06.07.2014, 15:27 Uhr

Kundgebung und Demonstration „Väteraufbruch für Kinder“ kritisiert Osnabrücker Jugendamt

Väter wollen für ihre Rechte demonstrieren. Symbolfoto: dpaVäter wollen für ihre Rechte demonstrieren. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Am Montag will der Verein „Väteraufbruch für Kinder“ in Osnabrück gegen „katastrophale Zustände bei Inobhutnahme von Kindern durch das Jugendamt des Landkreises Osnabrück“ demonstrieren.

Konkret geht es dem Verein um ein Kind, das seit der Geburt vor etwa drei Jahren in einer Pflegefamilie lebt, weil die leibliche Mutter die Betreuung nicht gewährleisten könne. Der Vater des Kindes bemühe sich dagegen intensiv um das Sorgerecht, dürfe sein Kind jedoch nur alle drei Wochen sehen. Die Umstände seien durch das Jugendamt des Landkreises, so der Verein „Väteraufbruch für Kinder“, nicht konsequent und zügig genug geprüft worden. Die Kreisverwaltung hat die Vorwürfe als „komplett haltlos“ zurückgewiesen. Zu dem Einzelfall wollte sich der Landkreis mit dem Hinweis auf den Datenschutz und das „schwebende Verfahren“ nicht konkret äußern.

Jugendämter können Kinder bei einem Verdacht auf Missbrauch oder Vernachlässigung durch die Inobhutnahme sofort vor einem weiteren Schaden schützen. Dabei wird das gefährdete Kind aus der Familie geholt, indem es in der Regel ohne eine Vorwarnung vom Jugendamt vom Kindergarten oder der Schule abgeholt und in einer Pflegefamilie, einem Heim oder Inobhutnahmestelle kurzfristig untergebracht wird. Die Inobhutnahme soll kurzzeitig die Kinder schützen, bis eine Klärung erfolgt, ob tatsächlich eine Gefährdung vorliegt.

Nach Angaben des Vereins „Väteraufbruch für Kinder“ hat sich diese grundsätzlich „sinnvolle Maßnahme“ in den vergangenen Jahren zu einem „Albtraum für immer mehr Familien entwickelt“. Die Jugendämter müssten die Situation der Kinder in ihrer Familie eigentlich schnell und transparent klären, fordert der Verein, stattdessen blieben diese monatelang und ohne weitere Aktionen des Jugendamtes bei fremden Pflegefamilien oder in Einrichtungen.

Öffentliche Diskussion

Daher fordert der Verein eine unverzügliche Überprüfung aller Inobhutnahmen durch eine vom Jugendamt unabhängige Stelle sowie die Schaffung von Transparenz über die Gründe und die Notwendigkeit einer Inobhutnahme. Außerdem soll eine ungehinderte, tägliche Kontaktmöglichkeit der Kinder in Obhut zu ihren Eltern und Großeltern möglich sein und eine Unterstützung der Eltern und Großeltern durch das Jugendamt mit dem Ziel einer Rückkehr der Kinder in ihre Familie.

Der Verein „Väteraufbruch für Kinder“ wirft dem Jugendamt des Landkreises Osnabrück und dem Sozialdienst katholischer Frauen in Osnabrück eine bundesweit „besonders aktive Rolle in diesem System“ vor, das zu einer nachhaltigen Entfremdung der betroffenen Kinder zu ihren Eltern führe.

Deshalb, so Alexander Miller vom „Väteraufbruch für Kinder“, wollen Mütter, Väter und Großeltern aus dem Landkreis Osnabrück am heutigen Montag in Osnabrück gegen „diese Missstände“ demonstrieren.

Von 10 bis 13 Uhr findet eine Kundgebung an der Johannisstraße vor dem Gebäude des Sozialdienstes katholischer Frauen statt, danach zieht von 13 bis 14 Uhr der Demonstrationszug zum Jugendamt des Landkreises Osnabrück, Am Schölerberg, wo die Forderungen der Teilnehmer an das Jugendamt übergeben werden und zu einer öffentlichen Diskussion zwischen den Teilnehmern und dem Jugendamt eingeladen wird. Um 16 Uhr soll die Demonstration beendet sein.


0 Kommentare