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20.04.2017, 16:55 Uhr KOMMENTAR

Autismus-Treff in Meppen bietet Vernetzung und Austausch

Kommentar von Tim Gallandi

Dagmar Eiken-Lüchau (links) und Petra Hengst wollen mit dem Stammtisch im „Anno 1912“ dem Autismus in Meppen und Umgebung eine größere Lobby bereiten. Foto: Heiner HarnackDagmar Eiken-Lüchau (links) und Petra Hengst wollen mit dem Stammtisch im „Anno 1912“ dem Autismus in Meppen und Umgebung eine größere Lobby bereiten. Foto: Heiner Harnack

Meppen. Autismus ist ein umfangreiches, schwieriges Thema. Der neue Treff in Meppen kann Betroffenen und Angehörigen im Umgang mit dieser Entwicklungsstörung helfen. Ein Kommentar.

Im Kinofilm „Rain Man“ ist der von Dustin Hoffman verkörperte Charakter mathematisch hochbegabt, kann aber seinen Alltag nicht selbstständig bewältigen. In der TV-Serie „The Big Bang Theory“ trägt eine der Hauptfiguren Merkmale des Asperger-Syndroms. Zwei Fälle medialer Verarbeitung von (mutmaßlichem) Autismus, die auch verdeutlichen, wie kompliziert dieses Thema ist.

Wenngleich viele Betrachter außerhalb der Fachwelt ohne die genannten Beispiele gar nicht wüssten, dass es diese neurologische Entwicklungsstörung gibt, ist das Bild, das hier wie dort vermittelt wird, allzu oberflächlich. Zudem ist Autismus ein weites Feld: Er kann mit hoher oder verminderter Intelligenz einhergehen und Verhalten, Kommunikation und sozialen Umgang beeinträchtigen. Er reicht von der leichten Form Asperger bis zu schweren Ausprägungen, bei denen die Betroffenen vollständig in ihrer eigenen inneren Welt verharren. Und er bringt mitunter psychische Begleiterscheinungen wie Ängste oder Wutausbrüche mit sich.

Für die Betroffenen in der Region und deren Angehörige ist es deshalb vorteilhaft, wenn sich durch den geplanten Stammtisch die Möglichkeit der Vernetzung und des gegenseitigen Austauschs bietet. Das kann dabei helfen, mit der Störung zu leben. Denn heilen lässt sich Autismus trotz aller Therapieformen nicht.


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