14.12.2012, 17:10 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Endstation Güterbahnhof Verlust eines Wahrzeichens: Eingangsbus der „Kleinen Freiheit“ in Osnabrück muss weichen

<em>Bald schon Geschichte:</em> der Eingangsbus der Disco „Kleine Freiheit“ soll verschwinden. Foto Jörn MartensBald schon Geschichte: der Eingangsbus der Disco „Kleine Freiheit“ soll verschwinden. Foto Jörn Martens

Osnabrück. Der Bus vor der Kleinen Freiheit wird am Montag vom Gelände am alten Güterbahnhof verschwunden sein. Damit verliert der Club sein Aushängeschild, und niemand sagt, warum das so ist.

Diese Scheinwerfer! Wie kleine Kulleraugen. „Och, nun schau doch nicht so traurig, kleiner Bus“, mochte mancher gedacht haben, kurz bevor er für eine wilde Nacht in dem Gefährt verschwand. Der Bus war der Eingang zur Kleinen Freiheit . Ein Durchgang zu Musik, Tanz, Flirt und Prost! Aber was heißt hier „war“? Noch ist er es. Einmal noch, an diesem Wochenende. Am Montag muss er weichen. Dann ist Schluss mit Dackelblick.

Wer nach dem Warum fragt, bekommt ein paar Worte, aber keine Erklärung. „Dazu werde ich nichts sagen“, sagt Ralf Gervelmeyer. Er ist der Geschäftsführer der Zion GmbH und verfügt seit Kurzem mit einem Geschäftspartner aus Steinhagen über das 22 Hektar große Gelände am Ehemaligen Güterbahnhof, auf dem auch die Kleine Freiheit steht. Gegenüber unserer Zeitung kündigte Gervelmeyer an, ein Gemeindezentrum der freikirchlichen Gemeinde „Lebensquelle“ auf dem Areal errichten zu wollen. Außerdem soll dort ein Gewerbegebiet entstehen. Die Kleine Freiheit wird auch weiterhin ihren Platz dort haben – nur eben buslos.

Betreiber Falk Schlukat möchte nicht darüber spekulieren, warum der Bus weichen muss. Zu entsprechenden Gesprächen mit dem Besitzer des Geländes sagt er nur: „Es ist seins. Es ist sein gutes Recht.“

Per Facebook haben die Freiheit-Betreiber ihre Kunden über den bevorstehenden Umbau informiert. „Liebe Busfahrer“, haben sie über ihren offenen Brief geschrieben. Darunter drängen sich Hunderte von Kommentaren, die von „schade drum“ bis zu „unfassbar!!“ reichen. Manch einer fordert, für den Erhalt des Busses zu kämpfen. Aber dem erteilt Schlukat eine Absage: „Das letzte Wort ist gesprochen.“ In die Resignation der Betreiber mixen die Fans im Internet einen Schuss Zynismus. Kalle Maeck hat auf die Facebook-Pinwand geschrieben: „... ihr könnt jetzt auch das „L“ aus eurem Namen streichen...“

Vor allem für die jüngeren Gäste ist der Bus das Wahrzeichen des Clubs und die Freiheit ohne ihn nicht denkbar. Dabei war das Gefährt nicht immer da. Erst etwa anderthalb Jahre, nachdem die Freiheit eröffnet hatte, habe der Bus 2007 seinen Platz vor dem Eingang eingenommen, sagt Schlukat. Nun werden ihn die Betreiber an einem anderen Platz unterbringen. Sie wollen ihn behalten, sagte Schlukat. „Vielleicht brauchen wir ihn ja noch mal.“

„Happy Dayzz“ stand am Freitagabend noch in dem Anzeigefenster des Busses. Fröhliche Tage. Für die Busfans unter den Freiheit-Gästen sind sie vorbei.


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