21.05.2013, 13:10 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Ende eines reizvollen Weges Osnabrück: Bauer sperrt privaten Durchgang über den Brinkhof

<em>Hier geht’s nicht weiter:</em> Der Weg über den Brinkhof an der Feldstraße wurde dichtgemacht. Walker, Jogger und Radler müssen umkehren. Foto: Gisela KrizHier geht’s nicht weiter: Der Weg über den Brinkhof an der Feldstraße wurde dichtgemacht. Walker, Jogger und Radler müssen umkehren. Foto: Gisela Kriz

Osnabrück. Wiesen, auf denen Pferde weiden. Vom Waldrand schweift der Blick über Osnabrück und seine Kirchtürme – bis hin zu den Windrad-Riesen auf dem Piesberg. Nicht umsonst gilt die Rund-Route entlang der Feldstraße und dem Burenkamp am Rande von Wüste und Kalkhügel als beliebtes Ziel bei Spaziergängern und Joggern. Die Strecke führt auch über den Brinkhof. Diese jahrzehntelange Gepflogenheit fand nun ein jähes Ende: Bauer Fritz Brinkmeyer machte das Tor dicht.

Immer mal wieder stehen ratlos Jogger oder Walker vor der geschlossenen Pforte. „Wir kehren wieder um“, sagen einige. Andere dagegen öffnen das Tor und laufen unbeirrt weiter über den Hof. Auch viele Radfahrer wenden. Obwohl ihnen ein Verkehrsschild am Anfang der Straße eigentlich eine Durchfahrt erlaubt.

„Der Durchgang war nie offiziell. Seit den Sechzigerjahren haben wir geduldet, dass Leute über den Hof gehen. Mit den Jahren wurden es immer mehr“, schildert Fritz Brinkmeyer die Lage. Dabei geht es auch um Liegestühle im Getreidefeld, Partys auf Wiesen mit Müll und Bierflaschen und um etliche Autos („sogar 38-Tonner“), die über den Hof fuhren.

Besonders ärgert sich Brinkmeyer aber über manche Hundehalter: „Die werden immer rabiater. Die Hunde machen in die Beete. Wir müssen das alles sauber machen.“ Armdicke Stöcke auf den Wiesen und aufgewühlte Löcher zerstörten beim Arbeiten die Maschinen. Einige Hundehalter träfen sich als Gruppen auf dem Hof. „Hier werden Pferde eingeritten. Die Hunde laufen hinterher. Eine gefährliche Situation für die Reiter“, so Brinkmeyer. Dazu komme die rechtliche Seite: Wer ist zuständig, wenn hier was passiert?

Bereits im Herbst letzten Jahres entschloss sich der Bauer deshalb zum radikalen Schnitt. Mit einem Vorhängeschloss verriegelte er das Tor. Erst zum Tannenbaumverkauf in der Weihnachtszeit öffnete er es wieder. Nun soll es ohne Schloss gehen: „Wir sitzen nicht gerne im Käfig“, sagt Brinkmeyer. Aber er macht unmissverständlich klar: „Das ist Privatbereich. Wir möchten nicht mehr, dass die Leute über unseren Hof gehen. Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht.“

„Alles, was über den Hof führt, ist private Fläche“, bestätigt Jürgen Schmidt, Leiter des Fachdienstes Straßenbau der Stadt Osnabrück. Die zum Brinkhof hinführenden Wege seien jedoch öffentlich. Oftmals handle es sich beim Wegerecht um mündliche, uralte Absprachen. Wege, die über Höfe laufen, gebe es an vielen Stellen in Osnabrück, sagt Christiane Balks-Lehmann, Fachdienstleiterin Naturschutz und Landschaftsplanung. Brinkmeyer habe in einem Gespräch seine Entscheidung deutlich gemacht, betont sie. Die Beschilderung der Straße sei diesbezüglich noch zu überprüfen.


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