26.04.2014, 18:09 Uhr

Demonstration für Bleiberecht „Abschiebung von Flüchtlingen aus Osnabrück stoppen“


Osnabrück. Rund 450 Menschen haben am Samstagnachmittag gegen die Abschiebungen von Flüchtlingen aus Osnabrück demonstriert. Sie forderten, diese Praxis zu stoppen und eine Abschaffung der von den EU-Staaten beschlossenen sogenannten Dublin-Verordnungen.

„Wir sind nicht ohne Grund hier“, sagte ein Flüchtlingssprecher zu Beginn der Demonstration vor dem DGB-Haus. Hunger und politische Konflikte hätten viele von ihnen zur Flucht aus ihren Heimatländern gezwungen. Man sei nun in Osnabrück und brauche Hilfe, forderte der junge Mann unter Applaus.

In die bunte und von einer Sambarhythmusgruppe unterstützte Demonstration reihten sich neben Menschen aus kirchlichen und sozialen Bereichen auch Linke ein. Der Protestzug führte vom August-Bebel-Platz am Bahnhof über die Johanniskirche und den Kamp zum Theater.

Beim Stopp an der Johanniskirche sprach Diakon und Caritasratsvorsitzender Gerrit Schulte zu den Demonstranten. Anteil an Flucht und Vertreibung hätten auch die Industriestaaten mit ihrem Bedarf an Rohstoffen und ihren unfairen Handelsbedingungen, sagte Schulte. Die Dublin-Abkommen führten zu einer hohen Anzahl von Antragstellern und unfairen Lastenverteilung in den meisten südlichen EU-Ländern. „In der Folge gibt es besonders in Ländern wie Italien menschenunwürdige Zustände bei der sozialen und medizinischen Versorgung oder Unterbringung der Menschen.“

Schulte forderte die Städte und Gemeinden auf, ihre Spielräume zu nutzen. Die Friedensstadt Osnabrück sei dabei besonders gefragt. „Wenn auch nur eine Familie aus Osnabrück in den Nacht- oder frühen Morgenstunden aus den Betten geholt wird, um abgeschoben zu werden, sollten wir lieber das Logo „Friedensstadt“ aus Broschüren und von Schildern entfernen“, forderte Schulte unter Beifall.

Organisiert wurde die Demonstration vom Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Rosenplatzquartier. Michael Grönefeld, ihr Vertreter, berichtete auf der Abschlusskundgebung, dass sich in den letzten Monaten eine breite Bewegung von Bürgern für die Flüchtlinge in Osnabrück eingesetzt habe. „Sie haben nicht gefragt, was die Politik tun kann, sie sind einfach selber aktiv geworden. Die Bereitschaft der Bevölkerung, diesen Menschen zu helfen, ist größer als ihre Angst, wie Medien und Politiker behaupten“, sagte Grönefeld.

In der aktuellen Situation drohte vielen Flüchtlingen die Abschiebung, was sie sehr verunsichere. Grönefeld forderte, die Abschiebungen sofort zu stoppen.


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