21.04.2017, 12:06 Uhr

Bewährungsstrafe Rauferei unter Alkoholeinfluss in Meppen

Das Amtsgericht Meppen hat einen 25-jährigen Meppener wegen einer einfachen Körperverletzung zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt, die auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Symbolfoto: dpaDas Amtsgericht Meppen hat einen 25-jährigen Meppener wegen einer einfachen Körperverletzung zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt, die auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Symbolfoto: dpa

Meppen. Das Amtsgericht Meppen hat einen 25-jährigen Meppener wegen einer einfachen Körperverletzung zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt, die auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Im Oktober 2015 kam es zwischen zwei jungen Männern, die von ihrer Arbeitsstätte kamen, und dem Angeklagten auf der Meppener Hubbrücke zu einer handfesten Schlägerei. In deren Verlauf soll der Angeklagte einen der beiden Männer gestoßen, beschimpft und ihn mit der Faust niedergeschlagen haben. Danach habe er ihm mit einem gezielten Tritt das Fußgelenk gebrochen. Der zweite Geschädigte wurde von ihm gestoßen und zu Boden geworfen. Er verletzte sich an der Schulter.

2,57 Promille

Beim Angeklagten wurde eine Blutalkoholkonzentration von 2,57 Promille festgestellt. Sein Kontrahent hatte ebenfalls eine erhebliche Menge Alkohol getrunken, während der dritte Beteiligte nicht angetrunken war.

In seiner Einlassung zur Anklage konnte sich der 25-Jährige an den genauen Ablauf der Auseinandersetzung nicht mehr erinnern, wusste jedoch, dass es zwischen ihm und den beiden anderen zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen sei. Hinsichtlich des gezielten Trittes gegen sein Opfer, dass sich dabei den Fuß brach, räumte er ein, dass es unbewusst im Laufe der Rauferei geschehen sei. Es sei keineswegs von ihm gezielt auf sein Opfer eingetreten worden.

Als Zeugen waren die beiden Opfer geladen, allerdings erschien der Hauptgeschädigte nicht zur Verhandlung. Dafür erhielt er eine Ordnungsstrafe von 100 Euro. Sein Freund bestätigte vor Gericht im Wesentlichen den Sachverhalt, der in der Anklage niedergelegt worden war.

Beleidigungen?

In Bezug auf die ihm zur Last gelegten Beleidigungen konnte er keine Angaben machen, sodass dieser Vorwurf gegen den Angeklagten vom Gericht eingestellt wurde. Der Zeuge hatte keine Erinnerung mehr daran, ob der Angeklagte gezielt nach seinem am Boden liegenden Opfer getreten habe und diesem damit den Fuß brach. Er hatte lediglich wahrgenommen, das vom Angeklagten getreten worden sei. Damit konnte der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung nicht aufrecht erhalten werden.

Verhaltenstraining

Als weiterer Zeuge kam sein Bewährungshelfer zu Wort, der ihm eine günstige Sozialprognose stellte, da er sich in einer festen Arbeit befindet und auch darüber hinaus in geordneten Verhältnissen lebt. Dennoch hielt er es für notwendig, dass der junge Mann an einem Verhaltenstraining teilnimmt: Auffallend sei, dass er unter Alkoholeinfluss zur Gewalttätigkeit neige. Daraus resultiere auch die aktuelle Bewährungsstrafe. Ebenso empfahl der Zeuge dem Gericht, den Angeklagten nicht ins Gefängnis zu stecken, sondern die fällige Freiheitsstrafe, ausnahmsweise nochmals, zur Bewährung auszusetzen.

Trainingskurs

So sah es auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft, der zwar das weitgehende Geständnis des Angeklagten positiv wertete, dennoch aufgrund der Vorstrafen eine Freiheitsstrafe beantragte, die wegen einfacher Körperverletzung sechs Monate betragen, aber zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Weiterhin solle er an einem Trainingskurs zum kontrollierten Umgang mit Alkohol teilnehmen. Neben 50 Arbeitsstunden habe er auch die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Die Richterin schloss sich in ihrem Urteil weitgehend diesem Antrag an und verhängte eine sechsmonatige Bewährungsstrafe, zur Bewährung auf vier Jahre ausgesetzt. Neben den Kosten des Verfahrens hat der Verurteilte eine Geldstrafe von 500 Euro an die Landeskasse zu zahlen. Der Angeklagte nahm das Urteil an.


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