10.05.2012, 04:36 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Blogger nimmt Wurstebrot in Sammlung auf Auf der Suche nach dem typischen Gericht: So isst Osnabrück


Osnabrück. Eine außergewöhnliche Idee führt Patrik Stäbler für drei Monate per Anhalter durch die Republik. „Deutschland, wie es is(s)t …“ nennt sich sein Projekt, bei dem er sich auf die Suche nach typischen Gerichten in 16 Bundesländern macht. In Osnabrück will er Stopsel essen. Doch Stopsel ist in der Hasestadt nirgends zu finden.

Dabei hat sich der 32-Jährige fest vorgenommen, das traditionelle Essen aus der Osnabrücker Region zu verspeisen und sein Geschmacksvotum den Lesern seines Blogs kundzutun.

Sein Gastgeber Norbert Henze fragte bei zahlreichen Fleischereien in der Stadt nach, konnte zuletzt jedoch keinen Erfolg vermelden. „Es ist nichts zu machen. Da Stopsel ein Winteressen ist, kommt Patrik leider ein paar Monate zu spät“, bedauert Henze. Doch er bietet dem jungen Münchener eine gute Alternative: das Wurstebrot – auch ein traditionelles Essen aus der Region.

Mit einer großen Machete schneidet der Künstler zunächst das große kompakte Wurstebrot in Scheiben, ehe es in die heiße, gusseiserne Pfanne auf dem Gasherd wandert. Patrick Stäbler beobachtet jeden einzelnen Schritt seines Gastgebers, seine Fotokamera in Lauerstellung.

„Es geht mir nicht nur darum, die Köstlichkeiten zu verschlingen“, betont der Journalist und Blogger. Es gehe ihm vor allem darum, Details über die Zubereitung und Rezepturen zu erfahren. Zudem interessiere ihn auch die jeweilige Geschichte der Traditionsgerichte. So erweiterte er in den vergangenen Wochen sein „kulinarisches Wissen“ über Schnüsch in Schleswig, Mecklenburger Rippenbraten in Wismar, Labskaus in Wilhelmshaven, Döner in Berlin und vieles mehr.

In Osnabrück lehrt ihn Henze, dass ein Original-Wurstebrot eine Grützwurst ist, die aus Roggenschrot, Speck, Schweineblut, Brühe und Zwiebeln hergestelltund traditionell in der Osnabrücker Region und dem Münsterland mit Bratkartoffeln, Roten Beeten und Gewürzgurken angerichtet wird.

„Der Geruch ist auf jeden Fall schon vielversprechend“, freut sich Stäbler, während die runden Wurstebrotscheiben in der Pfanne brutzeln. Nur wenige Minuten später beißt der 32-Jährige genussvoll in die Osnabrücker Speise. „Das schmeckt voll gut“, lautet sein Votum, und der Koch fühlt sich geehrt. Seine Erfahrungen möchte der Journalist am Ende seiner dreimonatigen Reise in einem Buch zusammenfassen. Sie sind jetzt schon in seinem Blog unter www.deutschland-isst.info nachlesen.


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