26.11.2010, 18:28 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Investoren übernehmen das 20 Hektar große Gelände komplett Der Güterbahnhof ist verkauft - Was passiert mit den Clubs?

Der Osnabrücker Güterbahnhof. Foto: Gert WestdörpDer Osnabrücker Güterbahnhof. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Um den Güterbahnhof war es lange Zeit still. Jetzt hat die DB-Tochter Aurelis Real Estate das gesamte Gelände verkauft. Nach Informationen unserer Zeitung geht das 20 Hektar große Areal einschließlich des Ringlokschuppens und der vorhandenen Gebäude an zwei Investoren aus Osnabrück und Umgebung.

„Wie es steht und liegt“ gehe das Grundstück an die neuen Eigentümer, erklärte am Freitag Raik Packeiser, der Pressesprecher von Aurelis Nord, auf Anfrage unserer Zeitung. Er bestätigte, dass die Käufer auch das Altlastenrisiko übernommen hätten. Zu ihren Plänen äußerte sich Packeiser nicht, Namen wollte er nicht nennen.

Die Deutsche Bahn AG hat den Güterbahnhof 1997 aufgegeben, nachdem die Schiene den Kampf gegen die Straße verloren hatte. Seitdem wurde zwar regelmäßig mit der Stadt verhandelt und diskutiert, aber für eine neue Nutzung fand sich kein Investor.

Am liebsten hätten die DB-Strategen Verbrauchermärkte auf dem Brachgelände angesiedelt. Doch damit waren die Stadtplaner nicht einverstanden. Im Rat besteht ein breiter Konsens, dass im Fledder kein Einkaufszentrum entstehen soll, das den Geschäften aus der Innenstadt Konkurrenz machen könnte.

Der Bebauungsplan 370, der seit fast sieben Jahren rechtskräftig ist, sieht eine gewerbliche Nutzung für den Güterbahnhof vor, Einzelhandel ist ausdrücklich ausgeschlossen. Sämtliche Gebäude mit Ausnahme des Ringlokschuppens, sind nach dem Bebauungsplan für den Abriss vorgesehen.

Bleiben die Clubs?

Das gilt auch für die Güterabfertigung und die ehemalige DB-Kantine, in denen sich als Zwischennutzung ein munteres Kulturleben entwickelt hat. Mehrere Clubs wie Kleine Freiheit, Stellwerk und Zeitzone haben sich in den leer stehenden Gebäuden eingerichtet, außerdem das Theater am Güterbahnhof und verschiedene Ateliers.

Sind diese Einrichtungen in Gefahr, wenn die Investoren ihr Vorhaben realisieren? Die Inhaber der Clubs reagieren eher gelassen. Mit ihnen haben die neuen Eigentümer schon gesprochen. Offenbar versuchen beide Seiten, das kulturelle Pflänzchen auf dem alten Güterbahnhof zu erhalten.

Unklar ist indes, was aus dem denkmalgeschützten Ringlokschuppen wird, in dem einst 34 Lokomotiven untergebracht waren. In den vergangenen zehn Jahren gab es schon diverse Pläne, für ihn eine neue Nutzung zu finden. Die Stadtwerke wollten den Schuppen eine Zeit lang als Busdepot nutzen, doch mittlerweile ist der Busbetrieb zur Sandbachstraße gezogen. Größere Wellen schlug die Überlegung, in dem Rundbau eine Veranstaltungsarena einzurichten. Doch auch diese Idee scheiterte, weil sich kein Investor fand.


0 Kommentare