10.07.2014, 11:42 Uhr

Ausschuss gibt grünes Licht Fernbusterminal am Osnabrücker Ringlokschuppen


Osnabrück. Amsterdam, Leipzig, Basel? Fernbusse bringen Fahrgäste aus Osnabrück fast überall hin. Die Stadt erwägt den Bau eines Busterminals auf dem Güterbahnhof, direkt neben dem Ringlokschuppen. Eine Machbarkeitsstudie beziffert die Kosten auf rund 600000 Euro.

Sie kommen über die Autobahn, holen ihre Passagiere am Hauptbahnhof ab und setzen ihre Fahrt über die Autobahn fort. Fernbusse, die jeden Tag quer durch ganz Europa fahren, gibt es schon lange. Eine Gesetzesänderung vor zwei Jahren macht Fernbusse auch innerhalb von Deutschland zu einem gefragten Verkehrsmittel, das auch wegen seiner günstigen Preise eine Konkurrenz zur Bahn wird. Mehrere Unternehmen haben Osnabrück in ihr Liniennetz aufgenommen.

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Fernbusse, die Osnabrück ansteuern, nutzen bislang den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) an der Eisenbahnstraße. Mit zunehmender Kundenfrequenz wachsen die Komfortansprüche. Aber für einen Wetterschutz, für Sitzgelegenheiten oder Toiletten reicht der Platz dort nicht aus. Deshalb erwägt die Stadt den Bau eines Fernbusterminals. Eine Machbarkeitsstudie des Kasseler Büros plan:mobil favorisiert den Güterbahnhof als Standort. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hat sich dieser Empfehlung angeschlossen. Bahn will Fernbus-Geschäft auf Betrieb eigener Busbahnhöfe ausweiten

Neben einer guten ÖPNV-Erreichbarkeit sollte das Fernbusterminal entweder in der Nähe zu Fernstraße angesiedelt werden oder verkehrstechnisch zumindest gut angebunden sein, heißt es in dem Gutachten, das im Auftrag der Stadt Osnabrück ausgearbeitet wurde. Ein reiner Autobahnhalt sei allerdings nicht im Interesse der Fahrgäste, hält Verkehrsplaner Frank Büsch von plan:mobil fest. Er war von der Stadt Osnabrück mit der Aufgabe betraut worden, den zentralen Standort Güterbahnhof mit einem dezentralen an der Autobahn in Nahne zu vergleichen.

ADAC und Post bauen Fernbusnetz aus

„Ein Fernbusterminal muss in erster Linie für die Fahrgäste in der Innenstadt erreichbar sein“, vermerkt Büsch. Fast drei Viertel der Fernbusnutzer reisten mit dem öffentlichen Nahverkehr an, deshalb sei eine gute Verknüpfung zwingend notwendig. Auch in anderen Städten entstünden die Busstationen meist im Zentrum.

Der Standort am Ringlokschuppen bietet aus Sicht des Planers viele Vorteile. In einer ersten Skizze hat Büsch vier Loksegmente des denkmalgeschützten Gebäudes einbezogen, um dort einen Warteraum, Toiletten, ein Bistro und ein kleines Büro einzurichten. Draußen sollen fünf Busstände, ein Taxistand und zehn Parkplätze für Autos entstehen.

Mittelständische Busfirmen wollen bei Fernlinien dabei sein.

In der Ausschusssitzung wurde betont, dass für die Planung nur ein sehr kleiner Teil des Ringlokschuppens benötigt werde und dass sich das Fernbusterminal ebenso gut ohne das halbkreisförmige Baudenkmal aus der Dampfzeit realisieren lasse. Über die historische Lokgarage und das angrenzende Gelände kann die Stadt jedoch verfügen, weil sie es sich vor einem Jahr mit einem Vorkaufsrecht gesichert hat. Ein Nutzungskonzept gibt es noch nicht.

Die Baukosten beziffert Verkehrsplaner Büsch „grob“ mit 600.000 Euro. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt wurde zugleich deutlich, dass die Stadt das Fernbusterminal nicht selbst betreiben will, sondern dafür einen Partner sucht. Um Details gehe es aber noch gar nicht, erklärte Stadtbaurat Frank Otte in der Sitzung. Nach der Standortfrage würden jetzt die weiteren Schritte im Zusammenhang mit der Planung für den Güterbahnhof folgen.


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