02.11.2010, 16:12 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Gegen industrielle Tierhaltung Aktionsbündnis „Bauernhöfe statt Agrarfabriken Nord-West“ will Maststall-Gutachten kritisch beäugen

Stellten das Anliegen der Maststall-Gegner vor: (von links) Eckehard Niemann (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft), Maria Feige-Osmers (BUND Kreisgruppe Meppen), Katja Hübner (NABU-Regionalverband), Werner Kleimann (Diskussionsleiter) und Hermann-Josef Schomakers (Bürgerinitiative Nordhümmling).Foto: Tim GallandiStellten das Anliegen der Maststall-Gegner vor: (von links) Eckehard Niemann (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft), Maria Feige-Osmers (BUND Kreisgruppe Meppen), Katja Hübner (NABU-Regionalverband), Werner Kleimann (Diskussionsleiter) und Hermann-Josef Schomakers (Bürgerinitiative Nordhümmling).Foto: Tim Gallandi

trg Surwold. Im Mittelpunkt steht die kritische Prüfung der vom Landkreis Emsland geforderten Gutachten für künftige Mastställe. Darüber hinaus sieht das jetzt in Surwold gegründete Aktionsbündnis „Bauernhöfe statt Agrarfabriken Nord-West“ seine wichtigste Aufgabe in der Vernetzung der Aktivitäten und der Hilfe und Beratung für Bürger, in deren Umfeld neue industrielle Tierhaltungsanlagen entstehen sollen.

Die Maststall-Gegner sind im Aufwind: Auf Druck von Einwendungen der Anwohner hat der Landkreis Emsland jüngst von den Antragstellern der Anlagen Brandschutz- und Keimgutachten gefordert. Den Aktiven des Aktionsbündnisses gibt dies Grund zum Optimismus, jedoch keineswegs den Anlass, die Hände in den Schoß zu legen. „Der Landkreis fordert Gutachten, aber nicht, was darin stehen soll“, sagte Katja Hübner vom NABU-Regionalverband. Daher gelte es, sich selbst zu informieren und, falls nötig, eigene Gutachten in Auftrag zu geben. Dafür wolle das Bündnis finanzielle Mittel über Spenden einwerben.

Die Teilnehmer der ersten Versammlung hatten sich auf Einladung des NABU-Regionalverbands Emsland/Grafschaft Bentheim, der BUND-Kreisgruppe Emsland und der Bürgerinitiative (BI) Nordhümmling in Surwold eingefunden. Zu den Gründungsmitgliedern zählen neben den Organisatoren unter anderen die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, die Interessengemeinschaft Gesundes Leben, die NABU-Gruppen Altkreis Lingen, Altkreis Meppen und Emsland Nord sowie das globalisierungskritische Netzwerk Attac.

Nach Worten von Eckehard Niemann (AbL) liegt das Aktionsbündnis im Interesse der mittelständischen Landwirte. So sei es nicht erstrebenswert, sich durch den Betrieb großer Hähnchenmastanlagen in die Abhängigkeit großer Konzerne zu begeben. Auch sei der vom Aktionsbündnis angestrebte Abbau der Überschussproduktionen im Sinne der Landwirte, da nur so angemessene Preise für landwirtschaftliche Produkte erzielt werden könnten.

Maria Feige-Osmers von der BUND-Kreisgruppe Meppen warb darüber hinaus um die Beachtung der Belange des Tierschutzes. Ein geringerer Fleischkonsum und der Griff zu Produkten aus artgerechter Tierhaltung seien zudem gesundheitsförderlich, so die Ernährungsberaterin.


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