22.09.2010, 16:06 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Sinfonisches Blasorchester des Ratsgymnasiums feiert am Samstag Geburtstag 130 Jahre Ratskapelle

Kapelle des RatsgymnasiumsKapelle des Ratsgymnasiums

Osnabrück. Die Ratskapelle, die älteste Arbeitsgemeinschaft des Ratsgymnasiums, wird in diesem Jahr 130 Jahre alt. Das Kapellenfest am Samstag, 25. September, Beginn 17.30 Uhr, ist die musikalische Geburtstagsfeier. Die Aula der Schule steht dann allen Interessierten zum Jubiläumskonzert offen, Eintritt frei.

Die Schülerkapelle ist ein sinfonisches Blasorchester, in dem Blasinstrumente wie Flöte, Oboe, Fagott, Klarinette, Saxofon, Trompete, Hörner, Posaune, Tuba gespielt werden können. Vervollständigt wird das Orchester durch umfangreiches Schlagzeug. Beispiele aus dem aktuellen Repertoire: Melodien aus der West Side Story und Chorus Line, Morricones Westernmusik oder die swingende „Hootenanny“.

1997 übernahm Markus Preckwinkel den Taktstock von Horst Erfurth, der die Kapelle über 25 Jahre geleitet hatte. Preckwinkel: „Durch ihre zahlreichen Auftritte gehört die Kapelle zu den Repräsentanten des Ratsgymnasiums in der Öffentlichkeit.“ Den Zusammenhalt der „Kapellanten“ spürte Preckwinkel selbst als mitspielender Schüler zwischen 1978 und 1983. Ausbildung, unter anderem durch Einzelunterricht und intensive mehrtägige Ensembleproben bei den Kapellenfahrten, ist ihm wichtig. Seit 2005 gibt es wieder eine Vorkapelle für die Anfänger aus den unteren Klassen. Die Schülerkapelle finanziert sich über Auftritte und Sponsoring zum größten Teil selbst. Schnupperunterricht für Anfänger, Noten, neue Instrumente und Reparaturen können von diesem Geld bezahlt werden.

„Zum ersten Mal war die Kapelle Weihnachten 1880 zu hören“, heißt es in der Kapellen-Chronik. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen die ersten öffentlichen Auftritte. Die Kapelle musizierte in den 20er- und 30er-Jahren auf Turn- und Vereinsfesten. Reisen führten sie bis nach Österreich. Die Eingliederung in die Hitler-Jugend nach 1933 habe nach anfänglicher Begeisterung wegen des Routineprogramms, der gleichförmigen Auftritte und der Reglementierungen zu Desinteresse bei den Schülern geführt. 1943 drohte die Auflösung, so steht es in der seit 1910 erhaltenen Chronik. Dort wurden 1948 auch erste Bemühungen vermerkt, die Kapelle wiederzubeleben.

Das Repertoire entwickelte sich damals zu einer Mischung aus traditioneller Marschmusik und Bearbeitungen von Opern- und Operettenmelodien. In den 60er-Jahren ersetzten Originalkompositionen für Blasorchester im Jazz- und Dixiesound sowie sinfonische Blasmusik viele alte Stücke, ohne sie aber vollständig zu verdrängen. Zum 100-jährigen Bestehen wurde der Kapelle die Pro-Musica-Plakette durch Bundespräsident Carstens verliehen.

Am Samstag werden Vorkapelle und Kapelle zeigen, was sie können. Auch die Kapelle der Ehemaligen ist dabei und spielt Auszüge aus „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgski.


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