06.10.2013, 19:21 Uhr

Ab Montag im Amt Griesert gewinnt OB-Wahl in Osnabrück


Osnabrück. Die CDU hat die rot-grüne Mehrheit in Osnabrück durchbrochen: Wolfgang Griesert setzte sich am Sonntag in der Stichwahl mit rund 55 Prozent gegen die SPD-Bewerberin Birgit Bornemann durch.

Der 55-jährige will schon am Montag sein Amt antreten. Er kehrt damit nach knapp fünfmonatiger Unterbrechung in den Dienst der Stadt zurück, für die er bis Ende Mai als Stadtbaurat und Mitglied des vierköpfigen Verwaltungsvorstandes Verantwortung trug. SPD und Grüne hatten zuvor im Rat eine Wiederwahl Grieserts als Stadtbaurat abgelehnt und damit eine weitere achtjährige Amtszeit verhindert. Griesert hatte sich schon 2006 um das höchste Amt der Stadt beworben, aber die Stichwahl gegen Boris Pistorius (SPD) verloren.

Nach Auszählung der ersten Wahllokale lagen Griesert und Bornemann noch fast gleichauf, aber der spätere Sieger hatte immer eine Nasenspitze Vorsprung. Doch je mehr Ergebnisse einliefen, umso größer wurde der Vorteil des CDU-Bewerbers. Noch vor dem Ende der Zählung trat Birgit Bornemann in der Lagerhalle auf die Bühne und gestand die Niederlage ein. Sie bedankte sich bei ihren Wahlkampfhelfern und Unterstützern.

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Die Genossen reagierten mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen für die Verliererin. „Wir finden, Birgit wäre die Bessere gewesen“, sagte der SPD-Vorsitzende Jens Martin.

CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde funkte aus dem Urlaub in die Gaststätte Rampendahl, wo die CDU ihren Sieg feierte: „Dies ist ein überzeugender Wahlsieg für Wolfgang Griesert und die Osnabrücker CDU. Die Fraktion gratuliert Wolfgang Griesert und sagt ihm ihre Unterstützung zu, die Stadtentwicklung weiter voranzubringen. Die Wähler haben sich für den erfahrenen Stadtbaurat entschieden. Ich bin sehr froh, dass die persönlichen und unwahren Angriffe des SPD-Fraktionsvorsitzenden Henning nach hinten losgegangen sind. Jetzt müssen alle Parteien nach vorn schauen und den neuen OB im Interesse der Stadt unterstützen.“

Griesert kam 2005 als Stadtbaurat nach Osnabrück. Zuvor war der gelernte Architekt in leitenden Funktionen in Kiel, Krefeld und Minden tätig gewesen. Zusammen mit seiner Frau Maria-Elisabeth hat er drei Kinder, die inzwischen erwachsen sind.

Die OB-Wahl war nötig geworden, weil der bisherige Amtsinhaber Boris Pistorius nach dem Regierungswechsel in Hannover im März niedersächsischer Innenminister wurde. Es ist das erste Mal, dass die CDU in Osnabrück eine Direktwahl des Oberbürgermeisters gewinnen konnte. Letzte CDU-Amtsträgerin war Ursula Flick, die bis 1991 ehrenamtliche Oberbürgermeisterin war.

os1.tv-Video: Erste Reaktion von Wolfgang Griesert

os1.tv-Video: Bornemann faire Verliererin

os1.tv-Video: News – Griesert neuer Oberbürgermeister


Im zweiten Wahlgang zum Erfolg: Wolfgang Griesert wird mit knapp 55 Prozent der Stimmen neuer Oberbürgermeister von Osnabrück. Wenn man es genau nimmt, hat ihn aber nur eine Minderheit der Osnabrücker Wahlberechtigten gewählt. Noch größer als sein Stimmenanteil bei der Stichwahl ist nämlich die Zahl der Nichtwähler: Von den knapp 127.000 Wahlberechtigten in der Stadt gaben nur knapp 53.000 ihre Stimme ab. Das sind nicht einmal 42 Prozent. Die Stichwahl wurde erforderlich, weil weder SPD-Kandidatin Birgit Bornemann noch CDU-Politiker Wolfgang Griesert im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen gewonnen hatten. Die Tendenz blieb im zweiten Wahlgang allerdings die gleiche wie beim ersten Durchgang: Auch den hatte Griesert für sich entschieden.

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