03.06.2014, 16:05 Uhr

Papenburger erneut verurteilt 15 Jahre Haft für Mord an Frau aus Schüttorf

Ein bereits früher wegen Mordes verurteilter 50-Jähriger muss wegen Totschlags und versuchten Mordes für 15 Jahre in Haft. Foto: Gert WestdörpEin bereits früher wegen Mordes verurteilter 50-Jähriger muss wegen Totschlags und versuchten Mordes für 15 Jahre in Haft. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Im Prozess um die Tötung einer Frau in Schüttorf und der versuchten Tötung einer weiteren Frau hat das Schwurgericht in Osnabrück den Täter zu 15 Jahren Haft verurteilt. Gegen den aus Ostfriesland stammenden Angeklagten, der bereits 25 Jahre Haft wegen Mordes verbüßt hat, verhängten die Richter zudem die anschließende Sicherheitsverwahrung.

Nach der sieben Verhandlungstage lang dauernden Beweisaufnahme befand das Gericht den 50-Jährigen für schuldig am Tod einer zum Tatzeitpunkt 42 Jahre alten Frau aus Schüttorf. Täter und Opfer hatten sich im Maßregelvollzug kennengelernt und nach der Entlassung des Mannes in der zweiten Jahreshälfte 2013 Kontakt aufgenommen. Nach einer anfangs lockeren Beziehung waren beide im Herbst zu einer zweiwöchigen Urlaubsreise in die Türkei geflogen.

Die Mutter der Frau hatte in ihrer Aussage versichert, ihre Tochter habe nach der Rückkehr einen Heiratsantrag von ihm erhalten, den sie aber ausgeschlagen habe. Sie und ein weiterer Zeuge erklärten, am Abend des 23. Oktober das letzte Lebenszeichen der 42-Jährigen erhalten zu haben. Während der beiden Telefonate habe sie erklärt, „der aus der Türkei ist bei mir“. Tage später war ihre Leiche unter dem Bett im Schlafzimmer entdeckt worden.

Das andere Opfer hatte der Angeklagte ebenfalls im Maßregelvollzug kennengelernt. Zum Ende seines mehrtägigen Aufenthaltes in ihrer neuen Wohnung hatte die 39-Jährige ihm eröffnet, keine Beziehung mit ihm eingehen zu wollen. Wenige Minuten später schlug er unvermittelt und hinterrücks mit einem Hammer mindestens ein Dutzend Mal auf ihren Kopf ein. Als die Frau immer noch Lebenszeichen von sich abgegeben hatte, hatte er sie zu erwürgen versucht. Ihre Hilfeschreie alarmierten jedoch andere Personen, so dass der Angeklagte von ihr abließ und geflüchtet war. Diese Tat bewertete das Gericht als versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, die Tötung der Frau in Schüttorf als Totschlag. Weil der Angeklagte während beider Taten unter Bewährung gestanden hatte, wurde daraus die Gesamtstrafe von 15 Jahren gebildet.

Erhebliches Gewicht bei der Verhängung der im Anschluss an die Haft zu erfolgenden Sicherheitsverwahrung besaß seine Verurteilung wegen Mordes an seiner Lebensgefährtin im Jahr 1989. In Anbetracht der von einem Sachverständigen attestierten „narzisstisch-dissozialen Persönlichkeitsausbildung“ und der festgestellten „intensiven Neigung zu Rechtsbrüchen trotz langer Haftzeit und Sozialtherapie“ stufte die Kammer den Angeklagten als „für die Allgemeinheit gefährlich“ ein.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, alle Beteiligten steht innerhalb einer Woche das Recht auf Revision zu.


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