04.10.2013, 20:37 Uhr

Handel mit wertvollen Münzen Auktionshaus Künker versteigert Gold-Dukaten

<em>Albrecht von Wallenstein,</em> kaiserlicher Feldherr im Dreißigjährigen Krieg, ließ 1631 diesen zehnfachen Dukaten mit seinem Porträt prägen. Schätzpreis für 35 Gramm Gold: 150000 Euro. Foto: KatalogAlbrecht von Wallenstein, kaiserlicher Feldherr im Dreißigjährigen Krieg, ließ 1631 diesen zehnfachen Dukaten mit seinem Porträt prägen. Schätzpreis für 35 Gramm Gold: 150000 Euro. Foto: Katalog

Osnabrück. Zahlreiche goldene Dukaten-Stücke aus dem 17. Jahrhundert werden am Donnerstag, 10. Oktober, im Osnabrücker Auktionshaus Künker versteigert. Allein sieben Stück unter den angebotenen 30 Mehrfach-Dukaten haben einen sechsstelligen Schätzwert, zusammengenommen beträgt er knapp zwei Millionen Euro.

Mitten hinein in die Zeit des von unbeschreiblichem Elend und zugleich einer unerhörten Prachtentfaltung bestimmten Dreißigjährigen Krieges führt eine Goldmünze, die in der kommenden Woche im Osnabrücker Münzenhaus Fritz Rudolf Künker versteigert wird: Der kaiserliche Feldherr Albrecht Wenzeslaus Wallenstein (1583 –1634) ließ diesen zehnfachen Dukaten im Jahr 1631 prägen. Jetzt kommt das 35 Gramm schwere Goldstück zu einem Ausrufpreis von 150 000 Euro erneut unter den Hammer.

Dukaten wurden erstmals 1284 in der Republik Venedig geprägt und waren bis 1800 so etwas wie eine Welthandelsmünze, obwohl diese Goldstücke im täglichen Zahlungsverkehr kaum eine Rolle spielten. Trotzdem verzichtete kein Herrscher dieser Zeit darauf, solch prachtvolle Goldstücke auszugeben. In dieser Zeit bezahlte man Dienstleistungen mit Geschenken. Und Münzen von diesem Wert waren geeignet, mit gebührender Eleganz die notwendigen Handsalbungen zu machen. Sie zu besitzen bedeutete gleichzeitig gesellschaftliches Prestige. Im übertragenen Sinne gilt das dann auch für die zahlreichen goldenen Dukaten-Stücke aus dem 17. Jahrhundert, die am kommenden Donnerstag (10. Oktober) vom Auktionator aufgerufen werden. Allein sieben Stück unter den angebotenen 30 Mehrfach-Dukaten haben einen sechsstelligen Schätzwert, zusammengenommen beträgt er knapp zwei Millionen Euro.

Ein besonderes Beispiel ist die Münze mit der Losnummer 6143, ein 10-Dukaten-Stück aus dem Jahre 1631. Das 35 Gramm schwere Stück trägt das Porträt von Albrecht von Wallenstein, Herzog von Friedland, auf der Vorderseite und die 13 Wappen seiner mit kaiserlicher Gnade verliehenen Herzogtümer oder schlicht zusammengeraubten Ländereien auf der Rückseite. Der stolze Feldherr Wallenstein machte eine steile Karriere und fiel ebenso schnell wieder in Ungnade: Als angeblicher Verschwörer wurde er 1634 auf Geheiß des Kaisers ermordet. Um seine Erinnerung zu tilgen, wurden auch seine Münzprägungen wieder eingeschmolzen. Auch deshalb ist dieser Dukat so extrem selten, was denn auch die rekordverdächtige Taxe von 150000 Euro rechtfertigt.

Ohnehin bedeutet die kommende Herbstauktion vom 7. bis 11. Oktober im Steigenberger Hotel Remarque einen Rekord für das Münzenhaus Fritz Rudolf Künker: Rund 6400 Losnummern, verteilt über vier Kataloge, und eine Gesamtschätzung von gut zehn Millionen Euro. Damit ist diese Auktion die mit dem höchsten Volumen in der Geschichte des 1971 gegründeten Auktionshauses Künker. Zehn Millionen Euro Schätzung, auch das gab es bislang noch nie im Osnabrücker Traditionshaus, das mittlerweile zu den weltweit führenden Münzhandlungen gehört.

Neben den prächtigen goldenen Dukaten kommen auch diesmal Münzen aus der Welt der Antike, aus Mittelalter und Neuzeit und aus Deutschland nach 1871 zur Versteigerung. Weiter werden in der Auktionswoche wieder einmal russische Münzen und Medaillen ausgerufen, was erfahrungsgemäß eine zahlungskräftige Kundschaft anlockt: „Die Russen kaufen ihre Geschichte zurück“, sagte Auktionator Künker in diesem Zusammenhang. Wenn der Versteigerer zudem drei Spezialsammlungen auflöst, darunter auch in jahrzehntelanger Sammeltätigkeit zusammengetragene Münzen des Bistums und der Reichsstadt Regensburg, dann ist auch das eine willkommene Gelegenheit für andere Numismatiker, ihre Kollektionen zu vervollständigen.

Infos: www.kuenker.de


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