11.01.2012, 15:01 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Murat Kilic vom SC Melle im „Club 100“ des DFB – Vorbild für Teenager – Credo: Schule wichtiger als Fußball „Junge Menschen auf den richtigen Weg führen“

Für Integration: Kreisvorsitzender Helmut Buschmeyer, Murat Kilic und Günter Eser (beide SC Melle). Foto: Jörn MartensFür Integration: Kreisvorsitzender Helmut Buschmeyer, Murat Kilic und Günter Eser (beide SC Melle). Foto: Jörn Martens

Osnabrück. „Ich bin nicht nur für den Sport da. Ich will junge Menschen gewinnen und auf den richtigen Weg führen.“ Murat Kilic vom SC Melle hat klare Vorstellungen, was Jugendarbeit bedeutet. Für sein außerordentliches Engagement wurde der gebürtige Meller mit türkischen Wurzeln nun vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit der höchsten Auszeichnung für Ehrenamtliche belohnt: Gemeinsam mit 99 weiteren Vereinsmitarbeitern aus ganz Deutschland zählt der 36-Jährige zum „DFB-Club 100“.

Zur Einschätzung: Mehr als eine halbe Million Mitarbeiter engagieren sich unentgeltlich in den 27000 DFB-Vereinen. Im Rahmen der DFB-Ehrenamtsaktion werden seit 1997 in den 360 Kreisen der 21 Landesverbände besonders verdiente Helfer ausgezeichnet und jeweils ein Kreissieger ernannt.

Aus dem aktuellen Wettbewerb unter dem Motto „Soziale Integration durch Fußball“ gingen Frank Böttger (Osnabrück-Stadt) und Murat Kilic (Osnabrück-Land) auf Kreisebene als Gewinner hervor. Während Böttger bei RW Sutthausen eine Mannschaft der Heilpädagogischen Hilfe integrierte, kümmert sich Kilic beim SC Melle als Trainer der 2. B-Junioren um die Gewinnung und Motivation von jungenFußballern mit Migrationshintergrund.

„Ich möchte ein Vorbild und ein Ansprechpartner für sie sein. Sie sollen nicht auf der Straße landen“, beschreibt der zweifache Familienvater seine Motivation. „Unbezahlbar“, nennt Günter Eser als Vereinsehrenamtsbeauftragter des SCM das Schaffen des langjährigen Betreuers. Kilic, der in seiner Kindheit einige Jahre bei den Großeltern im türkischen Samsun am Schwarzen Meer verbrachte, trug selbst schon als B-Jugendlicher das Meller Trikot. Nach 15 Jahren Herrenfußball beim SV Melle Türkspor kehrte der Maschinenführer 2005 zurück und förderte beim SCM zunächst den jüngsten Nachwuchs.

Die Vereinsverantwortlichen erkannten seine Fähigkeiten („Ich lege großen Wert auf Disziplin, kann aber auch locker sein“) und überzeugten ihn davon, in den problematischen Jahrgängen einzusteigen. Der Multikulti-Truppe der 15- bis 16-Jährigen vermittelt Kilic nun mit viel Erfolg neben der korrekten Schusstechnik auch sein persönliches Credo: „Das Wichtigste sind Gesundheit und Schule, erst dann kommt der Fußball.“


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