19.03.2012, 17:37 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Einigung erzielt Homann nimmt Kündigungen in Dissen zurück

Salatproduktion bei Homann: Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter rauften sich zusammen. Foto: Hermann PentermannSalatproduktion bei Homann: Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter rauften sich zusammen. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Der Betriebsrats-Aushang im Dissener Werk des Lebensmittelherstellers Homann ist mit dem Wort „Hurrrraaa!!!“ überschrieben. Darunter können die rund 1000 Mitarbeiter lesen, worauf sich Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertreter vergangene Woche geeinigt haben: Homann Feinkost nimmt bis zu 80 geplante, teils schon ausgesprochene Kündigungen zurück. Das bestätigte gestern Homann-Betriebsratschef Helmut Lepper.

„Wir haben viele Gespräche geführt und dargelegt, dass das Unternehmen auf diese Mitarbeiter nicht verzichten kann“, sagte Lepper. Die betroffene Produktionseinheit ist spezialisiert auf Kartoffel- und Nudelsalate, die besonders während der Grillsaison im Frühling und im Sommer Abnehmer finden.

Nach Leppers Aussage kam es trotz des weiterhin geltenden Umbauprogramms „Masterplan Salate“ zu einem Sinneswandel. Es sei klar geworden, dass doch mehr Personal gebraucht werde als anfangs gedacht. Die Mitarbeiter sollen künftig aber flexibler eingesetzt werden, bei Nachfragespitzen mehr arbeiten und in Flautephasen weniger. Dazu richtet Homann laut Betriebsrat Jahresarbeitszeitkonten ein.

Zur Kompromissbereitschaft der Geschäftsleitung dürfte auch der vergleichsweise moderate Abschluss der jüngsten Tarifverhandlungen beigetragen haben. Darin gab sich die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten mit einer Lohnsteigerung um 2,3 Prozent für 2012 und zwei Prozent für 2013 zufrieden. Hinfällig dürften nun die Klagen zehn gekündigter Mitarbeiter vor dem Arbeitsgericht sein.


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