Elektrizitäts-Genossenschaft Hasbergen: Nach Auskunft von Vorstandsmitglied Bernhard Snehota wird es in diesem Jahr auf keinen Fall eine Anhebung geben. Er hofft, dass die EEG-Umlage diesmal stabil bleibt. Aber das entscheide sich erst im Oktober.

Stadtwerke Lengerich: Bis zum Ende des Jahres bleibt es hier bei den Strom- und Gas-Preisen erst einmal wie bisher. Eine Sprecherin: „Während Aussagen zur Situation beim Strom erst zum Jahresende möglich sind, wenn die Entwicklung der EEG-Umlage feststeht, wird sich bei den Gastarifen bis zum 30. September kommenden Jahres nichts tun.“

Stadtwerke Versmold: Das Unternehmen, das beim Erdgas Grundversorger in Bad Rothenfelde ist und auch in Dissen Kunden hat, hält die Gaspreise bis September 2015 stabil. Beim Strom wird in diesem Jahr kein Anpassungsbedarf gesehen.


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